„... Leistungsmangel? Nicht im Quattroporte Diesel. Überhaupt fehlt es den Passagieren nicht an viel. Der Komfort ist ordentlich und viel besser als im sehr sportlichen Vorgänger, das Platzangebot auf S-Klasse-Niveau und das Handling sehr agil. Ungereimtheiten? Nun, die Infotainment-Bedienung über Touchscreen muss man mögen, und das Getriebe harmoniert nicht immer ganz perfekt mit dem Diesel-V6. ...“
„... Die Neutralität entspricht der einer audiophilen Heimanlage und setzt Stimmen oder Naturinstrumente sehr farbenprächtig in Szene. ... Die Bremsen lassen sich gefühlvoll dosieren und kommen wie der bullige V8 (710 Newtonmeter Drehmoment) mit dem Gewicht gut zurecht. Damit gelingt der Spagat zwischen Sportwagen und Chauffeur-Limousine.“
„Der Quattroporte bleibt Komfort-Limousine und Sportwagen zugleich. Für Liebhaber des gepflegten Achtzylinder-Sounds ist er möglicherweise fast zu kultiviert. Aber der V8 kann auch richtig böse tönen. Wer unbedingt Allrad möchte und mit 410 PS zufrieden ist, muss auf den V6 im Sommer warten.“
„... Der erste Eindruck mit dem 3.8-V8 gefällt gut. Die Kraftentfaltung ist sowohl bei sanftem Streicheln als auch beim Durchtreten des Gaspedals gleichmässig und das Ansprechverhalten dabei praktisch verzögerungsfrei. Ein Aufbellen beim Motorstart entfällt, denn die Soundingenieure belassen beim Anlassen die Auspuffklappen geschlossen ...“
„... Als hätte Maserati schon immer Diesel gebaut! In Kombination mit der Achtstufenautomatik von ZF zieht der Selbstzünder kräftig nach vorn. Vom Diesel ist kaum etwas zu hören - geschicktes Soundtuning macht's möglich. Die Bremsen verzögern vehement, das Fahrwerk ist straff ausgelegt, die Lenkung wirkt etwas eckig. ...“
Platz 6 von 6 Getestet wurde: Quattroporte S Q4 3.0 V6 Allrad Automatik (302 kW) [13]
„... Der neu entwickelte Sechszylinder-Biturbo faucht und brüllt, wie es sonst nur Sportwagen können. Dazu passen die blitzschnell schaltende Achtstufenautomatik, die präzise Lenkung und das für entspannte Langstrecken etwas zu hart abgestimmte Fahrwerk. ... Das Cockpit ist von einer zeitlosen Eleganz ... Unterm Strich aber fehlt der Feinschliff, um in diesem starken Testfeld weiter nach vorn zu fahren.“
„... In der gefahrenen Topversion GTS rennt er 307 Spitze, presst und brüllt seine fast zwei Tonnen Gewicht mit einem bei Ferrari gefertigten V8-Biturbo in 4,7 Sekunden auf die 100er-Marke. Der neue 3,8-Liter-Motor giert förmlich nach Drehzahlen, Kraft gibt's ohnehin im Überfluss. ...“
„Ein wenig Angst war schon da, dass ein Biturbo-V6 und der Allradantrieb den neuen Quattroporte zum braven Luxus-Cruiser machen. Doch der sehr geräumige Maserati antwortet leidenschaftlich: Er klingt nicht nur großartig, er fährt sich auch äußerst dynamisch. Nur das mit dem tollen Komfort will noch nicht so recht klappen.“
„Der neue Quattroporte V6 geht kaum schlechter als der V8. Und es gibt ihn mit Allrad, für alle Fälle. So wird er zur charmanten, kompetenten Alternative zu Jaguar XJR, Bentley Flying Spur und Lexus LS 600.“
„... Der von Maserati entwickelte und bei Ferrari gebaute Motor schiebt aus drei Liter Hubraum bis zu 550 Nm Drehmoment. Er harmoniert exzellent mit der ZF-Achtgang-Automatik und der neuen Allradvariante Q4 ... Mit kräftigem Druck wie Sound und tollem Handling festigt der Quattroporte seinen Ruf als besonders emotionale Luxuslimousine. ...“
„Für Europa ist der neue Quattroporte fast zu groß. Doch wenn man ihn in engen Kurven von der Leine lässt, wirkt er so quirlig und agil wie sein Vorgänger. Lob verdient der Italiener auch für die souveränen Fahrleistungen und das gediegene Ambiente. Nur der hohe Preis stört.“
„... Zwar sind 1900 Kilogramm immer noch ein Wort, aber aus der Abstimmung von Fahrwerk, Lenkung und Bremsen sowie der idealen Balance von exakt 50 Prozent der Gesamtmasse auf jeder Achse resultiert eine verblüffende Handlichkeit. Der Quattroporte vermittelt in keiner Situation das Gefühl, eine beleibte Luxuslimousine um die Kehren wuchten zu müssen ...“
„... Im Maserati darf der Fahrer noch wirklich selbst fahren, wird nicht von irgendwelchen elektronischen Heinzelmännchen chauffiert. Auch wenn sich der Quattroporte zwischen Kühlergrill und Auspuffrohr auf S-Klasse-Größe streckt - aus Fahrersicht schrumpft er, bereitet so viel Freude wie ein flinker Sportwagen. ...“
Allradantrieb und sechs Zylinder in V-Anordung sind die herausragenden Merkmale des neuen Maserati Quattroporte. Mag die Konkurrenz auch überwiegend mit zwei Brennkammern mehr antreten - ein Mangel an Leistung ist dem Italiener nicht vorzuwerfen.
Gute Fahrwerte, hohes Gewicht
Die 410 PS (302 kW), die der 6-Zylinder mit Biturbo-Aufladung über eine achtstufige Automatik abgibt, reichen für ein Spitzentempo von 283 Stundenkilometern und eine Beschleunigung auf 100 Stundenkilometer innerhalb von 4,9 Sekunden. Der 1,9 Tonnen schwere Viertürer konsumiert dabei im Idealfall 10,5 Liter Super (EU-Mix, Werksangabe), wähernd der Bordcomputer im Fahrtest der „Auto Zeitung“ 13,5 Liter ausgab.
Federungskomfort strittig
Das Fahrwerk erntet unterschiedliche Kritiken: Während die „Auto Bild“ bemängelt, dass es nicht alle Unebenheiten wegbügele, erfreut sich die „Auto Zeitung“ am „feinen Federungskomfort“. Beide Zeitschriften meinen hingegen übereinstimmend, dass die Lenkung etwas direkter hätte ausfallen können. Der Allradantrieb geht unauffällig zu Werke und mutiert mit steigendem Tempo immer mehr zum Hinterradantrieb. Die stattlichen rund 108.000 EUR, die Maserati für den Quattroporte S Q4 verlangt, rechtfertigt der Hersteller mit der guten Ausstattung, der Geräumigkeit und dem emotionalen Fahrerlebnis, das bei der Konkurrenz so nicht zu finden sein soll.
Rasante Sportlimousine - jetzt größer und leichter
Der neue Quattroporte zielt auf die Kundschaft, die auch an einer 600er S-Klasse von Mercedes oder einem Audi A8 W12 Gefallen finden könnte. Die Fahrleistungen sind entsprechend. Bei der Ausstattung verzichtet Maserati bewusst auf Assistenzsysteme, die von vielen Interessenten als bevormundende Fahrhilfen empfunden werden könnten.
Biturbo leistet 530 PS
Ein Sportwagen mit vier Türen hat bei dem italienischen Hersteller lange Tradition. Schon 1963 produzierte einen Maserati einen Quattroporte, der von einem 4,2-Liter-Achtzylinder angetrieben wurde. Seine 260 PS ermöglichten Fahrleistungen, die damals als sensationell galten. Das heutige Aggregat schöpft mehr Pferdestärken aus weniger Hubraum. 530 PS (390 Kilowatt) stellt der 3,8-Liter-Biturbo bei 6500 Umdrehungen bereit. Damit lässt sich eine Höchstgeschwindigkeit von 307 Stundenkilometer realisieren, und Tempo 100 ist aus dem Stand nach 4,7 Sekunden erreicht. Der Gangwechsel erfolgt automatisch in acht Abstufungen. Testfahrer der Auto Bild zeigten sich von der Performance des Wagens begeistert.
Dezent gestalteter Innenraum
Im Gegenzug zur Bewegung von Tachometer und Drehzahlmesser bewegt sich der Benzinanzeiger schnell in Richtung Reserve. Als Verbrauch gibt die Fiat-Tochterfirma knapp 12 Liter auf 100 Kilometer an, was als optimistisch gelten darf. Der Innenraum ist zurückhaltend-konservativ gestaltet und das Cockpit auf wenige Bedienelemente reduziert. Leder und Holz prägen das Interieur.
Wachstum trotz Diät
Mit 1900 Kilogramm ist der neue Quattroporte etwas leichter geworden, obwohl seine äußeren Dimensionen zugenommen haben. Sein unmittelbarer Vorgänger wiegt leer 90 Kilogramm mehr, ist aber trotzdem 16,6 Zentimeter kürzer. Leichtbauweise macht die Gewichtsersparnis möglich, und eine gleichmäßige Lastverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse trägt ihren Teil zum guten Handling bei. Es ist Maserati gelungen, die schnelle Sportlimousine nochmals zu verbessern. Mit rund 145.000 EUR wird der Quattroporte aber ein exklusives Produkt und eine Seltenheit auf den Straßen bleiben.