Mehr Tastatur als Stagepiano
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Vorteile:
berührungsempfindliche Tasten, super leicht, USB-Anschluss, super günstig
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Nachteile:
schlechter Klang, Tastatur schwammig, wheels schwammig und träge
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Ich bin:
Erfahren
Ein Stagepiano mit leicht gewichteter 88er Tastatur, einem 17mb Pianosample, 6 weiteren Sounds und USB-Schnittstelle für weniger als € 400,- WOW!!!
Da ich als Synth-Freak keine Tastatur mit Hammermechanik benötige (bzw. will) fällt meine Wahl Auf dieses Prokeys 88SX von M-Audio.
Bereits im Vorfeld informiere ich mich auf der Hersteller-Webseite über das Stagepiano-Angebot. Der große Bruder (Prokeys 88) besticht dort mit herrausragenden Demos.
Bereits hier fällt das 88SX im direkten Vergleich deutlich ab... (ausgestattet mit einer nicht unerheblichen Kaufwut schiebe ich das jedoch zunächst auf "mögliche Defizite" bei der Demo-Erstellung)
Doch "der Preis ist heiß" und das Ding (88SX) wird jetzt bestellt.
3 Tage später: Das SP (StagePiano) wird im schlanken Karton geliefert. Gleich nach dem Auspacken fällt auf: ein echtes Leichtgewicht. Diese 88er Tastatur läßt sich spielend mit einer Hand aus dem Karton heben. Ich bin schwer begeistert vom leichten Gewicht.
Anschließen und los....
Dass bei diesem Preis ein externes Netzteil verwendet werden muss überrascht mich eigentlich nicht. Dieses liegt mit einem internationalen Steckersatz dem SP bei. Prima!
Jetzt wird gespielt:
Kopfhörer rein und los... doch was ist das... :-(
Über die schwerfällig-gummiähnliche Tastatur entlocke ich dem 88SX die ersten Töne; doch was ich höre begeistert mich gar nicht. Die double-layer-Samples kommen wenig ausgewogen und in einigen Lagen sehr synthetisch rüber... Ich schiebe dieses auf meinen preiswerten Kopfhörer.
Also schliesse ich das SP an mein Mischpult mit Yamaha HS50M Monitorboxen an. Nun soll es wohl klingen.
Jedoch auch hier Enttäuschung.
Der Grand-Sample (Yamaha C7 mit vollen 17MB) klingt in mittleren bis höheren Lagen unecht und bringt neben unschönen aliasing-noises auch noch auf einigen Tasten Verzerrungen mit. Unfassbar!
Das Überblendverhalten des Double-Layer-Samples könnte man als unlogisch bezeichnen; zumal dieses - rein subjektiv betrachtet - bei fast jeder Taste in unterschiedlichen Verhältnissen vorgenommen worden ist. Für ein ausgewogenes Spielen ist der Sound jedenfalls nur ganz begrenzt zu gebrauchen.
Das Ausschwingverhalten des Grand wirkt zudem eher unnatürlich und erinnert fast schon an den CP-70 Sample eines preiswerten PSR-Keyboards.
Tastatur: Die leicht gewichtete Tastatur wirkt etwas zäh-klebrig; lässt sich aber mit den Grandpiano einigermaßen vernünftig spielen. Für percussives Spiel - z.B. mit dem Wurlitzer oder insbes. mit dem Clavinet-Sound - ist sie jedoch nach meinem Dafürhalten nicht geeignet. Man bedenke jedoch (mal) wieder den günstigen Preis; da ist sicher nicht mehr zu erwarten!?!?
Wheels: Modulation- und Pitchbend-wheel machen bereits bei der ersten Berührung einen billigen Eindruck. Das gefederte PB-Wheel lässt sich beim Rückkehren in die Ausgangs-Stellung etwas (zu) viel Zeit. Das Modulation-wheel ist o.k.
Fazit: Ich habe dem Prokeys 88SX eine 4 in der Gsamtnote gegeben. Die 4 steht in der Schule für "Ausreichend", und das ist auch genau das, wofür man des 88SX einsetzen kann. Es "reicht aus" für einfachste Anwendungen z.B. im Live-Einsatz oder als leichtgewichtiges Übungs- und Einspielinstrument.
Dem unglaublich günstigen Preis angepasst bekommt man als Käufer ein "Klavierähnlich" klingendes elektronisches Instrument, welches in der Summe seiner Komponenten (Sound, Tastatur, Bedienelemente) genau diesem (günstigen Preis) gerecht wird.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass eventuelle Käufer mit diesem Instrument so richtig glücklich werden könnten. Aber wie sagt man: Auf jeden Topf passt ein Deckel!
Ich habe mein Prokeys 88SX jedenfalls gerade für die Rücksendung fertig gemacht!
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