Das Wichtigste auf einen Blick:
- Stiftung Warentest (zuletzt 2022): Alle gemessenen Geräte weit unter den gesetzlichen Grenzwerten (BImSchG)
- Analoges Funken gilt als strahlungsärmer, aber: schlechtere Klangqualität, keine Verschlüsselung, geringere Reichweite
- DECT und FHSS (digital) strahlen stärker, bieten aber mehr Komfort und Zuverlässigkeit
- VOX-Modus (Einschaltautomatik): Gerät funkt nur bei Geräuschen, reduziert Sendezeit erheblich
- Eco-DECT: Sendeleistung wird automatisch an die Entfernung angepasst, nie stärker als nötig
- Abschaltbare Reichweitenprüfung verhindert Dauersenden auch im Ruhebetrieb
Im ECO-Modus (auch Full-Eco genannt) ist die Reichweitenprüfung vollständig abgeschaltet. Sowohl am Eltern- als auch am Babygerät muss der Modus aktiv sein, damit keine Dauerstrahlung ausgeht. (Bild: reer.de)
Über 90 Prozent der Eltern wünschen sich laut Umfragen ein strahlungsarmes Babyphone. Der Wunsch ist verständlich, doch ein Babyphone ganz ohne elektromagnetische Felder gibt es nicht: Jedes Gerät, das funkt, erzeugt Strahlung. Die entscheidende Frage ist daher nicht ob, sondern wie viel und wie dauerhaft.
Was sagen die Testinstitute zur Strahlung?
Die beiden wichtigsten Testmagazine kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen. Stiftung Warentest maß in seinen Babyphone-Tests (zuletzt 2022, mit Ergebnissen für 46 Geräte seit 2018) die elektrische Feldstärke aller Modelle und gab Entwarnung: Keines der geprüften Geräte kam auch nur in die Nähe der gesetzlich zulässigen Grenzwerte nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Der praktische Tipp der Testredaktion: Je größer der Abstand des Babyphones vom Bettchen, desto geringer die Feldstärke.Öko-Test hingegen bewertet Babyphones strenger und aus dem Blickwinkel des vorbeugenden Verbraucherschutzes. Im bislang letzten Öko-Test (2018) erhielt nur das analoge Angelcare AC423-D das Urteil „sehr gut“– alle anderen Modelle wurden wegen erhöhter Strahlungswerte abgewertet. Diese unterschiedliche Bewertungsphilosophie sollten Eltern bei der Einordnung von Testergebnissen im Kopf behalten.
Ein anerkanntes, unabhängiges Gütesiegel für strahlungsarme Babyphones ist der Blaue Engel (Zeichenstandard DE-UZ 125). Geräte mit diesem Siegel erfüllen nachgewiesene Mindestanforderungen an strahlungsarmen Betrieb.
Welche Funktechnologien stecken in Babyphones?
Die meisten Babyphones senden mit digital gepulsten Funktechnologien – entweder DECT (wie bei Schnurlostelefonen) oder FHSS (Frequenzsprungverfahren). Analoge Geräte sind seltener geworden; sie senden mit geringerer Leistung und gelten als weniger belastend, haben aber Nachteile: unsichere Übertragung, mögliche Abhörgefahr durch Nachbargeräte und eine geringere Klangqualität.Entscheidender als die Funktechnologie selbst ist jedoch, ob ein Gerät dauerhaft sendet oder nur dann, wenn es etwas zu übertragen gibt. Hersteller moderner digitaler Babyphones nutzen genau diese Möglichkeit für einen strahlungsärmeren Betrieb.
Stromversorgung der Babyeinheit: Akku kann helfen, muss aber nicht
Sender, die auf der Babyseite mit Akkus oder Batterien betrieben werden, können weniger elektromagnetische Belastung erzeugen – etwa, weil sie mit geringerer Sendeleistung arbeiten. Das gilt aber nur in Kombination mit den richtigen Betriebsmodi; die Stromquelle allein ist kein verlässliches Kriterium. Weitere Faktoren überlagern diesen Aspekt deutlich.VOX-Modus und Eco-DECT: Funken nur, wenn es nötig ist
Viel wichtiger als die Technologiefrage ist, ob ein Babyphone dauerhaft sendet oder bedarfsgesteuert. Hier helfen zwei Funktionen:Der VOX-Modus (auch Einschaltautomatik oder Geräuschaktivierung genannt) aktiviert die Funkverbindung nur, wenn der Sensor ein Geräusch – oder bei Babyphones mit Kamera eine Bewegung – registriert. Danach fällt das Gerät wieder in den Ruhemodus. Das reduziert die Sendezeit erheblich. Modelle mit variabler Geräuschschwelle ermöglichen es, den Auslöser individuell einzustellen; so werden nicht jedes Glucksen, Schritte im Flur oder ein vorbeifahrendes Auto übertragen.
Eco-DECT bezeichnet eine bedarfsgerechte Leistungsregelung: Die Sendestärke wird automatisch an die Entfernung zwischen Eltern- und Babyeinheit angepasst. Es wird also nie stärker gefunkt als nötig.
Achtung bei Herstellerbegriffen: „Smart Eco“ oder ähnliche Bezeichnungen klingen nach bedarfsgerechter Funkstrahlung, sind aber nicht einheitlich definiert. Ein „Eco-Mode“ weist zwar auf eine abschaltbare Dauerverbindung hin, garantiert aber nicht, dass dieser Modus auf beiden Einheiten aktiviert ist.
Abschaltbare Reichweitenprüfung: das wichtigste Merkmal
Als besonders strahlungsarm gilt ein Babyphone dann, wenn sich die Reichweitenprüfung vollständig abschalten lässt. Denn für die Verbindungsanzeige – also um der Elterneinheit laufend zu signalisieren, dass die Verbindung steht – sendet das Babyphone dauerhaft, auch wenn kein Ton zu übertragen ist. Diese Dauerverbindung ist die häufigste Ursache für unnötige Strahlung im Kinderzimmer.Wer drinnen oder in Räumen mit stabiler Verbindung ist, braucht diese Funktion ohnehin nicht. Im sogenannten Full-Eco-Modus, den einige Hersteller anbieten, wird die Reichweitenprüfung komplett deaktiviert. Wichtig: Dieser Modus muss sowohl am Eltern- als auch am Babygerät aktiv sein, damit er wirkt.


























