Das Wichtigste auf einen Blick:
- Geschmack: weniger nach Schokolade, mehr nach Haselnuss
- Gut: Bio-Produkte weisen höheren Haselnussanteil auf
- Schlecht: die meisten Produkte enthalten zu viel Zucker
- Entrahmte Milch spielt keine Rolle
- Meist hoher Anteil an Palmöl
Haselnüsse bieten wertvolle Fette und gelten generell als gesund (Quelle: amazon.de)
Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind täglich 25 Gramm Haselnüsse wegen ihrer ungesättigten Fettsäuren förderlich für die Gesundheit. Nun sind sie auch als Brotaufstrich erhältlich. Bleibt die Nuss dabei ebenfalls gesund?
Für Kinder gehört Nuss-Nougat-Creme zu den beliebtesten Frühstücksprodukten – gleichzeitig zählt sie jedoch zu den eher ungesunden Leckereien. Selbst die besten Varianten enthalten oft wirklich viel Zucker und sind damit echte Kalorienbomben. Aktuelle Tests zeigen, dass manche Produkte zu über 50 Prozent aus Zucker und zu mehr als 35 Prozent aus Fett bestehen.
Wer hier einen guten Mittelweg sucht, sollte auf Haselnussaufstriche setzen, die einen hohen Nussanteil besitzen. Denn dadurch reduziert sich in der Regel auch der Zuckeranteil – was nicht nur Kalorien spart, sondern meistens auch den Geschmack verbessert.
Der Haselnussgehalt beeinflusst indirekt die Süße
Das bekannte Markenprodukt enthält nur den gesetzlichen Mindesthaselnussanteil, punktet jedoch mit viel Zucker. (Quelle: amazon.de)
Hochwertige Genießer schätzen einen großen Haselnussanteil, da er den typischen Geschmack einer Nuss-Nougat-Creme prägt. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 13 Prozent Haselnüsse, doch viele Premiumprodukte enthalten oft zwischen 35 und 40 Prozent. Das ist jedoch eine Frage des persönlichen Geschmacks: Je niedriger der Nussanteil, desto stärker dominieren süße Schokoladennoten; je höher, desto ausgeprägter ist der nussige, eher herbe Geschmack.
Palmöl: ein unterschätztes Thema beim Kauf
Die meisten Nuss-Nougat-Cremes enthalten Palmöl – ein Fett, das in ökologischer und sozialethischer Hinsicht umstritten ist. Zur Gewinnung wird in Teilen der Welt Regenwald gerodet, zudem stehen Arbeitsbedingungen auf Plantagen in der Kritik. Wer auf Palmöl verzichten möchte, findet inzwischen eine wachsende Auswahl an palmölfreien Varianten – sowohl im Bio- als auch im konventionellen Segment. Einige Hersteller weisen zudem auf zertifiziert nachhaltig angebautes Palmöl hin (z. B. RSPO-Zertifizierung), wobei auch diese Zertifizierungen in ihrer Wirksamkeit umstritten sind.Ökologische Produkte genießen einen guten Ruf
Für Kinder ist häufig die süßere Schokoladenversion reizvoller – was problematisch ist, wenn man den damit verbundenen hohen Zuckergehalt bedenkt. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Kleinen, wenn überhaupt, von Anfang an an Produkte mit einem hohen Nussanteil zu gewöhnen – am besten an ein Bio-Produkt. Denn in diesem Segment gelten Bio-Haselnusscremes tatsächlich als besonders qualitativ hochwertig. Dort ist zudem garantiert, dass keine gentechnisch veränderten Soja-Bestandteile enthalten sind, was bei einigen Discount- und teilweise teureren herkömmlichen Marken nicht immer gegeben ist. Wer zusätzlich auf faire Handelsbedingungen Wert legt, findet im Handel auch Fairtrade-zertifizierte Cremes, bei denen die Anbaubedingungen für Kakao und Haselnüsse unabhängig überprüft werden. Auch vegane Varianten ohne Milchbestandteile sind inzwischen in vielen Supermärkten und Drogerien erhältlich.Der Mythos um entrahmte Milch
Wer einen Blick in die Zutatenliste wirft, erkennt schnell Hersteller, die Aromen zusetzen – meist künstlich und eigentlich unnötig. Denn weniger Zutaten bedeuten oft mehr Qualität. Egal für welchen Haselnussaufstrich man sich entscheidet: Die Behauptung, diese würden „aus entrahmter Milch hergestellt", ist irreführend. Tatsächlich handelt es sich dabei um Magermilchpulver, und ob dieses aus entrahmter Milch stammt, ist letztlich bedeutungslos.Wie bewerten Testmagazine Nuss-Nougat-Cremes?
Sowohl Öko-Test als auch Stiftung Warentest haben Nuss-Nougat-Cremes geprüft – allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So errang die bekannteste Marke im Stiftung-Warentest-Test 2016 den Testsieg aufgrund ihrer sensorischen Qualitäten.Im jüngsten und bislang umfangreichsten Öko-Test (9/2022, aktualisiert für das Jahrbuch 2023) wurden 21 Nuss-Nougat-Cremes – darunter viele Bio-Produkte sowie bekannte Marken wie Nutella und Milka – auf Inhaltsstoffe, Schadstoffe, Palmöl-Herkunft und soziale Standards in den Anbauländern untersucht. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: 14 Produkte erhielten die Note „mangelhaft" oder „ungenügend". Nutella und die Milka Haselnusscreme wurden mit „ungenügend" bewertet – wegen ihres sehr hohen Zuckergehalts (Nutella: 56 Prozent), nachgewiesener Mineralölbestandteile (MOSH) und mangelnder Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen in den Anbauländern. Die Milka Haselnusscreme enthält zudem mit nur fünf Prozent den geringsten Haselnussanteil im gesamten Test. Lediglich zwei Produkte erhielten die Note „gut" – darunter eine günstige Discountermarke und eine Bio-Schokocreme aus der Drogerie. Im Stiftung-Warentest-Test hingegen floss die sensorische Bewertung zu einem erheblichen Teil in die Gesamtnote ein, was die unterschiedlichen Ergebnisse erklärt.
Mineralölbestandteile (MOSH/MOAH): Öko-Test fand in fast allen getesteten Nuss-Nougat-Cremes Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die sich im Körper anreichern können. Freie Einträge können aus Verpackungsmaterialien oder der Verarbeitung stammen. Wer diesen Stoff meiden möchte, sollte besonders auf Bio-Produkte mit nachweislich niedrigen Rückstandswerten achten – auch wenn kein Produkt im Test vollständig frei davon war.





















