JVC Everio MC 500 Klein-handlich-unglaublich vielseitig
Nach 6 Monaten Einsatz: immer noch begeistert, trotz kleinerer Verbesserungsvorschläge.
Die Bedienung ist nicht in allen Punkten intuitiv, daher empfiehlt es sich UNBEDINGT die Anleitung komplett durchzulesen. Erst dann erschließen sich eine Reihe toller Zusatzfunktionen, die Sie sonst niemals finden werden (z.B. Focus-Verschiebung, falls das Motiv mal bewußt nicht in der Bildmitte sein soll oder 3-fach-Serienaufnahme mit unterschiedlichen Belichtungsstufen)
Batterielaufzeit ist nach meiner Erfahrung (selbst im tiefsten Winter bei Minustemperaturen) mit Standard-Accu bei rund 50 min. Ein zweites Ladegerät kann man sich also sparen, wenn man nur einen Ersatz-Accu kauft und in der Camara lädt. Beim Accu sollte man nicht sparen, sondern das Original verwenden.
Microdrive ist sensationell billig (4 Giga-Byte für rund 70 € ergibt 1 Stunde Video in bester Quailtät oder 10.000 Fotos!) und entgegen einiger Testberichte absolut zuverlässig. Ich halte es für wesentlich besser als die bei anderen Geräten angepriesene eingebaute Festplatte von 30 GB (die braucht kein Mensch, oder wollen Sie Ihr Leben in Echtzeit dokumentieren? Und wenn die kaputt geht, können Sie das ganze Gerät vergessen, beim Microdrive nehmen Sie halt den Ersatz-Drive).
Den angeblichen Geschwindigkeitsvorteil der CF-Card (bei rund 3x höherem Kaufpreis) konnte ich in der Praxis kaum wahrnehmen (allenfalls bei Serienaufnahmen von mehr als 6 Fotos, aber wer braucht das schon??). Das Überspielen auf den PC ist nur geringfügig schneller, max 45 sec bei Gesamtdauer von 4 Min).
Völlig unverständlich ist mir, dass die Camara kein Datum in das Foto bzw in den Videofilm einblendet. Wenn mal also Papierabzüge herstellen will mit Datumseinblendung muss man diese erst aufwendig mit einem Bearbeitungsprogram (z.B. ULEAD oder MAGIX) nachbearbeiten. Klarer Minuspunkt! Außerdem ist nervig, das JVC (angeblich aufgrund Linzenzstreitigkeiten) die Filme nur im proprietären .mod-Format abspeichert. Zwar können mittlerweile die meisten Nachbearbeitungsprogramme dieses Format lesen, aber wer sichergehen will, muss nach dem Überspielen der Filme auf PC diese erst aufwendig von .mod auf .mpeg-Format umbennen. (Ich mache das übrigens mit dem Freeware-Programm bulk-rename, dass sich auch für andere Umbenennungen bestens eignet)
Außerdem nervt der fummelige Linsendeckel. Hier wäre ein automatischer Linsenverschluß sicher besser.
Das Blitzlicht ist für seine Kompaktheit außergewähnlich leistungsstark. Besser wäre aber, wenn es nicht nur als FOTO-Blitzlicht, sondern auch als Video-Leuchte zu verwenden wäre.
Leider ist der An- und Ausschalter so fummelig, das man ihn regelmäßig mehrfach bedienen muss, bis die gewünschte Position erreicht wird. Die Funktion als Diktiergerät ist albern, ich kenne niemanden, der dafür eine sinnvolle Anwendung gefunden hat.
Fazit: Dieses Gerät ist gegenüber herkömmlichen Band-Recordern haushoch überlegen und klarer Sieger beim Preis-Leistungswettbewerb. Wenn die Detail-Verbesserungen in einer Nachfolgeversion umgestzt werden, ist die Note 1+ mit Sternchen sicher ehrlich verdient.
Antworten