Stärken
Schwächen
Obwohl Trockenfutter für Hunde bereits in zahlreichen Verbrauchertests seine Qualitäten bewiesen hat, gibt es vergleichsweise wenige institutionelle Tests speziell zum Thema Hunde-Nassfutter. Der bislang aktuellste Nassfutter-Test der Stiftung Warentest erschien im Mai 2022 (Heft 5/2022) und prüfte 22 Produkte – mit dem bemerkenswerten Ergebnis, dass vier günstige Handelsmarken die Note „Sehr gut" erhielten, während kein einziges teures Premiumprodukt sie erreichte. Das ist wenig überraschend: Trockenfutter ist deutlich preiswerter als die feuchten Varianten aus der Dose, was viele Tierhalter bevorzugen lässt. Dennoch existieren gute Gründe, Feuchtfutter nicht komplett zu vernachlässigen.
Nassfutter im Vergleich zu Trockenfutter für Hunde
Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Nass- und Trockenfutter grundsätzlich vergleichbar – beide können einen gesunden, erwachsenen Hund angemessen versorgen. Während Feuchtfutter meist einen hohen Eiweißanteil aufweist, enthält Trockenfutter tendenziell mehr Kohlenhydrate. Die EU-Futtermittelverordnung (EG Nr. 767/2009) schreibt dabei vor, welche Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen – dazu zählen oft auch Bestandteile, die im menschlichen Speiseplan unüblich sind, wie Schlund, Innereien, Zwerchfell oder andere Schlachtabfälle. Wichtig: Für Heimtierfutter darf gemäß EU-Recht ausschließlich Material der Kategorie 3 verwendet werden – das heißt, es handelt sich stets um genusstaugliches Material von Schlachttieren, das aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lebensmittelproduktion weiterverarbeitet wird. Der größte Unterschied liegt im Feuchtigkeitsgehalt und den Anteilen von Proteinen und Kohlenhydraten: Trockenfutter enthält meist 40 bis 60 Prozent Kohlenhydrate und nur etwa 10 Prozent Feuchtigkeit, während Nassfutter bis zu 80 Prozent Wasser bietet, ergänzt durch Fleisch und eine geringere Menge an Getreide.Feuchtfutter als bevorzugte Wahl bei übergewichtigen Hunden
Feuchtes Hundefutter bringt klare Vorteile für bestimmte Hundegruppen mit sich. Übergewichtige Hunde sollten überwiegend mit Nassfutter gefüttert werden, da 200 Gramm Trockenfutter einem Vielfachen an Nassfutter entsprechen – das sorgt dafür, dass der Magen des Hundes besser gefüllt ist. Auch ältere Hunde profitieren von Feuchtfutter, weil viele von ihnen zu wenig trinken; der hohe Wassergehalt im Futter trägt so direkt zur Flüssigkeitsversorgung bei. Um bei Bedarf problemlos von Trocken- auf Nassfutter wechseln zu können, ist es ratsam, Hunde frühzeitig mit verschiedenen Futterarten vertraut zu machen. Das häufig verbreitete Vorurteil, Trockenfutter sei besser für die Zahnpflege, lässt sich nicht bestätigen – die Bildung von Zahnstein hängt vielmehr von der individuellen Speichelzusammensetzung ab und nicht von der Art des Futters.Premiumfutter punktet durch höheren Fleischanteil
Ob es günstiges Discounterfutter sein darf oder hochwertiges Bio-Futter gefüttert wird, ist eine Frage, die Experten meist klar beantworten: Teureres Premiumfutter garantiert nicht automatisch bessere Qualität. Auch Standardprodukte aus der Industrie sind heutzutage so hochwertig, dass Mangelerscheinungen selten sind – wie der Stiftung-Warentest-Nassfuttertest 2022 eindrücklich zeigte. Meist ähneln sich die Zutatenlisten von teurem und günstigem Futter: Fleisch, tierische Nebenprodukte, Gemüse, Getreide und Mineralstoffe gehören häufig dazu. Verarbeitet werden meist Schlachtabfälle der Kategorie 3. Die genaue Zusammensetzung spiegelt sich im Preis wider: Für höhere Fleischanteile oder Zutaten wie Rinderherz muss man mehr zahlen als für bindegewebereiche Fleischreste und Lungenanteile, die in Standardfutter zum Einsatz kommen.Beim Lesen der Zutatenliste lohnt es sich, zwischen offener und geschlossener Deklaration zu unterscheiden: Hersteller, die offen deklarieren, nennen jede Zutat einzeln mit Prozentangabe (z. B. „70 % Huhn"). Bei der geschlossenen Deklaration sind nur Gruppenbezeichnungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" angegeben, was es schwerer macht, die Qualität einzuschätzen. Transparente Hersteller mit offener Deklaration sind in der Regel ein Qualitätsmerkmal. Zu beachten ist außerdem, dass ein Produkt nicht als „getreidefrei" bezeichnet werden darf, wenn es Reis oder Mais enthält – diese gelten laut EU-Futtermittelrecht ebenfalls als Getreide.
Welpennahrung stellt eine Besonderheit dar: Junge Hunde akzeptieren Nassfutter häufig besser als Trockenfutter und benötigen einen höheren Calciumgehalt. Ein Blick auf die Deklaration auf der Verpackung gibt hier Klarheit.






















