Seit Microsofts Umstieg von DOS auf Windows als Betriebssystem müssen sich die geplagten Anwender mit einem Dateimanager namens Explorer mehr schlecht als recht abfinden. Wesentliche Verbesserungen sind selbst beim jüngsten Windows 8 nicht zu entdecken und als Nutzer stolpert man immer wieder über die Fallen der Einfenstertechnik – auch wenn man in Redmont stolz auf den Explorer ist, taugt er nur für ein rudimentäres Dateimanagement. Aber schon zu Windows 3.1-Zeiten wurde dieser Missstand von einigen Entwicklern erkannt, die seitdem ein eigenständiges Programm anbieten, das in der Benutzerführung der genialen Urmutter „Midnight Commander“ aus DOS-Zeiten sehr ähnelt.

Zweifenstertechnik

Auch wenn das Anwendungsfenster unter Windows 8 im Explorerbereich sich in drei Kategorien aufteilen lässt, bleibt es eine einfache Fenstertechnik, deren Bedienung mehr als umständlich gestaltet ist. Immer wieder klagen Anwender über Fehler beim Drag’n’Drop von Fenster zu Fenster, weil man das umständliche Copy & Paste via rechte Maustaste umgehen wollte. Auch das Menü unter dieser Maustaste lässt an Optionen deutlich zu wünschen übrig. Das Darstellungsprinzip des Midnight Commanders beruht auf zwei Hauptfenster, die den Inhalt unterschiedlicher Laufwerke oder Partitionen darstellen können. Die modernen Dateimanager basieren auf dieser Ansicht, die sich jederzeit um eine Vorschau der Dateiinhalte erweitern lässt, was bei Explorer ebenfalls der Fall ist, nur hat dieser allein schon mit verschiedenen Video-Codecs zu kämpfen. Mit zwei Fenstern lassen sich alle einfachen Dateioperationen wie Kopieren und Verschieben von links nach rechts oder umgekehrt schnell und fehlerfrei ausführen. Bei vielen Dateimanagern lassen sich Buttons auf der mittleren Trennleiste zwischen den Laufwerken frei definieren, die bestimmte Funktionen erfüllen. Das gilt auch für den Kopfbereich mit seinen Schnellschaltern, die individuell angepasst werden können. Gleichzeitig bekommt man eine Übersicht aller physikalischen und virtuellen Laufwerke geboten. Aktuelle Dateimanager besitzen für die Erweiterung eines Hauptfensters zusätzliche Reiter oder Tabs, die den Schnellzugriff auf ein bereits geöffnetes Laufwerk mit dem entsprechenden Ordner zulassen.

Optionen

Zu den wichtigen Optionen unter dem Schalter Dateien sollten alle Pack- und Entpackverfahren angeboten werden. Ein Umbenenn-Tool ist besonders nach dem laden von Musik- und Fotodateien nützlich, wie auch Vergleichsfunktionen und Kommentierungsmöglichkeiten. Das Aufspalten und Zusammenfügen von Dateien kann bei der Nutzung von CDs und DVDs die Arbeit enorm vereinfachen, wie auch die Codierung/Decodierung oder das Erstellen von Quersummen und deren Verifizierung. Das schnelle Markieren von bestimmten Dateigruppen nach individueller Vorgabe beschleunigt das Selektieren enorm. Ein integrierter FTP-Client gehört beim Dateimanagement zur Pflichtausstattung, der auch sicher Verbindungen über SSH oder SSL aufbauen kann. Insgesamt lassen sich alle angebotenen Dateimanager mit speziellen Addins aufrüsten, die meist kostenlos angeboten werden. Damit alle Optionen voll ausgeschöpft werden können, sollte man beim Kauf oder Download auf die passende Betriebssystemversion (64 Bit) achten.