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Wea­ra­bles: Smarte Tech­nik zum Anzie­hen

Das Wichtigste auf einen Blick:
  1. smarte Technik, die am Körper getragen wird
  2. Aktivitätstracker informieren über Fitness und Gesundheit
  3. Smartwatches als Smartphone-Ersatz mit großem Funktionsumfang
  4. Sportuhren vor allem für Profis

Fitness-Armbänder tragen auch an schlanken Handgelenken nicht zu sehr auf. (Bildquelle: mi.com)

Die Armbanduhr als modisches Accessoire und einfache Zeitanzeige hat seit dem Smartphone-Zeitalter klar an Beliebtheit verloren. Doch mit dem "Internet der Dinge"-Trend kehren sie als kluge High-Tech-Geräte nun immer mehr zurück an die Handgelenke. Am Markt haben sich inzwischen drei unterschiedliche Gattungen herauskristallisiert, über die Sie im folgenden Text einen Überblick erhalten werden. Eines vorweg: Die Uhrzeit können sie alle anzeigen.

Aktivitätstracker: Schlanke und smarte Gesundheits-Checker

Wenn Sie den günstigen Einstieg in die Welt der Wearables suchen, sollten Sie mit einem Aktivitätstracker anfangen. Günstige Geräte sind teils schon für 20 Euro zu haben und umfangreich ausgestattete Modelle sind ab ca. 40 Euro erhältlich. Die auch häufig als Fitnesstracker oder Fitnessarmband betitelten, schlanken Armbänder messen ihre Körperaktivität und zeichnen diese auf. Sie sind erstklassig darin, an regelmäßige Aktivität zu erinnern und Fortschritte bei der Körperfitness sichtbar zu machen.

Zu der Standardausstattung eines Fitnesstrackers gehört ein Gyrosensor, der über Lageveränderungen des Handgelenks Schrittzahlen und zurückgelegte Strecken ableiten kann und somit das tägliche Bewegungspensum festhält. Hinzu kommt bei den meisten Modellen ein Pulsmesser, der entweder automatisch oder nur auf Befehl misst. Aus diesen Werten lassen sich weitere Fitness-Statistiken ableiten, die in der Regel in zugehörigen Smartphone-Apps abrufbar sind. Mit einem (per Bluetooth) verbundenen Smartphone können die meisten Fitnesstracker auch Benachrichtigungen direkt auf ihren Displays anzeigen. Hersteller wie Huawei, Fitbit und Samsung lassen sich stets neue Funktionen für ihre Fitnesstracker einfallen, die man bislang eher bei vollwertigen Smartwatches gesehen hat.

Trotzdem handelt es sich bei Fitnesstrackern eher um technisch simple Geräte. Die wenig energiehungrige Technik ermöglicht teils enorme Akkulaufzeiten von mehreren Wochen, sofern nicht der Puls durchgängig gemessen wird oder ein integriertes GPS-Modul beim Training ordentlich Strom verlangt.

Smartwatches punkten beim Funktionsumfang. Selbst Telefonie ist teils möglich. (Bildquelle: amazon.de)

Smartwatches: Lifestyle-Computer am Handgelenk

Eine Smartwatch versucht weitestgehend den Griff zum Handy unnötig zu machen: Benachrichtigungen anzeigen und beantworten, schnell mal ein paar Informationen wie Wetter, Nachrichten oder neueste Social-Media-Aktivitäten am Handgelenk durchscrollen oder auch die eigene Fitness im Blick behalten – die Smartwatch macht es möglich. Ähnlich wie bei Smartphones haben sich hier zwei größere Betriebssysteme etabliert, die jeweils einen prall gefüllten App-Store mit Unmengen an Anwendungen bieten. Wear OS ist das Android-Äquivalent von Google, das allen Herstellern prinzipiell zur Verfügung gestellt wird und watchOS ist Apples Eigenlösung für ihre Apple Watch, die ebenfalls bereits viele App-Entwickler hinter sich geschart hat.
Die höhere Komplexität und der große Funktionsumfang erfordert teils neue Lösungen bei der Bedienung. So kommen neben dem üblichen Touchscreens noch Lünetten, Kronen oder Sprachsteuerung zum Einsatz, um der Fülle an Möglichkeiten Herr zu werden. Viele Smartwatches unterstützen inzwischen auch kontaktloses Bezahlen via NFC. Die aufwendige Technik und zusätzliche Komponenten wie das häufig genutzt GPS-Modul fordert allerdings ihren Tribut bei der Akkulaufzeit, weshalb Smartwatches nur etwa so lange durchhalten wie Smartphones.

