Der günstigste und auch schlechteste Stuhl im gesamten Testfeld zeigte im Praxistest erhebliche Mängel. Das Modell konnte weder den Kipp- noch den Rollwiderstandstest bestehen und auch im Teilbereich Ergonomie machte der Bürostuhl keine gute Figur: Die Beckenrandabstützung ist ungünstig positioniert und ebenso wenig nutzbar ist der obere Lehnenbereich. Hinzu kommt die fehlende Möglichkeit, Rückenlehne und Sitztiefe einstellen zu können. Lediglich im Schadstofftest konnte der Terena Kinderstuhl ein „gutes“ Testergebnis erzielen. - Zusammengefasst durch unsere Redaktion.
Unser Fazit
05.10.2015
Terena Kinder-Stuhl
Lieber die Finger davon lassen
Schade, Terena. Das Giftgrün und Leuchtpink mögen als Argumente noch durchgehen und die 27 Euro (Amazon) für den Kinderstuhl mit den Modellnummern 090911 und 090907) teuflisch verlocken. Doch wenn wirklich an allen Ecken gespart werden muss, dann bitte nicht bei der Sicherheit. In den Teilbereichen „Rollwiderstand“ und Kippsicherheit, vom Magazin Ökotest erst jüngst (10/2015) auf den Prüfstand zusammen mit neun Kontrahenten gehoben, hat er sein Klassenziel deutlich verfehlt.
Wenigstens schadstoffarm
Mit dem Gesamturteil „ungenügend“ wird man sich kaum mit der Schadstofffreiheit anfreunden können, die das Leuchtmodell erstaunlicherweise vorlegt. Denn der Stuhl kippt einfach mal – so das Fazit der Testveranstalter und zwar nach vorn und hinten. Bei Werben mit der Norm DIN EN 1335, die Kippsicherheit formulieren, hat sich Terena dann offenbar verhoben. Beim Rollwiderstand blieb er ebenfalls sitzen. Wer hier nicht aufpasst, rollt beim Hinsetzen mit dem Stuhl unkontrolliert nach hinten weg. Wie dem ebenfalls ungenügende Link's Pezzi, für den man etwa das Doppelte des Terena überweist, fehlen ihm gebremste Rollen zum Schutz vor dem wegrollen.
Lieber etwas mehr investieren
Unter „bewegten Hausaufgaben“ im Sinn von Experten darf man etwas Gesundes verstehen, das der Terena leider ebenfalls verbummelt. Denn auch bei der Ergonomie lässt er Punkte liegen. Hier schwächelt er, wo es nur geht: Weder sind Sitztiefe und Höhe des Rückenteils einstellbar, noch lässt sich der Lehnenbereich vollständig nutzen. Als nähme der Schrecken kein Ende, knausert er auch noch am Polster, sodass er vorzeitig durchgesessen sein wird. Soll es also hauptsächlich ein erschwinglicher Stuhl sein, wird man mindestens 50, besser noch 120 Euro wie für den Topstark Ergokid 15 („ausreichend“) oder Topstar Open Art Junior („befriedigend“) in die Hand nehmen müssen.