Fernseher: Nach welchen Kriterien werden TV-Geräte bewertet?

Bild & Ton: Gehen Hand in Hand

Wie gut ein Fernseher ist, steht und fällt mit der Bildqualität. Bedeutet auch: Fernseher, die in der Königsdiziplin patzen, haben ihre Chance auf ein gutes Gesamtergebnis bereits verspielt. Besonders wichtig ist die Bildschärfe, schließlich werden die Geräte von Jahr zu Jahr größer. Film- und Serienfans erwarten knackscharfe Ergebnisse – auch auf einem Display mit 75 Zoll oder mehr, was feinere Auflösungen und effektivere Bildverbesserer zur Folge hat. Neben der Schärfe fließen weitere Bildeigenschaften in die Bewertung ein. So werden verwaschene oder künstliche Farben, schwache Kontraste, Schlieren bzw. Nachzieheffekte bei schnellen Bewegungen, ungleichmäßig ausgeleuchtete Displays und begrenzte Blickwinkel von Testern und Nutzern abgestraft. Wer ganz oben auf dem Treppchen stehen will, muss in allen Belangen überzeugen.

OLED65E7V mit Soundbar-Standfuß Beim OLED65E7V hat LG eine Soundbar in den Standfuß integriert – mit Erfolg, wie die Testergebnisse zeigen (Bildquelle: lg.com)

Neben dem Bild, das möglichst scharf und brillant sein soll, kommt es auf die Tonqualität an, denn Bild und Ton gehören zusammen. Baubedingt haben Fernseher hier kein leichtes Spiel: Weil sie sehr flach sind und wenig Volumen bieten, ist der Klang meist nur mittelmäßig, manchmal auch schlechter. Im TV-Alltag reicht das vielleicht, für Film-, Fernseh- und Spiele-Enthusiasten reicht es in der Regel nicht. Die TV-Hersteller reagieren und bringen Geräte auf den Markt, bei denen aufwändig konstruierte Lautsprecher mit hoher Belastbarkeit nebst separaten Tieftönern verbaut werden oder bei denen die Boxen komplett ausgelagert sind – etwa in den Standfuß. Sollte selbst das nicht genügen bzw. ist eine Alternative zu den oft teuren Modellen mit gutem Klang gefragt, bleibt immer noch der Griff zur externen Lösung in Form von Soundbar, Soundbase oder Heimkinosystem.

Meist sind die werksseitigen Presets suboptimal. Mit den richtigen Einstellungen kann man das Bild verbessern bzw. an persönliche Sehgewohnheiten anpassen. Analog stehen diverse Tonmodi und oft auch ein Equalizer zur Klangverbesserung bereit. An dieser Stelle prüfen und bewerten die Fachmagazine, wie umfangreich und effektiv die Einstellmöglichkeiten sind. Und beantworten Fragen wie: Kann man Einstellungen für verschiedene Quellen vornehmen? Gefällt das Einstellmenü oder ist es zu kompliziert aufgebaut?

Ausstattung: Was steckt im Fernseher drin, was passt ran?

Eingebaute Tuner, die durchweg mit einem CI-Plus-Slot zum Entschlüsseln kostenpflichtiger Inhalte kombiniert werden, sind mittlerweile Standard. Neben dem Empfang und der Empfangsleistung – die meisten, wenn auch nicht alle Geräte sind dreigleisig unterwegs, haben also Tuner für Antenne, Kabel und Satellit an Bord – bewerten Tester und Nutzer die Aufnahme. Gemeint ist die Fähigkeit, Sendungen auf einen Speicherstick, eine externe Festplatte bzw. eine interne Festplatte aufzunehmen, was mal mehr, mal weniger gut und in einigen Fällen überhaupt nicht funktioniert, weil gar nicht vorhanden. Praktisch sind doppelte Tuner, dank denen man zwei Sender gleichzeitig aufnehmen bzw. einen Sender ansehen und parallel einen anderen aufnehmen kann. Praktisch ist auch die Funktion zum zeitversetzten Fernsehen (Timeshift), die sich bei einigen Geräten sogar permanent aktivieren lässt.

