top-test-2-aktivboxenAus tontechnischer Sicht ist der DA-Wandler eines Onboard-Chips eher minderwertig. Wer seinem Computer trotzdem natürliche Ergebnisse entlocken will, der sollte die betreffende Sektion umgehen und entsprechend ausgestattete Lautsprecher digital über den SPDIF-Ausgang der Soundkarte anschließen. Die Zeitschrift „Music & PC“ hat zwei Aktivboxen getestet und lobt das souveräne Spiel der Kandidaten.

Die Blow 4D von Infrasonic wird ab Werk mit einem DA-Wandlermodul ausgeliefert. Dabei sitzen Verstärkungselektronik und Wandler nicht nur in einer Box, sondern beide Lautsprecher sind identisch aufgebaut, wodurch man klangliche Differenzen vermeiden will. Die Chassis der Zweiwege-Bassreflex-Systems werden von zwei separaten Verstärkerstufen mit 25 Watt für den Hochton und 35 Watt für den Tiefton betrieben. Über eine analoge Filtersektion lassen sich Frequenzabweichungen korrigieren. Die Blow 4D nimmt das Tonsignal entweder digital über den SPDIF-Eingang oder als AES/EBU über die XLR-Buchse entgegen. Man bestimmt zunächst den rechten oder den linken Stereo-Kanal als Eingangssignal und leitet den anderen Kanal über SPDIF zur zweiten Box weiter. Leider ist das passende Koax-Kabel zur Verbindung der beiden Boxen nicht im Lieferumfang enthalten. Im Hörtest gefiel die Blow 4D mit einem sehr präzisen und erstaunlich transparenten Klangbild. Zur klaren Abbildung gesellt sich ein sehr authentisch wirkendes Impulsverhalten. Die Höhen werden als „seidig“ beschrieben, die Bässe sollen der kompakten Bauform entsprechend dünn ausfallen. Erfreulicherweise versucht der Hersteller aber nicht, diesen baubedingten Nachteil durch eine Betonung des Oberbasses zu kompensieren. Das Frequenzverhalten bleibt im Bereich bis runter zu 200 Hz entsprechend nah am Ideal.

Bei den Control 2 P verfolgt JBL ein anderes Konzept: Die Lautsprecher sind nicht identisch aufgebaut, stattdessen übernimmt eine „Master-Box“ die Verstärkung und bindet die zweite Box passiv an. Dadurch lässt sich die Lautstärke für beide Kanäle zentral regeln – bei JBL in Form eines seitlich gelegenen Rads. Der mit einem Verstärker ausgerüstete Lautsprecher nimmt das Signal in analoger Form über Cinch, Klinke oder XLR-Buchse entgegen, die Verbindung zwischen der Master-Box und der passiven Box wird über ein Klinkenkabel hergestellt. Die Ausgangsleistung liegt bei 2 x 35 Watt. Bei der Verarbeitungsqualität spricht man von einer „rundum professionellen Kompaktbox“, anscheinend hinterließ das Gehäuse einen sehr hochwertigen Eindruck. Im Hörtest und nach der ersten Inbetriebnahme war man zunächst überrascht, dass die Box überhaupt nicht rauschte: Offenbar arbeitet der integrierte Verstärker sehr rauscharm. Im eigentlichen Hörtest lobt man die agile und satte Spielweise der Control 2 P. Ganz so transparent und impulstreu wie die Blow 4D war sie allerdings nicht, außerdem zeigte sie eine leichte Oberbassbetonung.

Das transparentere Ergebnis mit einem authentischeren Impulsverhalten gelingt der Blow 4D. Dafür spielt die solide Box von JBL satter und agiler.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens