Fernseher: Typen, Technik, Ausstattung

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Bei Fernsehern fällt die Kaufentscheidung schwer – zu groß ist die Auswahl, zu umfassend die gebotenen Funktionen. Besonders weit verbreitet sind LCD-LED-Fernseher, vergleichsweise selten stehen OLED-TVs in den Regalen. Die Hersteller werben mit modernen Panel-Technologien, mit digitalen Empfangsteilen, diversen Schnittstellen, neuen Bedienkonzepten, 3D- und Netzwerkfähigkeit. Was leisten die Geräte im Einzelnen?

LCD, Plasma, OLED

Marktführend sind LCD-Fernseher, bei denen das Panel mit LEDs hinterleuchtet wird, denn LCD-TVs mit LED-Backlight sind schlanker und sparsamer als Geräte mit Leuchstoffröhren. Sitzen die Dioden an den Seiten und beleuchten das Panel indirekt, spricht man von Edge-LED-Backlight. Wer beim Kontrast ungern Kompromisse macht, besorgt sich ein Modell mit Direct LED- respektive Full LED-Backlight, denn hier sitzen die Leuchtdioden flächig hinter dem Display und können lokal verdunkelt werden. LC-Displays sind heller als Plasma-Schirme, die heute nur noch gebraucht angeboten werden, im Gegenzug ist der Blickwinkel eingeschränkt. Bei Tageslicht wirkt das Bild eines Plasma-Fernsehers vergleichsweise flau, dafür ist die Darstellung bei seitlicher Betrachtung gleichbleibend farbstark. OLED-TVs, also Geräte mit organischen Leuchtdioden, sind ebenfalls blickwinkelunabhängig. OLED-Fernseher verbrauchen außerdem weniger Leistung als Plasma-TVs, sie liefern intensivere Farben und sind noch schlanker als LCD-Geräte mit LED-Backlight, nach wie vor aber auch teurer.

Auflösung und Bildwiederholrate

Full-HD-Fernseher, ob nun gerade oder gebogen, zeigen 1920 x 1080 Pixel, was der Auflösung eines Blu-ray-Films entspricht. Schwächer auflösende HD-ready-Displays findet man vor allem bei kleineren Modellen bis 32 Zoll. Abgelöst werden diese Gerätetypen von großformatigen Fernsehern, die mit der vierfachen Full-HD-Auflösung arbeiten, also mit 3840 x 2160 Pixeln. Um von der Auflösung eines Ultra-HD-Fernsehers zu profitieren, müssen zahlreiche Inhalte hochskaliert werden. Das geschieht im Fernseher selbst, im AV-Receiver oder im Blu-ray-Player. Echte Ultra-HD-Signale gelangen von einem UHD-Blu-ray-Player, via DVB-S2 oder aus dem Internet auf den Schirm. Geht es um die Bildwiederholrate, wird man mit Werten wie 400, 600 oder 1000 Hertz konfrontiert. Tatsächlich zeigen die Geräte maximal 200 Bilder pro Sekunde. In die höheren Werte, für die es je nach Hersteller unterschiedliche Bezeichnungen gibt, fließt neben der nativen Panelgeschwindigkeit und der Zwischenbildberechung auch die Steuerung des LED-Lichts in. Wie gut Unschärfen und Ruckler tatsächlich vermieden werden, kann man an diesen Werten nur bedingt ablesen, hier lohnt ein Blick in die Tests der Fachmagazine.

3D-Wiedergabe

Von der Bildwiederholrate bzw. dem, was die Hersteller als Bildwiederholrate bezeichnen, soll man nicht nur bei der Anzeige schneller Bewegungen, sondern auch bei der 3D-Wiedergabe profitieren. Zumindest dann, wenn es sich um einen Fernseher mit aktiver 3D-Technik handelt, denn hier erscheinen die Bilder für das linke und das rechte Auge hintereinander, gleichzeitig verdunkelt die Shutterbrille das jeweils andere Auge. Das dadurch bedingte Flackern wird umso weniger beziehungsweise gar nicht mehr wahrgenommen, je höher die Bildwiederholrate ist. Neben Geräten mit aktiver Shuttertechnik sind 3D-Fernseher mit Polarisationstechnik am Markt erhältlich. Vorteil: Es flimmert nicht, außerdem sind die Brillen mangels elektronischer Bauteile leichter und günstiger als Shutterbrillen. Allerdings halbiert sich die vertikale Auflösung, denn die Bilder werden nicht hintereinander, sondern gleichzeitig angezeigt und von den Augen zeilenweise wahrgenommen. Mittlerweile hat die Wiedergabe von 3D-Inhalten deutlich an Stellenwert verloren, einige Hersteller haben die Produktion komplett eingestellt.

Schnittstellen und Tuner

HD-Signale, darunter 3D-Bilder, werden per HDMI zugespielt. Für analoge Quellen gibt es Komponenten- und Composite-Video-Eingänge, Scart- und VGA-Buchsen. Der Ton gelangt über den Audio-Rückkanal (ARC) eines HDMI-Eingangs oder über einen separaten Digitalausgang zum Heimkinosystem. Integrierte Tuner für einen, zwei oder alle drei Empfangswege – namentlich Antenne (DVB-T, DVB-T2 bzw. DVB-T2-HD), Kabel (DVB-C) und Satellit (DVB-S2) – sind mittlerweile Standard, teilweise werden sie doppelt verbaut (Twin-Tuner). Aktuelle Geräte unterstützen den HDTV-Empfang und via Satellit auch UHD-Sender, für verschlüsselte Angebote gibt es CI- oder CI-Plus-Slots. Oft können die digitalen TV-Programme auf einen USB-Speicher, seltener auf eine SD-Karte mitgeschnitten werden (PVR-ready), umgekehrt lassen sich Multimedia-Dateien fremden Ursprungs vom externen Speicher abspielen. Per LAN oder WLAN greift die Mehrzahl der Geräte auf Inhalte aus dem Netz zu. Zum „Smart TV“ werden die DLNA und Internet-fähigen Fernseher auch mit Blick auf innovative Bedienkonzepte wie Smartphone-, Sprach- und Gestensteuerung.

Autor: Jens