Sport und Fitness kommen auch bei den raffinierten Hightech-Uhren nicht zu kurz. Die typischen Fitnesstracker-Funktionen sind bei Smartwatches standardmäßig drin. Außerdem haben sie häufiger als Aktivitätstracker auch ein integriertes GPS-Modul, was die Aufzeichnung von Strecken ohne verbundenes Handy möglich macht.

Sportuhren: Profi-Coach für intensives Training

Hier wird es professionell! Wie der Name schon suggeriert, handelt es sich hier vor allem um ein Gadget für aktive Sportler, die ihre Vitalwerte und Trainingsfortschritte so detailliert wie möglich mitverfolgen möchten. Sportuhren sind oftmals recht groß und somit für schlanke Handgelenke ungeeignet, dafür aber auch deutlich widerstandsfähiger als Aktivitätstracker.

Ihren günstigen Kollegen haben sie neben der hohen Robustheit auch beim Funktionsumfang einiges voraus. So gehört hier das integrierte GPS-Modul zum guten Ton und neben dem reinen Tracking ist auch die Nachverfolgung von Trainingsplänen ein häufig gesehenes Feature. Zudem gibt es in der Regel eine detailliertere Bewegungserkennung, weshalb mehr Sportarten akkurat aufgezeichnet werden können. Einige Sportuhren sind gar ganz auf bestimmte Sportarten spezialisiert. So gibt es zum Beispiel Sportuhren für Golfer, die auf dem Display auch eine Übersicht des jeweiligen Golfplatzes und ein Scoreboard anzeigen können.

Die meist hochpreisigen Handgelenks-Boliden unterstützen häufig auch den Funkstandard ANT+, der für Brustgurte und andere Fitnessgeräte, wie zum Beispiel Fahrradcomputer, erforderlich ist.

Zusammengefasst: Welches Gerät für welchen Anwender?

Wearable-TypNutzerprofilVor- und Nachteile
Aktivitäts­tracker / Fitness­trackerGelegenheits­sportler, die auf ihre Gesundheit und Fitness acht geben
  • schlank
  • günstig
  • lange Laufzeit
  • eher geringer Funktions­umfang
Smart­watchesTechnik­begeisterte Digital Natives
  • riesiger Funktions­umfang
  • App-Store und komplexes Betriebs­system
  • Fitness- und Gesundheits­tracking integriert
  • eher kurze Akku­laufzeiten
  • hohes Preisniveau
Sport­uhrenAktive Sportler (In- und Outdoor) mit festen Trainings­plänen
  • genaues Tracking für viele Sportarten
  • oftmals wasser- und staubdicht
  • lassen sich mit anderen Fitness­geräten verbinden (ANT+)
  • hohes Preis­niveau
  • klobige Bauweise


Grafik: Die beliebtesten Hersteller



VR-Brillen bringen frischen Wind in die Gaming-Welt. (Bildquelle: playstation.com)

Wearables für den Kopf? VR, Videobrille, Datenbrille und Co.

Wearables steht für smarte Technik, die man am Körper tragen kann. Auch abseits der Handgelenke gibt es Technik zum Anziehen. Die prominentesten Vertreter sind dabei die VR-Brillen. Virtual Reality ist vor allem unter Videospiel-Fans verbreitet. Die mit speziellen Linsen bestücken Konstrukte erschaffen einen beeindruckenden Tiefeneffekt. In Kombination mit hochpräziser Bewegungssensorik ergibt dies eine bisher unerreichte Immersion.
Was anfangs noch wie ein kurzweiliger Trend wirkte, ist inzwischen millionenfach in den Haushalten von Technikbegeisterten verbreitet. Genau wie bei den Handgelenks-Wearables gibt es auch hier eine große Preisspanne: Von der einfachen Halterung, die Ihr Smartphone als Bildgeber verwendet, bis hin zur von oben bis unten mit Sensoren und Kameras bestückten Hightech-VR-Brille im vierstelligen Preisbereich werden alle Brieftaschen und Ansprüche fündig.

Virtual Reality ist allerdings noch immer mit einigen technischen Hürden behaftet. Die höherwertigen VR-Anwendungen erfordern weiterhin einen per Kabel verbundenen PC und viele VR-Games brauchen viel freie Fläche im Spielzimmer. Auch die Bildqualität ist noch nicht allzu brillant. Die Hersteller machen aber in all diesen Bereichen von Jahr zu Jahr klare Fortschritte.

Neben der eher isolierenden VR-Brille war auch die sogenannte Datenbrille kurzzeitig ein Thema. Die Google Glass wollte digitale Brillen in den Alltag bringen, ist aber an unausgereifter Technik und Datenschutz-Sorgen gescheitert. Eins steht aber fest: Wir haben noch nicht das letzte Mal von der Digitalbrille gehört.