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Schwächen
Bildquelle: Mat Coulton / Pixabay
Getreidefreies Trockenfutter für Hunde liegt im Trend. Wissenschaftlich belegt ist es jedoch nicht, dass solches Futter grundsätzlich gesünder ist als Futter mit Getreide. Oft werden dabei auch „glutenfrei" und „getreidefrei" fälschlich gleichgesetzt. Für Hunde mit nachgewiesener Überempfindlichkeit gegen bestimmte Eiweiße – etwa Gluten – kann getreidefrei allerdings tatsächlich die bessere Wahl sein.
Was ist artgerechte Hunde-Ernährung?
Hunde stammen vom Wolf ab, sind aber keine reinen Fleischfresser. In der Natur fressen sie auch Pflanzenteile und Getreide – etwa über den Mageninhalt ihrer Beute. Hunde sind Allesfresser. Durch Jahrtausende an der Seite des Menschen hat sich ihr Verdauungstrakt weiterentwickelt, sodass sie Kohlenhydrate (Stärke) gut verwerten können.Eine ausgewogene Hunde-Ernährung enthält daher Fett, Proteine aus tierischen und pflanzlichen Quellen, Kohlenhydrate als schnelle Energielieferanten sowie Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora.
Welches Getreide steckt in Hunde-Trockenfutter?
Trockenfutter enthält in der Regel einen Kohlenhydratanteil von unter 60 Prozent. Mehr wäre problematisch: Zu viel Stärke kann bei Hunden Durchfall verursachen. In Maßen ist Stärke aber wertvoll – sie liefert Energie, und als Ballaststoff unterstützt sie die Verdauung.Die Industrie setzt Getreide als pflanzliche Proteinquelle ein, häufig in Form von Mehl oder Flocken. Diese Vorbehandlung macht die Stärke besser verdaulich – das Argument, Trockenfutter mit Getreide sei schwer verdaulich, stimmt so pauschal nicht. Hafer- und Weizenkleie werden als Ballaststoffquellen in Diätfutter eingesetzt, etwa zur Gewichtsreduktion.
Typische Getreidearten in Trockenfutter sind Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Hirse, Reis und Mais. Für die meisten Hunde sind diese gut verträglich. Sehr selten reagieren Tiere allergisch auf Weizen oder Gluten. Häufigere Allergieauslöser sind tierische Proteine wie Rind, Lamm oder Huhn sowie Mais, Soja, Milch und Eier. Weizen und Gluten stehen in der Rangfolge der Allergieauslöser weit hinten.
Als Getreidealternativen finden sich Kartoffeln, Süßkartoffeln sowie Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen. Auch Reis, Mais und Hirse enthalten kein Gluten und eignen sich als glutenfreie Kohlenhydratquellen.
Allergien und Unverträglichkeiten erkennen und richtig handeln
Getreide ist für Hunde nicht generell schädlich – problematisch wird es nur bei nachgewiesener Unverträglichkeit oder Allergie. Allergien entwickeln sich meist erst im Laufe der Zeit, durch wiederholten Kontakt mit dem auslösenden Stoff.Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund auf ein Futtermittel reagiert, sollten Sie das mit Ihrem Tierarzt abklären. Blutuntersuchungen liefern erste Hinweise; aussagekräftiger ist die gezielte Beobachtung des Tieres.
Häufige Symptome einer Futtermittelallergie:
- Juckreiz
- Haarausfall
- Zu häufiges Koten (kann auf geringe Verdaulichkeit hinweisen)
- Weicher, schlecht geformter Kot
- Durchfall oder Erbrechen
- Häufiges Pfotenlecken oder -anknabbern
- Stumpfes, glanzloses Fell
Sicherheit bringt nur eine Ausschlussdiät über mindestens 6 bis 10 Wochen: Verdächtige Zutaten werden weggelassen; bessern sich die Symptome, wird die Zutat kontrolliert wieder eingeführt. Kehren die Symptome zurück, ist eine Unverträglichkeit wahrscheinlich. Wichtig: Symptome treten oft zeitverzögert auf – manchmal erst nach Tagen oder Wochen.
Was spricht für getreidefreies Trockenfutter?
Wenn Ihr Hund nachweislich unter einer Glutenüberempfindlichkeit leidet, ist getreidefreie Ernährung sinnvoll und empfehlenswert. Aber Vorsicht: Nicht jedes Getreide enthält Gluten. Mit glutenfreien Sorten wie Reis, Hirse und Mais oder Pseudogetreide wie Buchweizen und Quinoa lässt sich auch bei Glutenunverträglichkeit gut füttern. Welche Zutaten Ihr Hund verträgt, müssen Sie letztlich individuell herausfinden.
Die Zutaten mit dem höchsten Anteil stehen immer zuerst in einer Zutatenliste. Als Ersatz für Getreide werden gerne Kartoffeln eingesetzt (Beispielfutter: Irish Pure Senior Trockenfutter Freilandhuhn). (Bildquelle: amazon.de)
Was spricht gegen eine Fütterung ohne Getreide?
Manche Hunde reagieren auf eine getreidefreie Ernährung mit Unwohlsein oder Verhaltensveränderungen. Eine stark fleischbetonte, getreidearme Ernährung mit zu viel Protein kann zu Magenproblemen, Durchfall und unruhigem Verhalten führen. Für ältere Hunde kann Getreide sogar eine nierenfreundliche Energiequelle sein, die zugleich gesunde Ballaststoffe liefert.Wichtig zu wissen: Als „Sensitiv" vermarktete Futter halten laut aktuellem Test der Stiftung Warentest (08/2025) oft nicht, was sie versprechen – die Zusammensetzung unterscheidet sich häufig kaum von regulären Produkten.
Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene Nährstoffkombination ist entscheidend – unabhängig davon, ob Getreide enthalten ist oder nicht.
Was sagen Tests zu Hundetrockenfutter?
Stiftung Warentest hat im August 2025 (Heft 08/2025) 24 Hundetrockenfutter getestet. Ergebnis: Nur ein Drittel schnitt gut oder sehr gut ab – und viele günstige Marken überzeugten mehr als teure Produkte. Testsieger war ein Futter aus dem Edeka-Verbund mit dem Urteil „sehr gut". Auch Eigenmarken großer Discounter erzielten gute Noten. ÖKO-TEST prüfte in Ausgabe 11/2024 ebenfalls 25 Hundetrockenfutter; viele Produkte überzeugten, einzelne fielen durch ungünstige Nährstoffzusammensetzungen auf. Durch ÖKO-TEST und Stiftung Warentest erfahren Sie, was im Futter Ihres Hundes steckt und ob die Nährstoffkombination stimmt.Was in der Zutatenliste an erster Stelle steht, ist auch am meisten enthalten – das gilt als praktische Orientierungshilfe beim Kauf.
Es gibt Lebensmittel, die Sie Ihrem Hund nicht geben dürfen. Welche das sind, können Sie in unserem Ratgeber „Gesundes Hundefutter" nachlesen.






















