TV-Receiver: Pollin DR-HD100 sehr sparsam

top-test-3-hdtvWeil immer mehr HDTV-Receiver auf den Markt kommen, sinken die Preise für die Empfangsgeräte rapide. Das betrifft vor allem die Einsteigerklasse. Die Zeitschrift „Satvision“ hat drei Modelle unter 200 Euro auf Bildqualität (25%), Ausstattung (20%), Bedienung (20%), Tonqualität (10%), HDTV-Empfang (10%), Installation, Fernbedienung und Stromverbrauch (jeweils 5%) getestet. Der Preis-/Leistungssieg geht an den Kandidaten von Pollin.

Beim DR-HD100 von Pollin handelt es sich um einen reinen Free-to-Air-Receiver, das heißt mit diesem Gerät kann man keine verschlüsselten Sender empfangen. Überschaubar ist auch die Anzahl der verbauten Schnittstellen: Neben dem HDMI-Ausgang sind noch eine Scart-Buchse, ein RJ11-Anschluss und ein optischer Digitalausgang mit an Bord. Der kompakte Pollin wird gegen einen Aufpreis von 6,95 Euro mit einem zusätzlichen Infrarot-Empfänger ausgeliefert, so dass man ihn auf Wunsch versteckt aufstellen kann. Dafür spricht auch die abgespeckte Anzeige an der Vorderseite: Bis auf eine LED-Lampe, die über den Betriebszustand des Gerätes informiert, findet man hier kein Display. Die Inbetriebnahme klappte reibungslos, die üblichen Orbital-Positionen sind bereits vorprogrammiert. Zum Zeitpunkt des Tests bot das Gerät nur eine einzelne Favoritenliste, über ein Software-Update soll sich die Anzahl bald auf vier Listen erweitern. Das Menü ist nach Aussage der Redaktion sehr klar und übersichtlich, beim EPG spricht man von „schlichter Sachlichkeit“. Bei der Bildqualität lieferte der DR-HD100 sehr gute Ergebnisse, und das sowohl über HDMI wie auch über Scart. Lob verdient sich vor allem die Tiefenschärfe und die geschmeidige Bewegtdarstellung. Auch der Ton soll klar und rauscharm sein. Die Umschaltzeiten liegen im SD-Betrieb bei knapp über einer Sekunde, HDTV-Sender wechselt das Gerät innerhalb von zwei Sekunden. Pluspunkte gibt es auch für den besten Stromverbrauch dieses Vergleichs, der sich bei erfreulichen ein bis zwei Watt im Standby-Betrieb einpendelt.

In diesem Punkt muss sich der Receiver von Opticum, der mit 14 Watt im Standby deutlich mehr Energie verbraucht, geschlagen geben. Dafür hat er als einziger im Test einen integrierten Netzschalter vorzuweisen. Überhaupt gibt sich das Gerät ausstattungsseitig deutlich großzügiger als die Konkurrenz: So bringt der 9000 HD E 2CI 2CX neben HDMI- und zwei Scart-Anschlüssen einen Komponentenausgang, Video-Cinch, analogen Audio-Ausgang und koaxialen sowie optischen Digitalausgang mit. Außerdem hat der Hersteller einen USB-Port und einen Ethernet-Anschluss integriert. Für den Empfang von Pay-TV-Sendern stehen zwei CI-Schächte und ein Conax-Kartenleser bereit. Lob verdient sich auch die achtstellige alphanumerische VFD-Anzeige an der Front. Bei der Ersteinrichtung wird man von einem komfortablen Assistenten begleitet, während der Opticum im Alltagsbetrieb mit 32 Favoritenlisten punktet. Gefallen fanden die Tester auch an der Fernbedienung, die in Sachen Ergonomie und Druckpunkt besser als die Bedienteile der Konkurrenz sein soll. Die Bildqualität gibt kaum Anlass zu Kritik, lediglich bei der Darstellung schneller Bildfolgen war der Polin überlegen. Dafür darf man sich beim EPG des Opticum auf eine grafisch eher verspielte und trotzdem übersichtliche Lösung inklusive Vorschaufenster zum laufenden Programm freuen. Bei den Umschaltzeiten und der Bootgeschwindigkeit hat der etwas träge 9000 HD dann wieder das Nachsehen.

Dank umfangreicher Ausstattung und Unterstützung für verschlüsselte Programme heimst der Opticum 9000 HD den Testsieg ein. Insofern dürfte der äußerst preiswerte und stromsparende Pollin eine weniger auf Funktionalität bedachte Zielgruppe ansprechen, denn er verzichtet auf zusätzliche Anschlussmöglichkeiten oder den Empfang von Pay-TV-Sendern.

Autor: Jens