Was sollten Sie vor dem Kauf eines Aquariums wissen?

Ein Aquarium verschönert Ihr Zimmer und sorgt für eine beruhigende Atmosphäre in Ihren eigenen vier Wänden. Vor dem Kauf und der ersten Einrichtung eines Aquariums gibt es einige Dinge, die Sie wissen und beachten sollten. Auf unserer Themenseite "Aquarium kaufen" haben wir alle relevanten Informationen kompakt für Sie zusammengefasst, damit Sie mit Ihrem neuen Hobby beginnen und viel Freude an Fischen sowie Wasserpflanzen haben können.

Auswahl des Beckens und des Standorts

Bevor Sie sich ein Aquarium kaufen, denken Sie darüber nach, welche Art von Aquarium, welche Beckengröße, und welchen Standort Sie bevorzugen.

Für den Einstieg sollten Sie zu einem Süßwasseraquarium greifen, da es viel günstiger ist und weniger Pflege bedarf. (Tipp der Redaktion)

Was sind die Vorteile und Nachteile von Süßwasseraquarien?

Stärken
  1. Unkomplizierte Technik
  2. Einfache Pflege
  3. Optimal für Einsteiger
  4. Günstiger
Schwächen
  1. Weniger Fischvielfalt
  2. Geringere Farbintensität
  3. Keine Korallenbepflanzung

Was sind die Vorteile und Nachteile von Meerwasseraquarien?

Stärken
  1. Größere, exotischere Fische
  2. Hohe Farbintensität
  3. Korallen möglich
Schwächen
  1. Hoher Technikbedarf
  2. Teurer
  3. Intensiver Pflegeaufwand
  4. Sehr hoher Platzbedarf

Welche Aquarienarten gibt es und was sind die wichtigsten Eigenschaften?

Die Aquarienart und die Bauform Ihres Beckens richtet sich in erster Linie nach dem Standort und dem zur Verfügung stehenden Platz.

Rechteckiges Aquarium:

Bei rechteckigen Aquarien handelt es sich um die beliebteste und auch am weitesten verbreitete Aquariumart. Ein rechteckiges Aquarium ist einfach zu reinigen und in vielen Größen und Preisklassen erhältlich, es eignet sich daher besonders gut für Einsteiger.

Nanoaquarium:

Nanoaquarien werden auch als Miniaquarium oder Nanocube bezeichnet und sind meist würfelförmig. Es gibt allerdings auch sehr kleine, rechteckige Aquarien, die als Nanoaquarium bezeichnet werden können. Viele Nanoaquarien sind so klein, dass darin lediglich Aquascaping (Gestaltung von Aquarienlandschaften) betrieben werden kann oder nur kleine Tiere, wie Garnelen, Krebse und Schnecken gehalten werden können. Auch Nanoaquarien eignen sich gut für den Einstieg in die Welt der Aquarien, da sie meist nicht sehr teuer sind. Weitere Vorteile von Nanoaquarien sind, dass sie nicht viel Platz benötigen und sie im Vergleich zu größeren Aquarien recht schnell und unkompliziert mal umgestellt werden können.

Die Gestaltung von Aquarien mit Hilfe von Pflanzen, Wurzeln oder Steinen bezeichnet man als Aquascaping.

Panoramaaquarium und weitere Bauformen:

Bei Panoramaaquarien handelt es sich um eine spezielle Bauform von Aquarien, bei der die Frontscheibe leicht gewölbt ist. Dadurch wird ein besserer Blick ins Aquarium ermöglicht und Sie können mehr Details erfassen. Es gibt auch eckige Varianten oder Säulenaquarien und Kugelaquarien. Solche Bauformen sind zwar ein schöner Anblick für den Betrachter, bieten jedoch nicht den optimalen Lebensraum für die Fische, da es wenig Rückzugsmöglichkeiten gibt und das Verhältnis zwischen Wasservolumen und Wasseroberfläche nicht stimmt.

Welcher Standort ist am besten für Ihr Aquarium geeignet?

