tourenskiDer optimale Tourenski für jede Situation ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, müsste er doch zum einen sehr leicht für den Aufstieg sein sowie zum anderen bei der Abfahrt auf nahezu jedem Schneeuntergrund (sehr) gute Fahreigenschaften bieten. Stattdessen hat sich der Markt in den letzten Jahren stark ausdifferenziert. Auf der einen Seite findet sich der „klassische“, leichte Tourenski mit Übergängen zum noch leichteren Renn-Tourenski. Auf der anderen Seite wiederum tendieren Tourenskier dazu, zugleich breiter und stärker tailliert zu werden, was sich insbesondere in einer Mischform namens Touren-Freerider niedergeschlagen hat. Aber auch die reinen Freerider sind immer häufiger bei Tourengehern anzutreffen.

touren2Als „klassischer Tourenski“ wird heutzutage ein primär aufstiegsoptimierter, unter 2.700 Gramm wiegender Ski verkauft, der sich insbesondere für Tourengeher empfiehlt, die viele Höhenmeter zu überwinden haben. Aber auch diese Klassiker sind in den letzten Jahren – trotz gleichbleibendem oder sogar sinkendem Gewicht – breiter geworden, damit auf der Abfahrt der Fahrspaß nicht verloren geht. Im Schnitt liegen die Skitaillen hier bei +/- 80 Millimetern. Noch breitere (88 Millimeter und mehr) und trotzdem relativ leichte Modelle bieten sogar genügend Auftrieb im Tiefschnee. Sie haben jedoch Nachteile auf schwerem Schnee, da sie dazu neigen, unruhig und nervös zu werden.

tourefreeriderFür anspruchsvollere Geländeuntergründe und schweren Schnee ist ein schmalerer und schwererer Ski mit entsprechend ruhigen Fahreigenschaften die bessere Wahl. Breiter und stärker tailliert als ein klassischer Tourenski und daher auch zum Beispiel für stark verspurtes Gelände geeignet ist der relativ junge Touren-Freerider. Seinen Gewichtsnachteil gleicht er durch bessere Fahreigenschaften bei Abfahrten im Gelände und immer häufiger auch durch eine höhere Pisteneignung aus. Aufgrund seiner Allroundtalente wird dieser Mischtyp seit einiger Zeit auch unter passionierten Tourengehern zunehmend beliebter.

Skifahrer schließlich, die den (oft) mühevollen Aufstieg mit dem Ziel auf sich nehmen, anschließend eine Spur im unberührten Tiefschnee zu ziehen, greifen immer häufiger gleich zu einem reinen Freerider. Die relativ breiten, von der Taillierung her auf weite Schwünge ausgelegten Skier eignen sich nahezu perfekt für dieses Skiabenteuer, auch bei höheren Geschwindigkeiten. „Klassischen“ Tourengehern hingegen dürfte dieser Skityp zu schwer sein. Ist der Aufstieg jedoch relativ kurz, steht einem Freerider als Tourenski nichts im Wege.

Ultraleichte Tourenskier werden fast ausschließlich bei Wettkämpfen eingesetzt. Ihre Gewichtsoptimierung geht spürbar zu Lasten der Fahreigenschaften während der Abfahrt, insbesondere bei den reinen Rennsportmodellen. Generell sind ultraleichte Tourenskier eher für sportliche Tourengeher gedacht, bei denen der Sturm auf den Gipfel im Vordergrund steht und die Abfahrt primär dem Zweck dient, wieder nach Hause zu kommen. Trotz passabler Abfahrtseigenschaften eignen sich diese Modelle kaum für die Pistenfahrt. Sie sind stattdessen reine Skier für Spezialisten.

Übrigens: Einen Ratgeber zu den für den Aufstieg unumgänglichen Skitourenfellen gibt es hier. Leichter sind sie allerdings mit Schneeschuhen unterwegs.