top-test-3-aktivboxenAmbitionierte Musikfreunde verfolgen im Prinzip die gleichen Ideale wie Menschen, die sich professionell mit Musik beschäftigen: Die Aufnahmen sollen exakt und möglichst unverfälscht klingen. Nicht wenige Produkte wenden sich deshalb – offen oder eher verdeckt - an beide Gruppen. So auch die drei von der Zeitschrift „Stereoplay“ getesteten Aktivboxen. Klanglich fand man das Modell von Geithain besonders überzeugend.

Adam Audio schickt die Tensor Epsilon ins Rennen, eine studioerprobte Aktivbox im wohnzimmertauglichen Design. Die Box wurde komplett mit Glanzlack veredelt, wirkt für ihre Größe extrem schwer und ist sehr sauber verarbeitet. In Sachen Wertigkeit bekommt die Epsilon deshalb die Höchstnote dieses Vergleichs. Auf die professionellen technischen Wurzeln der Box weisen der symetrische Signalzugang und die Ortsfilter an der Rückseite hin. Mit Letzgenannten kompensiert man Probleme der Raumakustik. Wie bei Nahfeldmonitoren üblich, setzt Adam Audio auf eine Zweiwege-Bauweise. So gesellt sich zum etwa 18 Zentimeter großen Tiefmitteltöner mit stabiler Hexacone-Membran ein Hochtöner mit Folienmembran. Außerdem bringt die Epsilon eine elektronische Frequenzweiche, Limiter zum Schutz der Chassis vor Überlastung und eine Frequenzsgangserweiterung für „standboxenähnliches Tiefbassverhalten“ mit. Beim Hörtest gefiel die Box mit großer Klangfülle, absolut sauberen, fein gezeichneten und sehr detailreichen Ergebnissen. Im Vergleich zum Konkurrenten von Backes & Müller wirkte sie etwas sachlicher und kühler, spielte dafür bei Pop und Jazz frischer und spritziger.

In Sachen Rhythmusgefühl und Trennschärfe gefiel die ME Geithain RL 940 noch einen Tick besser. Insofern wäre es ein Fehler, von der schmucklosen Hülle der Box, die optisch am wenigsten Zugeständnisse ans Private macht, auf die akustischen Fähigkeiten zu schließen. Dabei nimmt die RL 940 Signale symmetrisch entgegen, schickt sie zunächst an eine Frequenzweiche und dann an zwei MOSFET-Endstufen aus eigener Herstellung. Bei der eigentlichen Schallwandlung greift die Box auf einen 8-Zoll-Konus mit vorgehängter Hochtonkalotte zurück. Trotz kantenreichem Aufbau ist das Rundstrahlverhalten gleichmäßig und frei von nennenswerten Interferenzen. Außerdem konnte man im Messlabor den mit 35 Hertz (bezogen auf – 3 Dezibel) tiefsten Bass dieses Vergleichs und die größte Maximallautstärke ermitteln. Nach diversen Klangtests bestätigte sich: Obwohl alle drei Boxen sehr lebendig, offen und unverfälscht wirken, kann der Lautsprecher von Geithain noch „einen draufsetzen“ und ein „atemberaubendes Gefühl von Richtigkeit“ vermitteln. Selbst einen Konzertflügel - ein Instrument mit gewaltiger Frequenzbreite und Dynamik also - vertont die kompakte ME absolut korrekt und detailgenau. Zu ähnlichen Ergebnissen sind nach Meinung der Redaktion sonst nur erhebliche größere und teurere Boxen fähig.

Alle drei Kandidaten boten eine überragende Vorstellung. Nur bei der Wertigkeit kann die optisch eher schlichte ME Geithain nicht mit der Konkurrenz mithalten, dafür soll sie lupenrein und besonders lebensecht klingen.

Die Testergebnisse im Überblick finden Sie hier.

Autor: Jens