Die besten Fernseher mit Twin-Tuner

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Panasonic TX-65GZW2004 Sehr gut(1,0)
2 LG OLED65E8 Sehr gut(1,0)
3 Panasonic TX-65GZW954 Sehr gut(1,0)

Anschlüsse bei Philips-Fernsehern Schematisches Anschlussfeld bei einem Philips-Fernseher (Bildquelle: philips.de)

Gut ausgestattet ist ein Fernseher, wenn er nicht mit Anschlüssen geizt. Vor allem nicht mit HDMI-Anschlüssen, über die er digitale Bild- und Tonsignale von DVD- und Blu-ray-Playern, Notebooks, Spielekonsolen und vergleichbaren Quellen empfängt. Mit drei HDMI-Eingängen ist man auf der sicheren Seite, bei allem darunter könnte es schnell eng werden. Bewertet wird auch, ob der Fernseher HDMI-Extras wie einen integrierten Audio-Rückkanal oder die Ansteuerung externer Geräte mittels HDMI-CEC unterstützt. Außerdem wichtig: Digitale und analoge Audio-Ausgänge sowie Anzahl und Version der USB-Buchsen. So sind USB-Buchsen in Version 3.0 schneller und stellen mehr Strom bereit als ältere Versionen. Pluspunkte vergeben Tester und Nutzer, wenn ein Fernseher dank Bluetooth drahtlos mit Smartphones, Tablets, Tastaturen, Computermäusen und/oder Audio-Geräten interagiert.

Bestenliste von Fernsehern mit USB-3.0-Buchsen

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Panasonic TX-65GZW2004 Sehr gut(1,0)
2 Panasonic TX-65GZW954 Sehr gut(1,0)
3 Panasonic TX-55GZW1004 Sehr gut(1,0)

Smart-TVs, also Fernseher mit Netzwerk- und Internetfunktionen, stehen bei der Kundschaft hoch im Kurs. Allerdings ist Smart-TV nicht gleich Smart-TV. Lässt sich der Fernseher drahtlos per WLAN oder nur kabelgebunden per LAN ins Netz einbinden? Bietet er dank HbbTV-Unterstützung direkten Zugriff auf die TV-Mediatheken, also aus dem laufenden Programm heraus? Gibt es Apps für beliebte Streaming-Dienste und wenn ja, welche? Auch beim Betriebssystem scheiden sich die Geister, ähnlich wie bei Smartphones. So legt der eine gesteigerten Wert auf Look und Handling der Bedienoberfläche, während der andere möglichst flexibel sein will und viele Apps braucht. Apropos Apps: Im besten Fall starten die Hilfsprogramme zügig und laufen stabil - genau wie andere Netzwerk-Anwendungen, etwa das Streamen lokaler Dateien.

Handhabung im Test: Einfach ist einfach besser

Das Bild kann noch so brillant, die Ausstattung noch so prall sein: Hapert es an der Bedienung, macht das Ganze keinen Spaß. Überzeugt die Nutzerführung oder muss man sich durch verschachtelte Menüs quälen? Sind die Schriften einwandfrei lesbar? Gibt es versteckte Optionen oder erklärt sich alles von selbst? Wie ein Fernseher im täglichen Gebrauch abschneidet, hängt auch von den Reaktionszeiten ab. Während einige Geräte in wenigen Sekunden betriebsbereit sind, ohne große Verzögerung von Sender zu Sender wechseln, Apps oder vergleichbare Anwendungen schnell starten und insgesamt sehr flüssig laufen, muss man bei anderen deutlich mehr Zeit mitbringen.

Einige Bereiche der Bedienung sind besonders interessant. So auch die Sendersortierung, die in Tests und Kundenrezensionen sehr häufig thematisiert wird. Hier stellen sich Fragen wie: Sind die Sender sinnvoll vorsortiert bzw. ist überhaupt eine Vorsortierung möglich? Lassen sich die Sender in der Hauptliste problemlos sortieren oder wird es, vor allem bei langen Listen, zur Geduldsprobe? Bietet der Fernseher eine Suchfunktion oder können die Programme in Favoritengruppen organisiert werden? Und wenn es am Gerät zu kompliziert ist: Sind die Senderlisten exportierbar, damit man sie mit einem passenden Programm bequem am Computer bearbeiten kann?

Magic Remote von LG Klassisches Ziffernfeld und praktische Sonderfunktionen bei der Magic Remote von LG (Bildquelle: lg.de)

Von entscheidender Bedeutung, weil unerlässlich: die Fernbedienung. Sie sollte gut in der Hand liegen, nicht zu klein und nicht zu groß sein. Auch das Material wird von Testern und Nutzern kritisch bewertet: Setzt der Hersteller auf minderwertigen Kunststoff, der knarzt oder quietscht? Oder darf man sich auf ein tadelloses Gehäuse freuen, vielleicht sogar aus Aluminium? Bei der eigentlichen Bedienung stehen die Logik der Platzierung, die Übersichtlichkeit, die Beschriftung und der Druckpunkt der Tasten im Fokus. Ergänzend beleuchten Tester die Reichweite und widmen sich smarten Sonderfunktionen, etwa der Sprachsteuerung mittels eingebautem Mikrofon, der Zeigesteuerung, Scrollrädern und Touch-Elementen

Die besten TV-Geräte mit Smart Remote

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 LG OLED65E8 Sehr gut(1,0)
2 LG OLED77C97LA Sehr gut(1,0)
3 Samsung GQ65Q7FN Sehr gut(1,0)

Autor: Jens