Das Wichtigste auf einen Blick:
- Unterschiede in Bautyp und Spurweite
- Einteilung in sechs Epochen
- Epochen in Zeiträumen zwischen Epoche I (ab 1835) bis Epoche VI (ab 2006)
- Viel mehr Realismus, wenn alle Teile einer Anlage aus einer Epoche
Was ist vor dem Kauf von Modelleisenbahnen zu beachten?
Modelleisenbahnen sind in zahlreichen Varianten erhältlich. Dabei unterscheiden sie sich unter anderem durch die Spurweite und den Typ. Für viele ist jedoch vor allem die Epoche ausschlaggebend, aus der die Züge stammen. Häufig wird darauf geachtet, dass alle Modellbahnteile einer Anlage derselben Epoche entstammen, um ein möglichst realistisches Gesamtbild zu schaffen.Die sechs Epochen im Überblick
Um Sammlern und Fans die Einordnung ihrer Modelle zu erleichtern, existieren im deutschsprachigen Raum standardisierte Bezeichnungen für die verschiedenen Abschnitte der Eisenbahngeschichte. Der europäische Dachverband MOROP definiert diese Klassifizierung in den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM 800). Demnach werden die Modelleisenbahnen in sechs Epochen unterteilt, die mit römischen Zahlen gekennzeichnet sind. Diese Kennzeichnung findet sich oft auf Verpackungen oder in den Produktbeschreibungen. Innerhalb der Epochen gibt es außerdem Unterabschnitte, die mit Kleinbuchstaben differenziert werden.
Epoche I (1835 - 1920)
Die erste Epoche erstreckt sich über fast ein Jahrhundert, da sich die Technik damals nur langsam weiterentwickelte und die Züge vergleichsweise ähnlich blieben. Man nennt diese Phase auch gerne die „Länderbahnzeit", weil es noch keine einheitlichen Bahngesellschaften gab, sondern jedes Bundesland oder Gebiet eigene Bahnen betrieb. Liebhaber der frühen Eisenbahn finden hier viele Modelle mit der gängigen Spurweite H0, die die Anfänge dieses Transportmittels lebendig werden lassen.
Epoche II (1920 - 1949)
Die zweite Epoche beginnt mit der Gründung der Deutschen Reichsbahn. Die Modelle der Züge tragen nun einheitliche Farbgestaltungen, die Rückschlüsse auf ihren Einsatzbereich zulassen: Personenwagen waren in Braungrün gehalten, Güterwagen meist in Rotbraun. Für Freunde von Dampflokomotiven ist dies eine besonders interessante Zeit, denn sie erlebten in diesem Zeitraum ihre letzte bedeutende Ära.
Epoche III (1949 - 1970)
Mit der Gründung zweier deutscher Staaten entstanden auch zwei eigenständige Bahngesellschaften: die Deutsche Bundesbahn in der Bundesrepublik und die Deutsche Reichsbahn in der DDR. Für viele Modellbahnfans ist diese Periode besonders spannend und vielfältig, was sich auch in den umfangreichen Produktangeboten widerspiegelt. Vor allem Diesel- und Elektrolokomotiven wurden während des Wirtschaftswunders immer häufiger eingesetzt, während Dampflokomotiven noch vereinzelt unterwegs waren.
Epoche IV (1970 - 1990)
Die vierte Epoche bietet ebenfalls eine breite Palette an Modelleisenbahnen. Besonders geprägt wurde diese Zeit durch den Trans Europ Express (TEE) und die InterCity-Züge (IC), die seit den späten 1960er Jahren häufiger zwischen europäischen Städten verkehrten. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Zügen aus Ost und West stehen Modellbahnern zahlreiche verschiedene Varianten zur Auswahl.
Epoche V (1990 - 2006)
Die fünfte Phase in der Geschichte der Modelleisenbahnen ist vor allem durch den Hochgeschwindigkeitsverkehr geprägt. Liebhaber des französischen TGV, des deutschen ICE oder dem japanischen Shinkansen finden hier eine große Auswahl. Durch die Bahn-Privatisierung wirkten sich auch buntere Farbgebungen und Werbung auf die Züge aus, was zu einer beachtlichen Modellvielfalt führte – sowohl in der Realität als auch bei den Miniaturausgaben.




















