Portable Recorder sind wirklich vielseitig: Die handlichen Geräte eignen sich für Bandaufnahmen und Konzertmitschnitte, für Field-Recordings, Diktate und Interviews, zum Teil sogar für Instrument- und Gesangsaufnahmen in hoher Auflösung und entsprechend guter Qualität. Wer den perfekten Begleiter sucht, sollte auf die Mikrofonanordnung, auf Schnittstellen, Aufnahmeformate, Speichermedien und zu guter Letzt auf zusätzliche Funktionen achten.

Kugelmikrofone in AB-Anordnung

Um O-Töne in Stereo aufzunehmen, braucht man zwei Mikrofone. Die meisten Hersteller portabler Recorder setzen auf Kugelkapseln in AB-Anordnung, hier entsteht das Stereobild durch Laufzeitdifferenzen zwischen den beiden Kapseln. Kugelkapseln nehmen den Schall ominidirektional, also von allen Seiten auf. Weil sich mit zunehmendem Abstand der Mikrofone auch die Stereowahrnehmung verbreitert, werden die Mikrofone möglichst weit außen verbaut. Mikrofone mit kugelförmiger Richtcharakteristik haben keinen Nahbesprechungseffekt, soll heißen: Sie klingen auch dann natürlich, wenn sie nah bei der Schallquelle platziert werden. Umgekehrt nehmen Kugelmikrofone, wenn sie zu weit von der Quelle entfernt sind, nicht nur die Quelle selbst, sondern relative viele Hall- und andere Störgeräusche auf.

Nierenmikrofone in XY-Anordnung

Alternativ sind Recorder mit zwei Nierenmikrofonen in XY-Anordnung erhältlich. Im Gegensatz zu Kugelmikrofonen sind Nierenmikrofone nicht omnidirektional, sondern gerichtet, deshalb nehmen sie weniger Hall- und Störgeräusche auf. Dafür ist der Nahbesprechungseffekt ausgeprägter. Recorder mit Mikrofonen in XY-Anordnung punkten außerdem in Sachen Monokompatibilität: Man kann die Stereokanäle problemlos zusammenmischen, wenn die Aufnahme auf Mono-Geräten abgespielt werden soll. Sind die Nieren nicht nach innen, sondern in Pseudo XY-Anordnung (meist 120 Grad) nach außen gerichtet, dann liefern sie zwar sehr überzeugende Stereobilder, allerdings klingt das Ergebnis in der Mitte bisweilen leer, was man als „schwache Phantommitte“ bezeichnet.

Anschlüsse, Aufnahmeformate und Speicher

Zahlreiche Recorder bieten einen Mikrofoneingang, entweder mit oder ohne Spannungsversorgung für Kondensatormikrofone (Phantomspeisung). In Sachen Analog-Digital-Wandlung sind 96 Kilohertz und 24 Bit Standard, Geräte mit Abtastraten von bis zu 192 Kilohertz findet man eher selten. A/D-Wandler mit 44,1 Kilohertz und 16 Bit gibt es vor allem in den unteren Preisklassen. Für gewöhnlich können die Aufnahmen im WAV-Format, in vielen Fällen auch als MP3-Datei gespeichert werden. Oft wird der Mikrofoneingang mit einem Line-Eingang kombiniert. Aktuelle Recorder bieten einen SD/SDHC-Kartenslot, der bis zu 128 Gigabyte große Wechselspeicher unterstützt. Per USB gelangen die Dateien zum Computer.

Zusätzliche Funktionen

Mikrofone und deren Anordnung, Schnittstellen und Aufnahmeformate sind nicht alles: Bei der Kaufentscheidung sollte man außerdem Zusatzfunktionen wie einstellbare Mikrofonempfindlichkeit, Tiefpass, Peak-Limiter, automatische Pegelkontrolle, Selbstauslöser, Marker oder die Möglichkeit zur Wiedergabe mit variabler Geschwindigkeit berücksichtigen. Einige Hersteller bieten sogar Geräte an, bei denen die Stereomikrofone mit einer Videooptik kombiniert werden, etwa den Zoom Q2HD oder den Alesis Video Track, wobei diese Idee nicht wirklich Schule gemacht hat.

von Jens Claaßen

Fachredakteur im Ressort Audio, Video und Foto - bei Testberichte.de seit 2008.

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