TV-Receiver: HDTV-Boxen - noch keine perfekten Ergebnisse

top-test-4-hdtv-receiverDie Investition in einen HDTV-fähigen Sat-Receiver mit Festplatte lohnt nicht nur wegen des für 2010 angekündigten HDTV-Starts der Öffentlich Rechtlichen. Denn die Geräte bieten im Vergleich zu SD-Receivern interessante Zusatzfunktionen, zum Beispiel integrierte Streaming-Server. Die Zeitschrift „c't“ hat vier Modelle auf Herz und Nieren geprüft. Zum perfekten Ergebnis reicht es leider bei keinem der Kandidaten.

Homecast schickt mit dem HS 9000 CIPVR seinen mittlerweile zweiten HDTV-fähigen Receiver ins Rennen. In den grundlegenden Eigenschaften unterscheidet er sich nicht vom Vorgänger, dem HS 8100 CIPVR: Beide Geräte erlauben den parallelen Mitschnitt von zwei Sendungen, wobei sich während der Aufnahme sogar eine dritte Sendung anschauen lässt. Das funktioniert zumindest dann, wenn sie auf einem der beiden genutzten Transponder liegt. Die auffälligste Neuerung des HS 9000 CIPVR ist vermutlich seine ein Terrabyte große Festplatte, der Vorgänger hat hier nur den halben Speicherplatz zu bieten. Neu ist auch der FTP-Server, der es im Test auf eine Transferrate von durchschnittlich zwei Megabyte pro Sekunde brachte. Leider lässt sich der Receiver während des Datentransports nicht anderweitig nutzen. In Sachen Multimedia verdient sich das Gerät ebenfalls keine Lorbeeren. So lassen sich außer den eigenen Aufnahmen nur JPEG-Bilder abspielen. Lob gibt es für die einfache und gut konfigurierbare Installation, für die intuitiv bedienbare Videoberbeitungsfunktion und das mit 0,2 Sone angenehm leise Betriebsgeräusch. Verbessert wurde im Vergleich zum Vorgänger auch der Stromverbrauch, der mit drei Watt im Standby bei einem Viertel des HS 8100 liegt.

Deutlich teurer als der Kandidat von Homecast ist die Dreambox DM 8000 HD PVR. Dafür bietet sie auch den größeren Funktionsumfang. So hat Dream Multimedia dem Receiver einen DVD-Brenner spendiert. Flexibel ist man auch bei der Tuner-Ausstattung, denn laut Hersteller lassen sich bis zu vier digitale Empfänger integrieren. Pro Tuner sind dann vier Aufnahmen auf einem Transponder möglich. Der Zugriff per FTP ist dank integriertem Server ebenfalls kein Problem. Die mit allen Audiospuren auf den Computer geladenen Aufzeichnungen lassen sich problemlos weiterverarbeiten. Auch das Archivieren von Aufnahmen über den DVD-Brenner klappte im Test reibungslos, über ein Schnittprogramm sollen sich die Sendungen außerdem auf die passende Länge bringen lassen. Letzteres funktioniert im Test nicht ganz so gut, denn bei Quelldateien mit einer Größe von 8,5 Gigabyte gab das Gerät stets die Fehlermeldung, diese Aufnahme würde nicht auf eine doppelschichtige DVD passen. Dream bestätigt auf Nachfrage der c't, dass man diesen Fehler bald beseitigen wolle. Leichte Schwächen zeigte das Gerät auch in Sachen Multimedia-Wiedergabe: So kam es beim Vorspulen eines DivX-Films zu einem Systemabsturz und bei der Wiedergabe von MP3-Datein mit hoher Bitrate zu kurzen Aussetzern. Als zu lang empfand man außerdem den Kaltstart der Dreambox: Das erste Bild nach dem Einschalten sieht man erst nach mehr als zwei Minuten. Schneller geht es im Standby-Modus, allerdings verbraucht der Receiver hier – weil nur der TV-Ausgang abgeschaltet wird – satte 27,5 Watt Strom.

Dem kritischen Blick der c't hielt kein Testkandidat stand: Alle Geräte zeigten leichte Schwächen, vor allem beim Transfer von TV-Mitschnitten. Es bleibt also nach wie vor Raum für Verbesserungen.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier, außerdem steht der komplette und sehr informative Artikel zum kostenpflichtigen Download bereit.

Autor: Jens