Stärken
Schwächen
Hartschalenkoffer im Vergleich: Besserer Schutz für den Inhalt, aber nicht unbedingt wasserdicht
Von einem Hartschalenkoffer erwartet man vor allem eine hohe Belastbarkeit, insbesondere gegen Druckschäden. Auch preisgünstige Modelle bieten hier oft gute Leistungen, solange Belastungen nur auf den Außenflächen auftreten, wie der aktuellste Koffertest der Stiftung Warentest (Ausgabe 4/2021) zeigt, in dem 18 Modelle geprüft wurden.
Bei Falltests offenbart sich jedoch ein anderes Bild: Günstige Hartschalenkoffer schneiden hier deutlich schlechter ab als höherpreisige Varianten – beim Aufprall aus einem Meter Höhe können Rollen abreißen und im schlimmsten Fall klafft ein Loch im Kofferboden. Im Gesamtergebnis des Tests erreichte unter allen sieben geprüften Hartschalenkoffern nur ein einziges Modell die Note „Gut": der Rimowa Essential Trunk Plus. Drei weitere erhielten „Befriedigend", die übrigen drei nur „Ausreichend".
Hartschalenkoffer bieten generell einen besseren Schutz gegen Regen als textile Modelle. Dennoch kann Feuchtigkeit via Teleskopgriff oder Reißverschluss in den Innenraum gelangen. Besonders preiswerte Varianten weisen hierbei Schwächen auf.
Schadstoffprüfung bei Hartschalenkoffern: Wie unbedenklich sind sie?
Schadstoffbelastungen sind beim Kauf von Reisekoffern ein ernstzunehmendes Thema, das alle Preisklassen betreffen kann. Im Koffertest der Stiftung Warentest (4/2021) erhielten drei Modelle das Urteil „Mangelhaft" allein wegen zu hoher Schadstoffgehalte in den Tragegriffen – darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die krebserregend wirken, das Erbgut verändern oder ein Ungeborenes schädigen können. Betroffen waren bei diesem Test Weichschalen- und Rollreisetaschen; grundsätzlich gilt jedoch: Erhöhte Schadstoffkonzentrationen in Griffen und Materialien kommen in allen Preisklassen vor, auch bei Markenprodukten. Stiftung Warentest empfiehlt, betroffene Koffer zurückzugeben.Welches Material ist am geeignetsten? Polycarbonat, Polypropylen, ABS oder Aluminium?
Im letzten großen Koffertest der Stiftung Warentest belegten Modelle aus Polycarbonat die vorderen Plätze. Polypropylen gilt ebenfalls als robust und schlagfest, ABS ist günstiger, jedoch etwas weniger widerstandsfähig. Aluminium ist langlebig und hochwertig, bringt aber ein vergleichsweise hohes Eigengewicht mit sich. Als innovatives Material gilt zudem CURV (aus Endlosfasern gepresstes Polypropylen-Gewebe): Es ist besonders leicht, kratzfest und wasserabweisend, wird aber bislang nur von wenigen Herstellern eingesetzt. Durch moderne Materialentwicklungen haben sich die Gewichtsunterschiede zwischen Hartschale und Weichschale deutlich angeglichen.Praktische Tipps aus Tests und Anwendererfahrungen: Nützliche Extras für einfacheres Reisen
- Ein TSA-Schloss, das Zollbehörden ohne Zahlencode öffnen können, ist bei Markenkoffern heute fast Standard – erkennbar am roten TSA-Symbol. Wer in die USA reist, sollte unbedingt auf ein TSA-Schloss achten, da andernfalls der Koffer zur Durchsuchung aufgebrochen werden kann.
- Hartschalenkoffer mit erweiterbarem Fassungsvermögen bieten mehr Stauraum, falls die Packliste länger ausfällt.
- Bei Koffern, deren Teleskopgriff im Inneren des Gehäuses verschwindet, besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit durch die Öffnungen eindringt. Unser Tipp: Entscheiden Sie sich für Modelle mit außenliegendem Gestänge. Beispiele finden Sie bei Stratic, Roncato oder Samsonite. Zusätzlich verbessern wasserabweisende Reißverschlüsse – oft an einem gummierten Band erkennbar – den Schutz gegen Nässe.
- Da viele Airlines Gewichtsbeschränkungen haben, ist es sinnvoll, auf das Eigengewicht des Koffers beim Kauf zu achten. Modelle mit vier frei drehbaren 360°-Rollen (sogenannte Spinner) sind wendiger und entlasten das Handgelenk beim Ziehen erheblich.
Welche Marken überzeugen in den Testergebnissen?
Ein hoher Kaufpreis garantiert nicht zwingend beste Qualität – umgekehrt gilt das aber ebenfalls: Im Koffertest 2021 der Stiftung Warentest war der Rimowa Essential Trunk Plus der einzige Hartschalenkoffer mit der Note „Gut" (2,2). Er überzeugte durch solide Verarbeitung, Schadstofffreiheit, leise Rollen und Regenbeständigkeit – lediglich Griffe und Riemen bestanden den Dauertest nicht vollständig. Das Modell selbst ist inzwischen nicht mehr im Handel erhältlich, die Rimowa-Essential-Serie wird jedoch weitergeführt. Tests zeigen darüber hinaus, dass bereits gute Hartschalenkoffer unter 100 Euro erhältlich sind. Wer allerdings Wert auf Extras wie absolut wasserdichte Reißverschlüsse, besonders geräuscharme Rollen oder ein edles Design legt, muss oftmals mehr investieren.(Zum Sortieren klicken Sie bitte auf die Spaltenüberschrift.)


























