Fernseher mit Gestensteuerung: Innovative Bedienkonzepte

Im November 2010 führte Microsoft ein neuartiges Bedienkonzept für seine High-Definition Konsole Xbox 360 ein: Kinect. Mittels Kamera und einer Software, die die Bewegungen der Spieler erkennt und auf das Spiel überträgt, konnten nun die Games per Gestensteuerung kontrolliert werden. Das innovative Bedienen der Konsole fand einen enormen Anklang bei Konsumenten und Fachleuten. Es dauerte nicht lang, bis auch die Fernseherhersteller an diesem Bedienmodell arbeiteten und bald eigene Versionen vorstellten. Doch wie funktioniert diese Technik und vor allem: Wie sinnvoll ist sie?

Die Technik der Gestensteuerung

Seit 2012 haben einige der aktuellsten Modelle der großen Hersteller eine Gestensteuerung integriert. Einige Unternehmen wie LG geben dem Nutzer noch einen Controller in die Hand, mit dessen Hilfe man die Handbewegungen an den Fernseher sendet (ähnlich, wie bei der Nintendo Wii-Spielkonsole). Andere Entwickler, wie zum Beispiel Samsung, erlauben dem Kunden, das TV-Gerät gänzlich ohne Hilfsmittel zu bedienen. Die Frage nach dem passenden Gerät ist also Geschmackssache, aber für jeden sollte das Richtige dabei sein. Wer lieber etwas in der Hand hält, während man den Fernseher bedient, greift zu Modellen mit Gestensteuerung per Controller. Wer jedoch gern komplett auf eine Fernbedienung verzichtet, sollte sich die Fernseher von Samsung einmal näher anschauen. Auch Philips hat mittlerweile TV-Geräte mit Gestensteuerung auf dem Markt. Die Technik ist schon ziemlich ausgefeilt und intuitiv, auch komplizierte Menüs lassen sich teilweise per Geste steuern, indem man dem Fernseher freundlich zuwinkt. Auch die Bedienung von einfachen Internet-Anwendungen im SmartHub (App-Menü), sowie Programmwechsel oder Lautstärkeregulierung sind ohne Probleme möglich. Die Fernseher bieten auch weitere Vorteile, vor allem für Leute, die gern Videotelefonie betreiben. Die eingebauten Kameras lassen sich nicht nur für die Gestenerkennung benutzen, man kann mit ihnen auch Videotelefondienste wie Skype benutzen. So ist es möglich, ihre Liebsten auf einem riesigen Fernsehbildschirm zu sehen und zu interagieren. Außerdem dienen die Kameras zur Gesichtserkennung. Praktisch: Das Gerät speichert bis zu fünf Profile, mit all ihren Einstellungen und ruft das entsprechende Profil auf - je nachdem wer gerade vor dem Fernseher sitzt.

Fernbedienungen wie Smartphones

Nicht nur die Fernseher lassen sich mittels neuartigen Steuerungen kontrollieren, auch die Fernbedienungen überzeugen mittlerweile mit innovativen Bedienkonzepten. So haben einige Modelle eine Smartphone-ähnliche Touchscreen-Oberfläche. Das ist sinnvoll, denn viele Menschen besitzen bereits ein Smartphone und sind die Bedienung eines solchen Gerätes aus dem Alltag gewohnt – man gleitet also schnell und instinktiv durch die Menüs auf der Fernbedienung. Außerdem bieten viele Hersteller Apps für das Handy oder das Tablet an. Dadurch können sie unterwegs Einstellungen auf ihrem TV vornehmen oder sogar ihr Handy/Tablet als Zweitmonitor verwenden.

Eine wirkliche Alternative?

Die Hersteller arbeiten stetig an der Weiterentwicklung ihrer Steuerungsvarianten. Es ist also mit weiteren nützlichen Innovationen, per Firmware-Update, in der Zukunft zu rechnen. Daher sind die neuartigen Bedienkonzepte nicht nur etwas für Technikbegeisterte, sondern dürfen schon jetzt als eine wirkliche Alternative zur altgedienten Fernbedienung angesehen werden.

Autor: Kai