TV-Receiver: Geht noch besser

top-test-6-hdtv-receiverDas Angebot an HDTV-Sendern wächst und wächst. Schon im Frühjahr 2010 wollen ARD und ZDF regelmäßig in 720p senden, den ersten Testlauf haben wir mit der Leichtathletik-WM bereits hinter uns gebracht. Gleichzeitig kommen immer neue HDTV-fähige Satelliten-Receiver auf den Markt. Doch der Spontankauf ist nicht ohne Tücken. Auch nicht bei den Modellen mit PC-Anbindung, wie die Redaktion der „c't“ in einem Test über sechs Receiver herausfand.

Drei Testkandidaten sind netzwerkfähig: Der DigiCorder HD S2 Plus und der Digit HD8-S, beide von Technisat, sowie die NG Box AZBOX HD Premium. Letzgenannte empfiehlt sich auf den ersten Blick als Alleskönner, denn hier kann man nicht nur eine SATA-Festplatte einbauen und Fernsehsendungen aufzeichnen, sondern außerdem ein WLAN-Modul nachrüsten. Der Receiver lässt sich auf Wunsch mit einem Empfangsteil für digitales Kabel- (DVB-C) und Antennenfernsehen (DVB-T) ausstatten, hat zwei CI-Slots und einen Kartenleser an Bord und kommuniziert über zwei USB-Buchsen mit externen Festplatten. Das Besondere an der AZBOX ist aber ihre Multimedia-Fähigkeit: Sie spielt eine ganze Palette an Formaten, darunter VOB-Dateien, HD-Videos im MKV-Container sowie FLAC- und Ogg Vorbis-Musik. Leider sind bei der Wiedergabe von HD-Videos mit hohen Datenraten leichte Ruckler zu vermelden, obendrein gab es mitunter Schwierigkeiten bei der Unterstützung von DTS-Tonspuren. Einschränkungen muss man auch bei der Wiedergabe von JPEG-Fotos in Kauf nehmen, denn mit Auflösungen über 1920 x 1080 Pixeln kommt die AZBOX nicht zurecht. In Sachen Netzwerk hat das Gerät eine „schicke Oberfläche“ für die Sichtung von YouTube-Videos, einen einfachen Web-Browser, einen RSS-Feed-Reader und einen E-Mail-Client zu bieten. Ein FTP-Server und der passende Client wurden ebenfalls integriert, so dass man seine TV-Aufnahmen über das Netzwerk herunterziehen und Multimedia-Dateien umgekehrt aufspielen kann. Abzüge gibt es in Sachen Systemstabilität, denn die Box stürzte während des Tests gelegentlich ab.

Bei den Geräten ohne Netzwerkanschluss (Skyvision, Schwaiger, Smart Electronic) hat der Skyvision 1900HD das Zeug zum Sieger. Es handelt sich um Single-Tuner-Modell ohne eingebaute Festplatte, das in Kombination mit einer externen USB-Platte trotzdem als Recorder funktioniert und außerdem MP3-Musik sowie JPEG-Bilder abspielt. Die Besonderheit: Man bleibt bei der Wahl des USB-Mediums nicht auf FAT-formatierte Speicher beschränkt, denn der 1900HD kopiert die Aufnahmen auch auf NTFS-formatierte Platten. Vorteil: Man kann auch Aufnahmen speichern, die größer als vier Gigabyte sind – eigentlich. Eigentlich, denn das Gerät legt die Aufnahmen trotz NTFS-Unterstützung in knapp vier Gigabyte großen Blöcken an und versieht sie zudem mit der eher exotischen Endung .dvr. Um das DVR-Format mit dem Computer oder einem anderen HDTV-Videoplayer anzuschauen, muss es zunächst mit einer kostenlosen Software (DVR File Converter) in das TS-Format gebracht werden. Bis auf diesen Umstand gibt sich der Receiver allerdings keine wirkliche Blöße. Als einer von wenigen entschlüsselt er sogar verschlüsselt aufgenommene Sendungen bei der Wiedergabe, sofern sich eine gültige Smartcard im CAM-Modul befindet. Man muss also bei der Aufnahme eines Pay-TV-Programms nicht unbedingt eine passende Smartcard zur Hand haben.

Auch wenn NG Box und SVS Skyvision mit ihren Receivern prima Geräte auf den Markt gebracht haben, arbeitet die Technik nicht vollkommen fehlerfrei. Kurzum: Es geht noch besser.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier, außerdem steht der komplette Artikel zum kostenpflichtigen Download (80 Cent) bereit.

Autor: Jens