Unter dem Brand Blu:s vertreibt die Karcher Unternehmensgruppe neben unter anderem MP3-Playern und Audiogeräten auch drei Navigationssysteme, die allesamt in die Kategorie „Preisbrecher“ fallen. Unter ihnen ist das Blu:s Species 7:20 das neueste Modell, das für knapp 75 Euro zum Beispiel über Amazon vertrieben wird oder zum Teil noch günstiger bei eBay ersteigert werden kann. Nicht selten bekommt man das Navi auch als Zugabe zu einem Handyvertrag oder als Werbeprämie, etwa zu einem Zeitschriftenabo.
Aus Ermangelung an Tests zum Species 7:20, und weil im Netz auch keine Erfahrungsberichte über das Gerät zu finden sind, fällt eine Einschätzung des Gerätes schwer. Die technische Ausstattung jedenfalls macht unmissverständlich klar, dass sich das Gerät vor allem an Gelegenheitsfahrer wendet. Es kommt ohne Stauinformationsdienst (TMC) aus, bietet keinerlei Komfortfunktionen zur Navigation (wie zum Beispiel einen Fahrspurassistenten), kann aber dafür Bilder und Dateien im .txt-Format anzeigen. Der einzige Luxus des Navis sind eine Tag-/Nachtansicht sowie die von 2D- auf 3D umschaltbare Kartenansicht, wobei sich das Kartenmaterial auf Deutschland, Österreich und die Schweiz begrenzt (DACH). Laut Herstellerseite sind aber auch Europakarten optional erhältlich – ein Preis ist jedoch nicht angegeben.
Der asketische Funktionsumfang des Species 7:20 muss jedoch nicht unbedingt bedeuten, dass es in Sachen Routenberechnung und Navigation notwendigerweise eine schlechte Performance abliefert – doch leider liegen darüber, wie gesagt, keinerlei Informationen vor. Die Bildschirmgröße beträgt 3,5 Zoll, und bedient wird das Gerät über einen Touchscreen mithilfe eines Stylus oder per Finger. Eine Kfz-Halterung ist im Preis ebenfalls schon inbegriffen.
Dass das Species 7:20 seinen Besitzer mehr oder weniger gut von A nach B lotsen wird, wird als ausgemacht gelten dürfen, da die Navitechnik selbst in preiswerten Geräten ausgereift ist. Allerdings ist die Preisdifferenz zu den günstigsten Navis renommierter Hersteller oder zu bereits getesteten Billignavis wie etwa den Modellen von Navgear nicht all zu groß. Ob man als Käufer deswegen das Wagnis unbedingt eingehen sollte, ein Navi eines vollkommen unbekannten Anbieters sich zuzulegen, ist daher selbst bei strengen Budgeterwägungen fraglich.
01.02.2010



