Das Wichtigste auf einen Blick:
- Tarif-Wirrwarr: wichtig, exakt zu wissen, welches Gepäckmaß an Bord erlaubt ist
- Sicherer Standard: Limit für Handgepäckstücke bei 55 x 40 x 20 cm (inkl. Rollen, Griffe & Co)
- Tipp: Textilkoffer lassen sich am Handgepäckrahmen im Check-In noch ein wenig zusammendrücken
- Tests: prüfen Handhabung, Verarbeitung und Belastbarkeit,
Praktisch: Die Rollen des U-Lite von Delsey lassen sich am Check-in-Schalter unkompliziert abnehmen. (Bild: amazon.de)
Der Fokus auf die Größe des Handgepäcks hat vor allem durch Billigflieger wie Ryanair an Bedeutung gewonnen. Diese Airlines sind bekannt dafür, beim Boarding sehr genau auf die erlaubten Maße zu achten und Gepäckstücke, die nur minimal größer sind, nicht mit an Bord zu lassen. Auch der 2015 von der IATA angestoßene Vorschlag, Handgepäck künftig kleiner zu halten, unterstreicht, wie wichtig es geworden ist, exakt zu wissen, welches Gepäckmaß an Bord erlaubt ist.
Verwirrung um Handgepäckmaße durch IATA und Fluggesellschaften
Vorweg sei gesagt: Aufgrund zahlreicher Beschwerden von Passagieren hat die IATA ihren ursprünglichen Plan mittlerweile fallen lassen. Gemeinsam mit Flugzeugherstellern und Airlines hatte man ursprünglich ein Standardmaß von maximal 55 x 35 x 20 cm empfohlen – was besonders für Besitzer hochwertiger, bisher zugelassener Kabinenkoffer ein Problem hätte darstellen können. Vielflieger, insbesondere Geschäftsreisende, möchten ihre Zeit gerne am Gate sparen und preisbewusste Urlauber bevorzugen das Handgepäck, um zusätzliche Check-In-Gebühren zu vermeiden. Obwohl die erlaubten Maße wieder größer sind, herrscht dennoch Unsicherheit darüber, welches Volumen wirklich garantiert an Bord genommen wird.Wichtige Neuregelung: Handgepäck-Gebühren bei Billigfliegern
Ein bedeutender Einschnitt für Reisende: Seit Juni 2025 dürfen EU-Airlines Gebühren für größere Handgepäckstücke erheben. Ryanair, Wizz Air und Easyjet haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Konkret bedeutet das: Bei Ryanair ist nur noch eine kleine Tasche (max. 40 x 25 x 20 cm) kostenfrei an Bord erlaubt; wer einen Trolley (55 x 40 x 20 cm, max. 10 kg) mitnehmen möchte, muss Priority Boarding dazu buchen – online ab ca. 6 Euro, am Gate bis zu 60 Euro. Bei Wizz Air und Easyjet gilt eine ähnliche Logik. Wer also mit Billigfliegern reist, sollte die aktuellen Tarifbedingungen vor der Buchung genau prüfen und Priority gegebenenfalls vorab online buchen, um erhebliche Mehrkosten am Gate zu vermeiden.Hartschalen- vs. Textiltrolleys im Handgepäck
Besonders bei Kabinentrolleys herrscht große Uneinigkeit: Zur Messung der Größe – orientiert sich diese an Griff, Rollen und Außentaschen (wie bei Textiltrolleys) oder wird nur das Hauptgehäuse berücksichtigt? Airlines messen grundsätzlich das Gesamtmaß inklusive Rollen, Griff und Außentaschen. Ein nominell 55 cm hoher Koffer mit 3 cm Rollen misst effektiv 58 cm – und kann damit abgewiesen werden. Wie streng Airlines bei geringfügigen Überschreitungen sind, variiert stark. In zahlreichen Reise-Communities liest man, dass die Annahme eines Trolleys am Gate von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft erheblich abweichen kann. Viele Vielreisende bevorzugen daher weichere Materialien, die sich bei Bedarf etwas zusammendrücken lassen und gegenüber den starren Hartschalenkoffern Vorteile bei knappen Vorgaben bieten.Aktuelle Bestimmungen der Airlines für Handgepäck
Der sichere Standard, den fast alle Airlines weltweit akzeptieren, ist 55 x 40 x 20 cm (inklusive Rollen und Griffe). Zum Überblick über wichtige Fluggesellschaften: Lufthansa, Swiss, Eurowings, Norwegian und Scandinavian Airlines erlauben Handgepäck bis maximal 55 x 40 x 23 cm. Ryanair akzeptiert 55 x 40 x 20 cm, allerdings nur mit Priority Boarding; ohne Priority ist nur eine kleine Tasche (40 x 25 x 20 cm) kostenfrei. TUIfly erlaubt nur eine kleine Tasche (40 x 30 x 20 cm) kostenfrei; größeres Handgepäck muss separat gebucht werden. British Airways und Easyjet erlauben maximal 56 x 45 x 25 cm, bei Easyjet aber nur mit Speedy Boarding oder Upfront-Sitz. KLM und Air France orientieren sich mit 55 x 35 x 25 cm an eigenen Vorgaben. Bei American Airlines, Emirates oder Singapore Airlines gelten teils abweichende Maße. Da sich Handgepäckvorschriften jederzeit ändern können, empfiehlt es sich unbedingt, vor jeder Reise bei der jeweiligen Airline die aktuellen Vorgaben zu überprüfen.Hinweis zu Flüssigkeiten im Handgepäck: Die kurzzeitig geplante Lockerung der 100-ml-Regel für Flüssigkeiten im Handgepäck – die durch neue CT-Scanner an Sicherheitskontrollen ermöglicht werden sollte – wurde im September 2024 vorerst wieder ausgesetzt, nachdem technische Fehler bei bestimmten Scannern bekannt wurden. Es gilt damit weiterhin die bekannte 100-ml-Regel: Flüssigkeiten dürfen nur in Behältern von maximal 100 ml und in einem transparenten, wiederverschließbaren 1-Liter-Beutel mitgeführt werden. Powerbanks müssen zwingend im Handgepäck transportiert werden (im Aufgabegepäck verboten); erlaubt sind bis zu zwei Stück mit maximal 100 Wattstunden (ca. 27.000 mAh).

























