Die ersten Tonaufnahmen entstanden Ende des 19. Jahrhunderts. Heutzutage - auch im deutschen Sprachraum hat sich mittlerweile die englische Bezeichnung Recording eingebürgert - werden die akustischen Schwingungen nicht mehr in das Wachs einer rotierenden Walze graviert, sondern in elektrische Signale umgewandelt und in analoger oder digitaler Form gespeichert. Welche Aufnahmegeräte unterscheidet man?

Homerecording

Beim Homerecording kommen diverse Geräte zum Einsatz, darunter Vorverstärker, Mischpulte und unabhängige Kompakt-Studios. Besonders beliebt sind die sogenannten Audio-Interfaces. Mit ihnen kann man Desktop-Rechner und Notebooks, die ja in Sachen Tonaufnahme eher spärlich ausgestattet sind, um einige Schnittstellen erweitern – etwa um symmetrische, verriegelbare und brummfreie XLR-Eingänge für professionelle Mikrofone. Im Prinzip ist ein Audio-Interface nichts anderes als eine Art externe Soundkarte, die per USB oder Firewire mit dem Rechner verbunden wird. Zugleich dient das Interface als Abhörzentrale für Monitorlautsprecher oder Kopfhörer. In der Regel bieten externe Lösungen mehr Schnittstellen als interne Soundkarten. So finden sich an vielen Modellen neben Cinch- und XLR-Buchsen auch digitale Anschlüsse, also SPDIF, ADAT oder eine Kombination aus beiden. Nicht zuletzt haben Audio-Interfaces akustische Vorteile, denn die Elektronik im Inneren eines Rechners ist gutem Klang oft abträglich.

Portable Recorder

Auch unterwegs gibt es natürlich Situationen, in denen man das Gehörte gern mitschneiden würde. Im Zusammenspiel mit einem Notebook können kompakte Audio-Interfaces als mobile Aufnahmerecorder genutzt werden, deutlich praktischer sind jedoch portable Recorder. Bei den portablen Recordern, auch Fieldrecorder genannt, dominieren Varianten mit Flash-Speicher oder Flash-Speicher-Wechselmedium, also digitale Recoder, die im Gegensatz zu ihren analogen Gegenspielern ohne bewegliche Bauteile auskommen. Das Mikrofon ist fest integriert. Mikrofoneingänge, zum Teil mit Phantomspeisung, sind ebenfalls keine Seltenheit. Zu den handlichen Geräten greifen vor allem Musiker und Videofilmer, die Stereoaufnahmen in HD-Qualität oder platzsparende Mitschnitte in komprimierter Form machen wollen. Wer zusätzlich Signale von einer externen Quelle aufzeichnen möchte, sollte auf einen passenden Line-Eingang achten. Oft wird eine Mischform aus Mikrofon- und Line-Eingang verbaut.

von Jens Claaßen

Fachredakteur im Ressort Audio, Video und Foto - bei Testberichte.de seit 2008.