Das Wichtigste auf einen Blick:
- chemische Mittel wirksamer als natürliche Alternativen
- nicht jedes Mittel ist für jedes Tier geeignet
- Kinder sollten Kontakt mit Wirkstoffen vermeiden
- Mittel zum Auftragen auf die Haut (Spot-On), zum Einnehmen (Tabletten)
- Kombipräparate für Mehrfachschutz (Zecken, Würmer, Flöhe, Milben)
Mit dem Frühling erwacht das Ungeziefer erneut, und damit steigt die Gefahr, dass Menschen und ihre Haustiere von Zecken befallen werden. Besonders Hunde, die gern durchs Unterholz streifen, sind davon betroffen. Nicht jedes Hausmittel hält, was es verspricht, und schützt zuverlässig vor einem Zeckenbiss. Oft bleibt dem Hundehalter nur der Griff zu chemischen Mitteln – doch auch hier ist Vorsicht geboten.
Welches Mittel wirkt am effektivsten gegen Zecken?
Der wichtigste Wirkstoff im Kampf gegen Zecken beim Hund ist das Insektizid Permethrin, das sowohl als Kontaktgift als auch als Fraßgift wirkt. Dieser vergleichsweise gut verträgliche Stoff wird auch bei Läusebefall beim Menschen eingesetzt und ist besser verträglich als viele Pyrethrum-basierte Präparate. Für Hunde sind verschiedene Darreichungsformen erhältlich, darunter Puder, Sprays, Shampoos, Emulsionen und Lösungen.
Spot-On-Anwendungen mit Zeckenschutzmitteln sind sehr effektiv, bestehen jedoch aus giftigen Substanzen. (Bildquelle: frontline.de)
Verabreichen Sie Katzen niemals Zecken- und Flohmittel, die für Hunde bestimmt sind! Oft enthalten diese Produkte eine hohe Konzentration an Permethrin, die für Katzen giftig ist. Im schlimmsten Fall kann es tödlich enden. Wenn Sie Katzen und Hunde gemeinsam halten, sollten Sie nach der Behandlung der Hunde mit solchen Mitteln einen engen Kontakt zwischen den Tieren für mindestens vier Stunden vermeiden.
Das Auftragen an einer speziellen Stelle im Nacken (bekannt als Spot-on) ist deutlich wirksamer als die herkömmlichen Flohhalsbänder. Innerhalb einer Stunde werden meist alle Parasiten abgetötet, und der Schutz hält mehrere Monate. Beispielsweise enthält die chemische Lösung Exspot Permethrin. Die Behandlung muss alle vier Wochen wiederholt werden, bietet dafür aber auch Schutz gegen Flöhe.
Jedoch ist der Wirkstoff nicht völlig ungefährlich. Das Pestizid gilt als gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Für Menschen hat das Biozid eine geringgradig toxische, also giftige Wirkung. Bei falscher Dosierung kann auch der Hund darunter leiden, was sich in Juckreiz und Haarausfall äußern kann.
Früher wurden Präparate wie Frontline und Exspot ausschließlich vom Tierarzt verschrieben, mittlerweile sind sie auch in Apotheken erhältlich. Ein Nachfolgeprodukt von Frontline heißt Broadline.
Orale Mittel als moderne Alternative: Isoxazolin-Kautabletten
Neben Spot-on-Präparaten und Halsbändern haben sich in den letzten Jahren Kautabletten auf Basis von Isoxazolinen als weitere Wirkstoffgruppe etabliert. Bekannte Vertreter sind Bravecto (Fluralaner, Wirkdauer 3 Monate), NexGard (Afoxolaner, monatlich) und Simparica (Sarolaner, monatlich). Diese Mittel werden über das Blut im gesamten Körper verteilt; Flöhe und Zecken sterben nach dem Biss durch den Wirkstoff ab. Ein Vorteil dieser Darreichungsform: Da der Wirkstoff systemisch wirkt, besteht kein Kontaktrisiko für Kinder oder Katzen über das Fell des Hundes.Nachteilig ist jedoch, dass diese Präparate keine abschreckende (repellierende) Wirkung haben – die Zecke muss sich erst festsaugen, bevor sie getötet wird, sodass eine Erregerübertragung in den ersten Stunden nach dem Ansaugen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Außerdem wurden in sehr seltenen Fällen neurologische Nebenwirkungen wie Muskelzittern oder Krampfanfälle berichtet; bei Hunden mit bekannter Epilepsie sollten diese Mittel nur nach tierärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Alle Isoxazolin-Präparate sind verschreibungspflichtig und nur beim Tierarzt erhältlich.
Vorbeugend mit Halsbändern – Wirkungsgrad variiert
Halsbänder können präventiv eingesetzt werden, da sie das Tier für Zecken und andere Plagegeister unattraktiv machen. Diese Halsbänder müssen fortlaufend getragen werden und sollten ausgetauscht werden, sobald ihre Wirkung nachlässt. Ihr Hund kann trotz Halsband problemlos baden gehen. Das chemische Wirkprinzip basiert auf einer vierfachen Wirkung: Es schreckt Zecken ab (Repellent), verhindert das Saugen (Anti-Feeding), lähmt die Parasiten (Knock-down) und tötet sie schließlich (letal).
Halsbänder, die mit Kontaktgiften getränkt sind, bieten eine weitere Methode gegen Zecken. (Bildquelle: amazon.de)
Als Wirkstoff kommt Deltamethrin zum Einsatz, ein Insektizid und Nervengift, das vom Halsband auf das Fell verteilt wird. Der Hund nimmt das Mittel nur minimal auf. Dennoch sind Halsbänder für Welpen unter sieben Monaten nicht geeignet, und auch der Kontakt von Kleinkindern mit dem Band sollte vermieden werden. Bei Hautverletzungen empfiehlt sich keine Anwendung. Wie bei allen Mitteln sollten Sie sorgfältig abwägen, ob Sie es für Ihr Tier verwenden möchten. Allerdings schützt es vor vielen durch Zecken übertragbaren Krankheiten.
Wie gut wirken natürliche Mittel gegen Flöhe und Zecken?
Einige Hundebesitzer setzen darauf, ihrem Vierbeiner Knoblauch ins Futter zu mischen. Das ist jedoch ein Irrtum, da Knoblauch für Hunde giftig ist! Andere reiben das Fell mit ätherischen Ölen ein.Es gibt Abwehrkonzentrate, die regelmäßig an Ohr oder anderen Körperstellen einmassiert werden, um den Körpergeruch zu verändern. Zecken und Flöhe mögen diesen Geruch nicht und meiden so das Tier. Enthalten sind häufig Lavendel-, Jojoba-, Geranium- oder Teebaumöl. Letzteres darf jedoch nicht ins Auge gelangen. Manche schwören auch auf Bernsteinketten und ähnliche Produkte, deren Wirkung wissenschaftlich jedoch nicht belegt ist.
Auch natürliche Zecken- und Flohmittel können Ihren Tieren schaden oder sogar giftig sein. So ist beispielsweise Teebaumöl für Katzen toxisch, und Knoblauch für Hunde. Welche Lebensmittel für Hunde ebenfalls gefährlich sind, können Sie in unserem Hundefutter-Ratgeber nachlesen.




