Achten Sie bei der Wahl des Standorts darauf, dass Ihr Aquarium nicht zu viel Sonnenlicht abbekommt, da ansonsten der Algenwuchs begünstigt wird. Außerdem kann eine erhöhte Sonneneinstrahlung Einfluss auf die Wassertemperatur des Aquariums haben. Wenn Sie sich ein größeres Aquarium mit viel Wasservolumen kaufen möchten, spielt auch die Statik eine Rolle. Das hohe Gewicht eines großen Aquariums sollten Sie also nicht unterschätzen und im Zweifel einen Statiker zu Rate ziehen.

Welche Technik wird für ein Aquarium benötigt?

Für Einsteiger empfiehlt sich ein Komplettset, bei dem bereits alle benötigten Technikteile dabei sind. Fortgeschrittene können sich dann bei ihrem zweiten Aquarium durchaus die Technik einzeln aussuchen. (Tipp der Redaktion)

Filter:

In jedem Aquarium mit einem Fischbestand benötigen Sie einen Filter, um das Wasser vom Kot der Fische zu reinigen. Sauberes Wasser in Ihrem Aquarium ist sehr wichtig, damit Fische und Pflanzen gesund bleiben. Für kleinere Becken sind Innenfilter ausreichend. Bei größeren Becken ist ein Außenfilter empfehlenswert. Damit der Filter seine Funktion optimal ausführt, muss er regelmäßig gereinigt werden.

Heizung:

In den meisten Fällen handelt es sich bei den typischen Aquariumfischen um Tiere aus tropischen Gebieten. Damit sich die Fische wohlfühlen, ist daher eine warme Wassertemperatur von hoher Bedeutung. Um die Wassertemperatur konstant aufrecht zu erhalten, benötigen Sie eine Heizung. Auch hier gibt es verschiedene Varianten. Das gängigste Modell ist ein Heizstab, den Sie mit Hilfe von Saugnäpfen an der Innenseite der Aquariumscheibe befestigen. Ein Thermostat am Heizstab sorgt stets für die gewünschte Wassertemperatur in Ihrem Aquarium. Eine etwas aufwändigere Variante ist der externe Heizer, den Sie direkt mit einem externen Filter kombinieren. Hier wird das Wasser direkt im Filter erwärmt und wird bereits in der richtigen Temperatur in das Becken gepumpt. Eine weitere Alternative sind Heizkabel aus Silikon, die Sie auf dem Grund des Aquariums fixieren können. Solche Heizelemente lassen sich zwar recht kompliziert installieren, haben jedoch einen geringeren Stromverbrauch.

Beleuchtung:

Die Beleuchtung ist eines der wichtigsten Elemente in Ihrem Aquarium, denn es hält den kleinen Kreislauf des Lebens in Ihrem Becken aufrecht. Die Beleuchtung sorgt für das Wachstum der Pflanzen und die Pflanzen sorgen für Sauerstoff, der für die Fische lebensnotwendig ist. Natürlich hat die Beleuchtung auch einen ästhetischen Aspekt, denn das Licht in Ihrem Aquarium sorgt dafür, dass die Farben Ihrer Fische und Pflanzen (oder Korallen in einem Meerwasseraquarium) besonders gut zur Geltung kommen. Bei offenen Becken können Sie die Lampen über dem Aquarium aufhängen. Die gängigere und praktischere Variante ist aber die Unterbringung der Beleuchtung in der Abdeckung eines Aquariums.

Ein Aquarium mit Abdeckung ist im Vergleich zu einem Aquarium mit offenem Becken die praktischere Variante, da die Beleuchtung und weitere Technik sowie Kabel platzsparend und nicht sichtbar untergebracht sind. (Tipp der Redaktion)

Die Einrichtung Ihres Aquariums:

Nun haben Sie alle Vorkehrungen getroffen und haben alle benötigten Technikteile besorgt. Jetzt kann es an die Einrichtung Ihres Aquariums gehen:

Welcher Bodengrund ist der beste - Sand oder Kies?

Als Bodengrund in einem Aquarium wird entweder Sand oder Kies verwendet. Der natürlichere Bodengrund für Fische und Wasserpflanzen ist Sand. Sand hat den Vorteil, dass er sich besser reinigen lässt, dafür kann er bei einem zu hohen Fischbestand oder Überfütterung faulen. Wenn Ihre Wasserpflanzen in Kies gepflanzt werden, können Sie die benötigten Nährstoffe besser aufnehmen. Kies ist zwar etwas aufwändiger in der Reinigung, dafür fault Kies aber nicht. Bei Kies gibt es zudem eine viel größere Auswahl an verschiedenen Formen, Größen und Farben. Mit Kies haben Sie also mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Aquascaping.

Tipp: Wenn der Bodengrund in Richtung Rückwand leicht ansteigt, erzeugen Sie die Illusion eines größeren Beckens.

Was ist beim Befüllen des Beckens zu beachten

Beim Befüllen des Beckens achten Sie am besten immer darauf, das Wasser langsam in das Becken zu gießen, damit Ihre Pflanzen sowie die weitere Dekoration nicht beschädigt werden und der Bodengrund nicht zu sehr aufgewirbelt wird. Das Wasser aus Ihrem Wasserhahn kann mit Rückständen von Desinfektionsmitteln oder Schwermetallen belastet sein. Sie sollten das Leitungswasser daher mit einem Wasseraufbereiter behandeln. Um einen natürlichen Kreislauf in Ihrem Aquarium anzustoßen, empfehlen sich sogenannte Filterstarterbakterien. Solche Bakterien aktivieren einen Selbstreinigungsprozess des Wassers, indem die Ausscheidungen der Fische in Nährstoffe für die Pflanzen umgewandelt werden. Einige Pflanzen benötigen jedoch zusätzliche Nährstoffe und müssen mit Dünger gepflegt werden. Damit Ihre Fische sich stets wohlfühlen und keine Algen entstehen, sollte ungefähr alle zwei Wochen ein Drittel des Wassers ausgewechselt werden. Vor dem Einsetzen der Fische sollten Sie einen Wassertest machen - entsprechende Teststreifen oder Tropfen sind in jedem Aquaristikgeschäft zu haben.

Das Einsetzen der Fische in das Aquarium

Nun kommen wir zum wohl aufregendsten Teil bei der Einrichtung eines Aquariums. Wenn alle Vorkehrungen getroffen sind, geht es in die sogenannte Einfahrphase. So nennt man die Phase, in der Sie alle Technikteile laufen lassen und über einen Zeitraum von ungefähr zwei Wochen regelmäßig die Wasserwerte überprüfen und aufrechterhalten. Nach der Einfahrphase können Sie in Etappen die Fische einsetzen. Beginnen Sie mit den robusteren Fischen, wie zum Beispiel Welsen. Wenn sich die Welse wohlfühlen, können Sie nach ein paar Tagen mit den weniger robusteren Fischen fortfahren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sollte ich beim Füttern von Fischen beachten?

Wichtig ist, dass Sie Ihre Fische nicht überfüttern. Füttern Sie zwar oft, aber wenig. Nach dem Füttern sollten möglichst keine Futterreste auf dem Bodengrund liegenbleiben, da es faulen kann und darunter die Wasserqualität leidet.

Was ist Aquascaping?

Die Gestaltung eines Aquariums bezeichnet man als Aquascaping. Dabei kann es darum gehen, eine möglichst realistische Flusslandschaft nachzuempfinden oder einfach eine schöne Fantasielandschaft nach Ihren Vorlieben zu gestalten. Die Dekoration mit Hilfe von Wurzeln, Lavasteinen oder etwas kitschigeren Elementen wie versunkenen Schätzen oder Ähnlichem bezeichnet man als Hardscape. Dazu gehört auch die Rückwand Ihres Aquariums, die entweder mit einer Strukturrückwand oder einer Fotorückwand ausgestattet werden kann. Eine Strukturrückwand sieht realistischer aus, eine Fotorückwand ist hingegen viel günstiger. Als Softscape wird die Bepflanzung eines Aquariums bezeichnet. Vor der Bepflanzung befüllen Sie das Aquarium zu einem Drittel mit lauwarmem Wasser.

Was benötigen Sie für die Reinigung?

Trotz Filter, Wasseraufbereiter und Bakterien sollten Sie Ihr Aquarium regelmäßig reinigen und stets die Wasserwerte im Auge behalten, um optimale Lebensbedingungen für Ihre Fische zu gewährleisten. Mit einem Bodensauger (auch Mulmglocke genannt) reinigen Sie den Bodengrund von Pflanzenrückständen, Ausscheidungen und Futterresten, die durch eine eventuelle Überfütterung entstanden sind. Mit einem Scheibenmagnet können Sie die Scheibe von Algen befreien.