Sicherlich. Wenn Entscheidungsnot Ihr Thema ist und Sie auf das Portemonnaie achten müssen, ist ein Kinderdrehstuhl der Gattung „hjh Kiddy Lux“ nicht die schlechteste Wahl. Mit seinen Fußballmotiven und farbigen Designs sieht er top aus. Er ist höhenverstellbar und wirkt tatsächlich ein wenig luxuriös mit seinen dicken Sitzpolstern und der breiten Rückenlehne. Alle anderen sollten aber bedenken, dass Stühle wie dieser (bei Amazon rund 60 Euro) nicht viel mit Luxus zu tun haben.
Eltern loben vor allem Design, Aufbau und Stoffbezug
Zumindest gilt dies dann, wenn Sie auch in punkto Ergonomie eine Topleistung von einem Luxusstuhl erwarten. Und hier lässt der Kiddy Lux viele Punkte liegen. An vorderster Front steht sein Verzicht auf eine Sitzflächenverstellung, wie Warentester sie stoisch anmahnen. Denn nur wenn die Sitztiefe verstellbar ist, können Kleine wie Große ergonomisch gut darauf sitzen. Das Datenblatt schweigt jedenfalls hierzu und auch aus Nutzermeinungen ist nichts Erhellendes zu erfahren. Eltern loben nur die leichte Montage, das Design, den angenehmen Stoff und die bessere Konzentration ihres Kindes aufgrund der bequemen Sitzfläche – mehr aber auch nicht.
"Lux" meint hier allenfalls Selbstverständlichkeiten
Doch genau betrachtet hat der Lux nichts zu bieten, was über diese eher äußeren Aspekte hinausgeht. Allenfalls zwei Stärken hindern ihn daran, sein Klassenziel komplett zu verfehlen. Dazu gehören die lastabhängig gebremsten Sicherheitsrollen, die nur bei Belastung zu rollen beginnen – und so vor dem versehentlichen Wegrollen beim Aufstehen und Hinsetzen schützen. Zum anderen ist er ein echter Zielgruppentreffer für Leute, die einen tolerablen Grundschüler-Drehstuhl für kleines Geld suchen. Leider teilt er auch noch die typischen Schwächen dieses Preissegments: Leichte haben Probleme, sich die Sitzhöhe selbst einzustellen, da die Feder erst bei höherem Körpergewicht auslöst.
Bei diesem Preis nicht viel zu erwarten
Daher an dieser Stelle kein klarer Kauftipp, nur eine Abwägung: Für diesen Preis ist nicht viel mehr zu erwarten, wie auch etliche Nutzer in ihren Kaufrezensionen formulieren. Auch Warentester verweisen auf das Prinzip der höheren Ausgabe für mehr Qualität (Ökotest 10/2015). So müssen Sie etwa für einen Kettler Berri (Öktotest-Urteil „gut“) oder Paidi Pepe (Ökotest-Urteil „sehr gut“) rund das Vierfache im Budget zurechtlegen, für Spitzenprodukte wie den Moll Maximo 15 wird ein Hartz-IV-Empfänger einen Monat lang ohne sonstige Ausgaben leben müssen. Die meisten Modelle unter 100 Euro sind (leider) typische Vertreter des unteren Feldes von Drehstuhl-Ranglisten.