Fernseher: Gelungen, aber kein Überflieger

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Weil sich die Gretchenfrage „LCD- oder Plasma-Technik“ bei der Bildqualität aktueller Geräte nicht mehr unbedingt stellt, bewertet die Zeitschrift „Heimkino“ beide Gerätearten seit längerem im direkten Vergleich. In diesem Test stand der erste LCD-Fernseher von Pioneer auf dem Prüfstand. Der Kuro KRL-37V musste sich in den Kategorien Bild, Ton, Ausstattung, Verarbeitung und Bedienung behaupten und zeigen, ob er mit der Plasma-Konkurrenz mithalten kann.

Schon äußerlich macht das Gerät einen guten Eindruck: Zwar besteht der Rahmen aus Kunststoff, er wirkt aber eher, als sei er aus gebürstetetem Aluminium gefertigt. In Sachen Ausstattung hat der Flachbildschirm drei HDMI-Eingänge, zwei RGB-Scarts, Komponente, Sub-D und RS-232-Schnittstelle vorzuweisen. Alle genannten Anschlüsse liegen auf der Rückseite. An der Seite findet man zwar einen AV-Anschluss, jedoch keine weitere HDMI- oder Speicherkarten-Schnittstelle. Auch die USB-Buchse ist nur für Servicezwecke gedacht, hier hätte die Redaktion mehr erwartet. Schade fand man auch, dass die Menüstruktur des KRL-37V keinen Experten-Modus inklusive detaillierter Kalibrierungsmöglichkeiten umfasst, wie man sie von Pioneers Plasma-Geräten kennt. Zwar bestand im Test dank guter Abstimmung kein großer Kalibrierungsbedarf, moniert wird allerdings, dass man die reduzierten Bildeinstellungen nur pro AV-Modus und nicht pro Eingang speichern kann. Von Pioneer sei man eigentlich anderes gewohnt. Dafür darf man sich auf eine edle Fernbedienung freuen, wie sie auch bei den Plasma-Geräten eingesetzt wird. Zwei Empfangsteile für analoges Kabelfernsehen und DVB-T sind ebenfalls mit an Bord, beide Tuner lieferten im Test ein relativ weiches und detailarmes Bild. Der Vorteil dieser leichten Unschärfe: Man sieht keine störenden Artefakte. Für gut lesbare Laufschriften sorgt die 100 Hz-Technik. Auch der Blickwinkel des Panels konnte im Test überzeugen, exzellent fand man ihn aber nicht. Die Schwarzdarstellung erreichte nicht ganz die Tiefe der Pioneer-Plasmas, sie hielt den kritischen Blicken der Tester aber ohne Weiteres stand. Im Zusammenspiel mit der Reflexscheibe auf dem Panel wirkten die Filme sehr plastisch. Beim Ton lobt man die luftigen Höhen und die strammen Bässe, verzichten muss man allerdings auf individuelle Einstellmöglichkeiten, wie etwa einen 5-Band-Equalizer.

Mit einer Testnote von 1,4 wird der KRL-37V als „sehr gelungen“ bezeichnet, auch wenn man die Bilder nicht ganz so überragend fand, wie die seiner Plasmakollegen. Anspruchsvolle Cineasten haben vor allem den Nachteil, dass die Bildeinstellungen nicht pro Kanal gespeichert werden können.

Autor: Jens