Das Wichtigste auf einen Blick:
- DIN-Norm-geregelte Schutzklassen, Sicherheitsstufen, Materialklassifizierungen u.a.
- Streifenschnitt ausreichend für Home-Office und Privatanwendungen
- Modelle mit Partikelschnitt empfehlenswert für hochsensible interne Daten - besser als Mikroschnitt
- Je geringer die Partikelgröße, desto höher die Datensicherheitsstufe
- Streifenbreite zw. 1 und 12 mm abhängig von der Sicherheitsstufe
- Nachhaltigkeitskriterien: gekapselte Getriebe und Schneidwellen aus gehärtetem Stahl
Aktenvernichter im Test: Was genau wird geprüft?
Reine Papierschredder sind selten – die meisten Geräte verarbeiten problemlos auch Büroklammern und Kreditkarten. (Bildquelle: amazon.de)
Bei Tests wird nicht nur das Schneidwerk bewertet. Im Vergleich zu anderen Modellen wird ein Aktenvernichter vor allem in den Kategorien Schneidleistung, Benutzerfreundlichkeit, Ausstattung, Schreddergeschwindigkeit und Lautstärke beurteilt. Zudem prüfen Testmagazine den vorgesehenen Einsatzzweck des Geräts. Denn in erster Linie ist entscheidend, welche Schnitttechnik und damit indirekt auch welche Sicherheitsstufe für Ihren Bedarf passend ist.
Grundsätzlich erwerben Kunden Aktenvernichter aus zwei Hauptgründen: zum einen für die sichere Vernichtung wichtiger Unterlagen im privaten oder geschäftlichen Umfeld, zum anderen um Platz im Müll zu sparen. Zerschnittene Dokumente beanspruchen im Abfall deutlich weniger Volumen, was bei großen Mengen an Papier vor allem in Büros spürbare Kostenvorteile bringt. Hierbei gibt es zwei wesentliche Gerätearten: solche mit Streifenschnitt (Straight Cut) und solche mit Kreuzschnitt oder Partikelschnitt (Cross Cut). Der Mikroschnitt ist eine Marketing-Weiterentwicklung des Kreuzschnitts, bei der das Ziel ist, Dokumente so fein zu zerkleinern, dass nur noch Staub übrigbleibt und eine Wiederherstellung ausgeschlossen ist. Die Bezeichnungen verraten bereits, wie das eingezogene Papier im Gerät verarbeitet wird.
Ausstattung im Überblick: „Kleingeräte“ meist nur mit Streifenschnitt
Aktenvernichter mit Straight Cut erkennt man im Handel meist schon an günstigeren Preisen. Sie schneiden Papier einfach in schmale Streifen, die je nach Modell und Sicherheitsstufe zwischen einem und zwölf Millimeter breit sind. Besonders bei hohem Papieraufkommen ist diese Methode für die meisten Dokumente ausreichend. Denn aus tausenden schmaler Papierstreifen die Originale wieder zusammenzufügen, wäre selbst für Kriminelle kaum möglich. Der Aufwand einer Rekonstruktion wäre somit deutlich höher als der Nutzen. Bei personenbezogenen Daten sind Geräte mit Streifenschnitt (Sicherheitsstufe 1 oder 2) jedoch meist nicht sicher genug.Tests zeigen: Cross-Cut-Geräte bieten mehr Sicherheit
In manchen Büros müssen hochsensible, streng vertrauliche oder sogar geheime Informationen zuverlässig unbrauchbar gemacht werden. Dafür sind teurere Schredder mit Cross Cut, also einem Kreuz- oder Partikelschnitt, die bessere Wahl. Hier werden die Papierstreifen zusätzlich quer durchtrennt, sodass je nach Schneidwerk etwa Konfettischnipsel mit Größen zwischen 2 x 13 und 6 x 38 Millimetern oder Partikel zwischen 12 und 1.000 mm² entstehen. Für besonders hohe Sicherheitsanforderungen empfiehlt sich ein Modell mit sehr kleinen Partikeln. Seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gelten außerdem klare gesetzliche Vorgaben zur Aktenvernichtung. Gerade in größeren Büroumgebungen mit strengen Datenschutzauflagen sollten Sie daher auf einen Aktenvernichter mit Cross-Cut-Funktion achten. Viele aktuell erhältliche Geräte tragen bereits Hinweise dazu, ob sie den DSGVO-Anforderungen entsprechen.Klassische Aktenvernichter schneiden sensible Dokumente in Streifen – das ist jedoch nicht die sicherste Technik, so unsere britischen Partner von Which?. Demnach bieten Schredder mit Partikelschnitt einen besseren Schutz. – Stiftung Warentest
Für den privaten Haushalt ideal geeignet: Der beliebte Schredder AmazonBasics PBH-55473 EU mit Streifenschnitt und Schlitz für Plastikkarten, der bis zu acht Blatt Papier gleichzeitig verarbeitet. (Bildquelle: amazon.de)
Empfehlung für weniger Müllvolumen: Kreuzschnitt spart Abfallplatz
Der Cross Cut bietet neben erhöhter Sicherheit den Vorteil, dass er den Abfallvolumen deutlich verringert – kleine Papierschnipsel beanspruchen weniger Raum als breite, biegungsfähige Streifen. Achtung: Cross-Cut-Schredder, die auch CDs schneiden, verfügen meist über separate Schneidewerke für Plastikkarten, die oft nur durch Streifenschnitt vernichtet werden. Daher sollten Sie beim Einsatz darauf achten, dass insbesondere der Chip der Karte sicher zerstört wird.Was regelt die DIN-Norm 66399 bezüglich Schutzklassen, Sicherheitsstufen und Materialarten?
