top-test-dream-und-real2Die Zeitschrift „Digital Fernsehen“ hat die ReelBox Avantgarde mit der Dreambox DM 8000 HD PVR verglichen. Beide Geräte unterstützen HDTV-Sender, speichern das Programm auf Festplatte und punkten mit einem integrierten bzw. nachrüstbaren DVD-Brenner. Umso spannender fand man die Frage, welches Modell am Ende vorne liegt. Das Wichtigste vorweg: Einen ausdrücklichen Testsieger gibt es diesmal nicht, dafür unterscheiden sich die Zielgruppen der Receiver zu sehr voneinander.

Die Anschlussleiste ist bei beiden Kandidaten nahezu vollständig besetzt. Erste Unterschiede gibt es bei den Abmessungen: Während die Dreambox dank üppiger Ausstattung eher in die Breite geht, hat man die ReelBox etwas höher gebaut. Die Displays sind bei beiden Geräten gut lesbar und stellen neben der Senderkennung sogar Menüstrukturen dar. Bei der Dreambox stehen vier CI-Schnittstellen und zusätzliche Kartenleser bereit, bei der ReelBox sind es zwei CI-Schnittstellen weniger. An der Vorderseite punkten beide Geräte außerdem mit einem SD-Kartenschacht für die direkte Wiedergabe von Digitalfotos. Mit an Bord ist jeweils ein Twin-Tuner, wobei man den Empfangsweg beim Kauf der ReelBox selbst bestimmen kann. Die Dreambox wird ab Werk mit zwei fest eingebauten DVB-S2-Tunern ausgeliefert und lässt sich über zwei Stecktuner-Plätze für den Kabelempfang nachrüsten. Auch die ReelBox kann mit Twin-Tunern nachgerüstet werden, mit ihr lassen sich bis zu sechs Tuner parallel verwenden. Reel setzt bei der Verbindung zum Flachbildschirm auf eine HDMI-Schnittstelle, Dream auf einen DVI-Anschluss inklusive mitgeliefertem Adapterkabel. Bei der ReelBox gehören DVD-Laufwerk und Festplatte zur Grundausstattung, bei der Dreambox müssen die Komponenten nachgerüstet werden.

Die Inbetriebnahme gelingt bei beiden Kandidaten problemlos, außerdem darf man sich auf eine vorinstallierte Senderliste freuen. Die Umschaltzeiten sind mit 1,5 Sekunden bei SD- und zwei Sekunden bei HD-Sendern moderat. Beim Brennen von DVDs liegt die Reelbox vorn, hier fand man die allgemeine Bedienung, die Schnittfunktion und die Geschwindigkeit besser. Die Wiedergabe von Multimedia-Dateien und das Streaming von Internetradio meistern beide Receiver zuverlässig. Mit Blick auf die Tuner-Leistung hat Dream die Nase dank besonders stabiler Signalverarbeitung knapp vorn. Auch bei den DiSEqC-Fähigkeiten ist die Dreambox flexibler, denn Reel verzichtet auf das USALS-Protokoll. Die auffälligsten Unterschiede gibt es bei den Zusatzfunktionen: Die Dreambox lässt sich mit Alternativ-Software, mit zusätzlichen Programmen und mit diversen Display-Skins aufmotzen, außerdem stellt die große Fan-Gemeinde im Netz passende Treiber für weitere Kartenleser oder Multimedia-Geräte bereit. Die Reelbox punktet vor allem mit ihrer Fähigkeit, den kompletten Funktionsumfang per Netzwerk an bis zu sechs zusätzliche Boxen weiterzugeben (Netclient), ist also besonders familientauglich. Beide Receiver liefern detaillierte und scharfe Bilder, selbst schwieriges Material wurde im Test fehlerfrei verarbeitet. In dieser Disziplin gibt es keine Unterschiede.

Während sich die Dreambox als besonders ausbaufähiger Receiver eher an Bastler richtet, die ihre Box selbst tunen wollen, empfiehlt sich die Reelbox als Familiengerät, mit dem man schon ab Werk nicht nur das TV-Programm empfängt, sondern außerdem DVDs anschauen und die wichtigsten Multimedia-Funktionen nutzen kann.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens