DVB-T2-HD-ReceiverDas terrestrische Fernsehen geht in die nächste Runde: Ab 2016 kann man mit einer normalen Zimmer- oder Außenantenne auch HD-Programme empfangen – DVB-T2 sei Dank. Doch aufgepasst: In Europa werden verschiedene Kompressionsverfahren eingesetzt, demnach ist DVB-T2 nicht gleich DVB-T2. Welche DVB-T2-Receiver sind für den Empfang in Deutschland geeignet?

Kompressionsverfahren entscheidet

Das Kürzel DVB-T steht für „Digital Video Broadcast – Terrestrial“. Via DVB-T werden Signale in Standardauflösung übertragen, was angesichts immer größerer und höher auflösender Displays nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht. Deshalb unterstützt der Folgestandard DVB-T2 auch HDTV-Sendungen, und zwar mit bis zu 1920 x 1080 Pixeln bei 50 Vollbildern pro Sekunde. Wichtig: Um das in Deutschland via DVB-T2 bereitgestellte Angebot empfangen zu können, braucht man einen Receiver, der die HEVC/H.265-Kompression beherrscht. HEVC/H.265 (High Efficiency Video Coding) löst den beim Vorgänger DVB-T eingesetzten Codec MPEG-2 ab und kommt anstelle der von unserer europäischen Nachbarn genutzten MPEG-4-Kompression zum Zuge. Kurzum: Nicht jeder DVB-T2-Receiver eignet sich für die deutsche Variante des neuen Antennenfernsehens.

Grünes Logo bringt Klarheit für Verbraucher

Ein HEVC-Decoder ist in Deutschland Voraussetzung für das neue Antennenfernsehen, doch die wenigsten Kunden wollen sich beim Kauf einer DVB-T2-Box oder eines Fernsehers samt DVB-T2-Tuner mit dem technischen Datenblatt auseinandersetzen. Zur Klarstellung wurde die Bezeichnung „DVB-T2 HD“ ins Leben gerufen und ein Logo vorgestellt, das kompatible Empfänger kennzeichnet. Neben einem HEVC-Decoder müssen Geräte, die sich mit dem Logo schmücken dürfen, ein Entschlüsselungssystem für Pay-TV mitbringen. Nach einer Einführungsphase, die für das zweite Quartal 2016 geplant ist, wird die Umstellung auf DVB-T2 im Frühjahr 2017 beginnen. DVB-T2-Receiver sind abwärtskompatibel zu DVB-T, bis zum Ende der Simulcast-Phase im Jahr 2019, also der parallelen Ausstrahlung via DVB-T und DVB-T2, wird man mit diesen Geräten folglich auch DVB-T-Sender anschauen können. Via DVB-T2 werden in Deutschland gut 40 Sender übertragen, wobei die Privaten ihr Programm nur verschlüsselt anbieten.

Autor: Jens