HbbTV-Fernseher: Hybrides Fernsehen

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HbbTVHybrid Broadcast Broadband Television, kurz HbbTV, verschmilzt klassische Empfangswege mit den Möglichkeiten des Internets. Ein Fernseher, der den Videotext-Nachfolger unterstützt, greift aus dem laufenden Programm auf das Online-Angebot der TV-Sender zu. Mittlerweile bieten fast alle Sender HbbTV-Inhalte, trotzdem kann man sie nicht mit allen Geräten nutzen.

Voraussetzungen und Funktionen

Wer vom HbbTV-Standard profitieren will, braucht ein Gerät mit DVB-S- (Satellit) oder DVB-C-Tuner (Kabel). Auch via DVB-T (Antenne) werden die Angebote verfügbar gemacht, allerdings nur in Ballungsgebieten. Außerdem unerlässlich: ein Netzwerkanschluss und eine Internetverbindung mit mindestens 2 Mbit/s. Bei mehreren Teilnehmern empfiehlt sich ein DLS-6000 Anschluss, idealerweise mit Flatrate. Unterstützt der Fernseher beziehungsweise der TV-Receiver den HbbTV-Standard, dann erscheint – falls der eingestellte Sender den HbbTV-Dienst anbietet – ein rotes Symbol am unteren Bildschirmrand. Mit einem Druck auf die rote Taste der Fernbedienung gelangt man zu den interaktiven Inhalten, die von Sender zu Sender variieren. Am umfangreichsten ist das Angebot bei den Öffentlich-Rechtlichen. Theoretisch kann man mit einem HbbTV-fähigen Gerät auf Beiträge in den Mediatheken, auf digitale Programmzeitschriften, klassische Videotext-Informationen, Nachrichten und Online-Videotheken zugreifen.

Einschränkungen

HbbTV gilt als Videotext-Nachfolger, doch ganz so universell wie sein Vorgänger ist HbbTV nicht. Auf die Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen kann man mit allen HbbTV-Geräten zugreifen, während die Inhalte der Privaten nicht immer erreichbar waren. Sender und Hersteller mussten erst klären, ob und wie der Dienst bereitgestellt wird. Zudem sind die Mediatheken der privaten Sender nur kostenpflichtig via „HD+ Replay“ nutzbar. Mit Einschränkungen muss man auch aus anderen Gründen leben: So wird die Online-Videothek Maxdome, die im HbbTV-Paket von ProSieben und Sat.1 angeboten wird, mangels Kopierschutz nicht von allen Geräten unterstützt. Selbst bei den freien HbbTV-Angeboten gibt es einen Interessenkonflikt, denn diese Inhalte konkurrieren mit Diensten, die die Hersteller in eigenen Smart-TV-Portalen anbieten. Wer auf HbbTV-Inhalte zugreifen, die HbbTV-Funktion des Fernsehers aber deaktivieren will, weil das Sehverhalten nicht geteilt werden soll (Zuschauer-Tracking), nutzt - falls vorhanden - den Webbrowser des Fernsehers. Im Webbrowser lassen sich die HbbTV-Portale per Adresseingabe aufrufen.

Autor: Jens