Seit Oktober 2012 gilt die neue DIN-Norm 66399 zur Vernichtung von Datenträgern. Diese Norm ersetzt die frühere DIN 32757.Wesentliche Neuerungen sind die Einführung von sechs Materialklassen und drei Schutzklassen sowie die Ausweitung von fünf auf sieben Sicherheitsstufen.
Schutzklassen gemäß DIN 66399
- Schutzklasse 1: Grundlegender Schutzbedarf für interne Daten
- Schutzklasse 2: Erhöhter Schutzbedarf bei vertraulichen Daten
- Schutzklasse 3: Sehr hoher Schutzbedarf für geheime und besonders vertrauliche Daten
Details zu den Sicherheitsstufen für Papier
- Sicherheitsstufe P-1: Empfohlen für Daten mit niedrigem Schutzbedarf. Teilchenfläche ≤ 2.000 mm² oder Streifenbreite ≤ 12 mm; keine Begrenzung der Streifenlänge.
- Sicherheitsstufe P-2: Für interne Daten, die unleserlich gemacht werden sollen. Teilchenfläche ≤ 800 mm² oder Streifenbreite ≤ 6 mm; keine Begrenzung der Streifenlänge.
- Sicherheitsstufe P-3: Für sensible und vertrauliche Daten. Teilchenfläche ≤ 320 mm² oder Streifenbreite ≤ 2 mm; keine Begrenzung der Streifenlänge (z.B. Partikel 4 x 80 mm).
- Sicherheitsstufe P-4: Für besonders sensible, vertrauliche Daten. Teilchenfläche ≤ 160 mm² und bei regelmäßigen Partikeln Streifenbreite ≤ 6 mm (z.B. Partikel 4 x 40 mm).
- Sicherheitsstufe P-5: Für geheim zu haltende Daten. Teilchenfläche ≤ 30 mm² und bei regelmäßigen Partikeln Streifenbreite ≤ 2 mm (z.B. Partikel 2 x 15 mm).
- Sicherheitsstufe P-6: Für streng geheime Daten mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Teilchenfläche ≤ 10 mm² und bei regelmäßigen Partikeln Streifenbreite ≤ 1 mm (z.B. Partikel 0,8 x 12 mm).
- Sicherheitsstufe P-7: Für streng vertrauliche, höchstgeheime Daten. Teilchenfläche ≤ 5 mm² und bei regelmäßigen Partikeln Streifenbreite ≤ 1 mm (z.B. Partikel 0,8 x 5 mm).
Die Tester waren von der Hefter Kobra 260 TS C4 begeistert. Die robuste Konstruktion verspricht Langlebigkeit. CDs werden über einen separaten Einzug zerkleinert. (Bildquelle: amazon.de)
Materialklassifikationen nach DIN 66399 für verschiedene Datenträger
- P Papier
- F Verkleinerungen wie Mikrofilme
- O optische Datenträger (z.B. CDs, DVDs)
- T magnetische Datenträger (z.B. Kreditkarten, Disketten, Diktierkassetten)
- H magnetische Datenträger mit hoher Dichte (z.B. Festplatten)
- E elektronische Datenträger (z.B. Chipkarten, USB-Sticks)
Nachhaltigkeit bei Aktenvernichtern: Wie wird sie beurteilt?
Zunehmend finden sich in Schreddern Merkmale, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind. Vor allem die Langlebigkeit zeigt, wie „grün“ ein Gerät tatsächlich ist. Tests wie der FACTS-Schreddervergleich erläutern im Detail, worauf es ankommt. Zu den wichtigen Komponenten zählen Stahl-Schneidwellen, ein geschütztes Getriebe, präzise gefertigter Zahnräder sowie staubgeschützte Elektronik. Informieren Sie sich vor dem Kauf auch, wie lange Ersatzteile verfügbar sind und ob Reparaturen möglich sind. Zudem bieten viele Geräte eine klare Trennung der Schnittreste. Dadurch wird Papiermüll sauber von Plastikresten getrennt. Modelle wie der Kobra 260 TS C4 oder Novus Dahle ShredMATIC 35120 lösen das vorbildlich. Andere Geräte sind hier weniger konsequent: So nimmt der CD-Sack des HSM Securio B24 auch Papierreste auf und muss zudem separat ein- sowie ausgehängt werden. Der Fellowes Powershred 73Ci verzichtet ganz auf einen separaten Auffangbehälter und vermischt Papier- und CD-Schnipsel. So wird die Müllsortierung erschwert, was die umweltgerechte Entsorgung behindert.
Aktenvernichter mit Mikroschnitt gelten als besonders sicher, schreibt die Stiftung Warentest unter Verweis auf das englische Testmagazin Which?. Ein Beispiel ist der Fellowes Powershred 10M: Mit Sicherheitsstufe P-5 zerkleinert er ein A4-Blatt in 2.079 winzige Partikel von nur 2 x 12 mm – etwa zehnmal kleiner als herkömmlicher Partikelschnitt. (Bildquelle: amazon.de)
Aktenvernichter, die laut Hersteller DSGVO-konform sind
HP OneShred 8CCGenie 550 MXCD
HSM shredstar X5
HSM shredstar X6pro
HSM Securio C14
Ideal Krug & Priester 2503
Rexel REM820
Fellowes Microshred 8Mc
Fellowes Powershred 73Ci
Peach PS500-70
Gilt Datenschutz nicht eher für digitale Datenträger als für Papier?
Der Fellowes Powershred 73Ci überzeugte im Test durch seine clevere Staubabsaugung. (Bildquelle: amazon.de)
Beim Schutz personenbezogener Daten denkt man meist zuerst an Festplatten, Smartphones, Tablets, USB-Sticks oder Server. Doch auch Papierdokumente enthalten oft sensible Informationen. Während für den Schutz elektronischer Daten auf PCs und Servern vielfach Passwörter oder Verschlüsselungen eingesetzt werden, liegen ausgedruckte Dokumente auf Schreibtischen meist ungeschützt.
Welche Aktenvernichter erfüllen die DSGVO-Anforderungen an die Datenvernichtung?
Ob ein Aktenvernichter die Löschpflichten gemäß DSGVO (seit 2018) erfüllt, lässt sich pauschal nicht festlegen. Die Verordnung regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten und verlangt eine sichere und zeitnahe Vernichtung. Maßgeblich dafür ist die DIN 66399 mit ihren unterschiedlichen Sicherheitsstufen, die sich nach der Sensibilität der Daten richten – von allgemeinen Informationen (Stufe 1) bis zu hochsensiblen Daten (Stufe 7).DSGVO-konforme Schredder arbeiten mindestens auf Sicherheitsstufe P-4 oder besser P-5. Sie eignen sich besonders zur Zerstörung von Papieren mit sensiblen Daten wie Steuerunterlagen, Gehaltsabrechnungen, Personaldaten oder Rechnungen. Für streng geheime Dokumente, etwa Bilanzen, Geschäftsberichte, Strategieunterlagen, Prozessdokumente oder Krankenakten, gilt P-5 als angemessene Stufe. Schredder mit Mikroschnitt erfüllen die strengsten Anforderungen der DSGVO und entsprechen Schutzklasse 3 mit Sicherheitsstufen von P-4 bis P-7.
Top 3 im Vergleich: Schredder mit großem Auffangbehälter
| Auffangbehälter | Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
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ab 439,90 € ![]() Sehr gut 1,3 |
70 l |
Sicherheits-Aktenvernichter mit hoher Schnittleistung Weiterlesen |
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586 Meinungen 0 Tests |
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ab 601,90 € ![]() ohne Endnote
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53 l |
Höchste Sicherheitsstandards für professionelle Büronutzung Weiterlesen |
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12 Meinungen 0 Tests |
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ab 409,98 € ![]() Gut 1,9 |
40 l |
Shredder für umfangreiche Aufgaben Weiterlesen |
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478 Meinungen 0 Tests |
So bewerten Testmagazine Aktenvernichter
Während Stiftung Warentest Aktenvernichter bisher noch nicht geprüft hat, gibt es Tests anderer Publikationen wie Das Büro und FACTS. Dort lassen sich Testsieger vor allem bei bekannten Herstellern wie HSM Pressen, Ideal Krug & Priester oder Dahle erkennen. Die Spitzenmodelle wurden mit großem Entwicklungsaufwand optimiert, was sich in den Datenblättern und Testergebnissen etwa folgendermaßen widerspiegelt:- hohe Schneidgeschwindigkeit
- leistungsstarke Verarbeitung, z. B. durch hohe Blattkapazität
- Partikelschnitt statt nur Streifenschnitt für sensible Daten
- entsprechende Sicherheitsstufen gemäß DIN 66399
- Multifunktionalität: Vernichtung von Papier, CDs, Büroklammern und Kreditkarten
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Mechanismen zur Vermeidung von Papierstaus
- benutzerfreundliche Funktionen wie Füllstandsanzeige, einfache Leerung und passendes Volumen des Behälters
- Sicherheitsfunktionen wie Abschaltautomatik, Kind
Die Tester waren von der 
























