Den von SixBros vertriebenen Bürostuhl als Chefsessel zu bezeichnen ist allenfalls unter wenigen Produktaspekten vertretbar: Rückenlehne und Sitzfläche sind fest miteinander verbunden, ein Muldensitz verspricht Ergonomie, eine Kopfstütze Komfort. Geht es hingegen um Materialität, Sitzeigenschaften und repräsentative Eignung, sind die Unterschiede des knapp 50 Euro (Amazon) teuren Sitzmöbels zu den ausgewachsenen Chefsesseln dann doch zu groß. Insbesondere mit seiner halbwertigen Polsterung ist er nur für Hartgesottene oder Gelegenheitssitzer die richtige Wahl.
Nur auf dem Papier: Belastbar, ergonomisch, komfortabel
Sicherlich: Nicht jeder kann oder möchte sich einen hohen drei- bis vierstelligen Betrag für ein Büromöbel im Budget zurechtlegen, der ohnehin nur im Home Office genutzt wird oder sporadisch zum Einsatz kommt. Die Anschaffung des SixBros will dennoch wohlüberlegt sein. Versprechen wie die Belastbarkeit bis 120 Kilogramm, hoher Sitzkomfort durch ergonomisch geformte Sitzfläche und Rückenlehne oder ein hochwertiges Fußkreuz scheinen hier unrealistisch. Nutzer beklagen im Grunde das Gegenteil: Das dünne Sitzpolster aus Kunstleder halte nicht einmal Normalgewichtigen langfristig stand, und ergonomische Ansätze seien kaum, hochwertige Materialien gar nicht zu finden.
Keine spürbare Bandscheibenentlastung
Beim Material der Rückenlehne findet sich Netzstoff, starke Schwitzer dürfen sich demnach auf ein gut belüftetes Sitzgefühl freuen. Doch wo hochwertige Sitzmöbel Features für positive Schwingungen, eine Punktsynchronmechanik, Bandscheibenentlastung oder Unterstützung verschiedener Arbeitspositionen bieten, bringt der SixBros lediglich eine variable Wippmechanik. Abstriche sind bei den Armlehnen vonnöten - weder sind sie gepolstert noch höhenverstellbar. Das Fazit erscheint offensichtlich: Der Stuhl ist nichts für gestandene Büroarbeiter, und wer einen Gewichtsautomaten oder eine Bürosänfte sucht, liegt mit dem Sparmodell sicherlich daneben. Wer hingegen verzichten kann und vor allem das transparente Design favorisiert, mag sich hier wohlfühlen.