TV-Receiver: Microelectronic macht das Rennen

top-test-3-hdtv-receiverTeure HDTV-Receiver mit Twin-Tuner und PVR-Funktion kommen als Zweitgerät oft nicht in Frage. Für den gelegentlichen Einsatz im Schlaf- oder Kinderzimmer reichen auch die günstigen Modelle. Die Zeitschrift „Digital Fernsehen“ hat drei von ihnen auf den Prüfstand gebeten und bescheinigt allen Kandidaten eine „gute“ Leistung. Testsieger wird der Receiver von Microelectronic.

Die Firma Microelectronic ist neu am Markt und in diesem Vergleich mit dem M200 vertreten. Erste Punkte fährt die kompakte Box mit ihrem alphanumerischen Display ein. Hinter einer Klappe an der Front hat man einen USB-Anschluss und zwei CI-Schächte integriert. Alle eingesetzten CAM-Module für den Empfang von Pay-TV-Sendern wurden im Test einwandfrei erkannt. Auf der Rückseite findet man die gängigen Schnittstellen, also HDMI, Komponente, Scart und Video-Cinch. Bei der Installation steht ein übersichtliches Menü und eine vorkonfigurierte Kanalliste bereit, auch das Hauptmenü ist gut strukturiert. Weniger überzeugt ist die Redaktion vom EPG, das in der aktuellen Software-Version nur eine Multikanalansicht bietet. Es dauert also etwas, wenn man von der Montags-Übersicht zum Freitag blättern will. Dafür braucht der Receiver für den Programmwechsel gerade mal eine Sekunde. Der Aufnahmemodus (PVR-Funktion) klappte im Test problemlos. Leider schneidet die aktuell aufgespielte Software keine EPG-Daten mit, so dass der Programminhalt bei der Wiedergabe nicht angezeigt wird und man den Überblick verliert, wenn sich viele unbekannte Aufnahmen auf der Festplatte befinden. Die Mitschnitte können aber manuell umbenannt werden. Pluspunkte gibt es für den Blindscan, für die hohe Tuner-Empfindlichkeit und die Unterstützung der DiSEqC-Profile 1.2 und USALS. Überzeugend fand man auch die Bildqualität per HDMI, hier zeigt das Gerät nur minimale Fehler bei der Detailgenauigkeit.

Auf dem zweiten Platz landet mit 81 Prozent der Venton HD-100S. Vom Testsieger trennen ihn nur zwei Prozentpunkte. Der PVR-Receiver ist sehr kompakt und gibt sich mit 12 Volt Gleichstrom zufrieden, empfiehlt sich also auch für den Einsatz im Wohnmobil. Dafür ist die Ausstattung nicht ganz so umfangreich: An der Vorderseite wurde ein CI-Schacht nebst Kartenleser verbaut, beim Display muss man sich mit einer Viersegmentanzeige zufrieden geben. Die Rückseite ist mit HDMI, Komponente, Scart und USB ordentlich besetzt. Bei der Installation muss man erst den Suchlauf durchführen, eine vorinstallierte Senderliste hat das Gerät nicht zu bieten. Die Menüs sind übersichtlich, die Umschaltzeiten kurz. Auch das EPG erledigt seinen Job schnell und trumpft außerdem mit Multikanalmodus und Einzelkanalansicht auf. Alle eingesetzten CI-Module wurden im Test problemlos erkannt. Auch der Kartenleser versteht sich mit allen gängigen Smartcards – selbst mit den NDS-Karten von Sky. Leider gibt es bei der Aufnahme von verschlüsselten Sendern Probleme, wenn man einen zweiten Pay-TV-Kanal simultan anschauen möchte: Wechselt man vom ersten Programm zum zweiten, dann bricht die Decodierung des ersten Programms während der Aufnahme ab. Abschließendes Lob gibt es für die breite Palette an DiSEqC-Profilen, auch Unicable wird unterstützt. Und in Sachen Bildqualität leistet sich der Vantage ebenfalls keine Fehler. Moniert wird der hohe Standby-Verbrauch von 10 Watt.

Bei der Erstinstallation, bei der Aufnahme von Pay-TV-Sendern und beim Stromverbrauch muss Venton noch nachbessern, ansonsten ist der HD-100S sehr gelungen. Noch besser fand man in diesem Vergleich nur den M200 von Microelectronic, der in der aktuellen Software-Version allerdings ein eher mäßiges EPG an Bord hat.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens