Fernseher: Was bringt die 200-Hertz-Technik?

ratgeber_fernseherViele LCD-Fernseher können nicht nur 100, sondern 200, 400 oder mehr Bilder pro Sekunde darstellen. Schnelle Bewegungen, wie man sie von Actionfilmen und Sporübertragungen kennt, werden dadurch - so die Hersteller - besonders sauber wiedergegeben. Doch wie funktioniert die Technik und was bringt sie tatsächlich?

Die 200 Hertz-Technik wurde entwickelt, weil die immer größer werdenden LCD-Fernseher für gewöhnlich mit dauerhaft leuchtenden Bildpunkten arbeiten. Verschiebt sich ein Objekt auf dem Display schneller als ein Pixel pro Bild, dann führt das zu Nachzieheffekten. Hier kommen die 200 Hertz ins Spiel: Um die Bildwiederholrate zu vervierfachen, berechnet die Elektronik des Fernsehers aus jedem eingehenden Bildsignal drei weitere Szenen, meist auf Basis der beiden vorangegangenen Einzelbilder. Allerdings funktioniert das nur, wenn die Panels eine entsprechend schnelle Reaktionszeit haben. Das erreicht man mit verbesserten Flüssigkristallmischungen und optimierten Leiterbahnen.

Dabei braucht es, um Nachzieheffekte zu verhindern, noch nicht mal „echte“ 200 Hertz – also drei neue Szenen aus einer vorangegangenen. Der Effekt lässt sich auch reduzieren, indem das ansonsten dauerhaft leuchtende Hintergrundlicht schnell hintereinander ein- und wieder ausgeschaltet wird. Dieses pulsierende Licht führt bei Fernsehern, die eigentlich nur 100 Hertz darstellen können, ebenfalls zu einer kürzeren Reaktionszeit – und damit zu scharfen Bewegtbildern. Genau wie bei der „echten“ 200 Hertz-Technik verweilen Bewegungen hier lediglich fünf Millisekunden an einem Ort. Auch LCD-Fernseher mit 400, 600 oder mehr Hertz nutzen diese Möglichkeit der Backlight-Steuerung.

Verschiedene Studien belegen, dass die Unschärfe bei einem Gerät ab 200 Hertz tatsächlich unterhalb der Wahrnehmungsgrenze liegt. Bei Flachbildfernsehern mit 100 Hertz wirken einige Szenen noch stark bis leicht unscharf. Ob das Panel echte 200 Bilder pro Sekunde zeigt oder mit einem Hintergrundlicht arbeitet, das sich in einzelnen Segmenten beziehungsweise komplett abschaltet, ist dabei weniger entscheidend. Unterschiede bei der Bewegtdarstellung gibt es trotzdem, selbst wenn zwei verschiedene Geräte mit der gleichen "Bildwiederholrate" beworben werden. Wer herausfinden will, wie gut ein Fernseher wirklich mit schnellen Bildfolgen zurechtkommt, sollte die Tests der Fachmagazine anschauen.

Autor: Jens