Die Ansichten darüber, was genau eine artgerechte Fütterung für den Hund bedeutet, sind sehr unterschiedlich und jeder Hundehalter sollte das für sein Tier selbst entscheiden. Der eine füttert ausschließlich Nassfutter, der andere nur Trockenfutter, der Dritte wiederum beides abwechselnd. Und dann gibt es noch das Barfen. Alle Fütterungsarten bringen ihre Vor- und Nachteile mit sich. Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich für die Trockenfuttervariante entscheiden.

Die Zusammensetzung von Trockenfutter ist in den meisten Fällen gut. Bei den meisten Trockenfuttern können Sie bedenkenlos zugreifen. Sie bieten Ihrem Hund die notwendigen Nährstoffe für eine ausgewogene Ernährung. (Bildquelle: mera-petfood.com)

Discounter, Fachmarkt oder Internet: Wo kaufe ich am besten mein Trockenfutter?

Das industriell hergestellte Hundefutter untersteht, wie auch die Lebensmittel für Menschen, einer genauen gesetzlichen Überwachung. Darin ist festgelegt, welche Nährstoffmengen mindestens enthalten sein müssen, damit der sogenannte Erhaltungsbedarf des Tieres gedeckt wird. Folglich ist gleichgültig, ob Sie eine Gourmetnahrung für den Hund zu horrenden Kosten anschaffen oder lieber bei Lidl/Aldi einkaufen und dem Hund trotzdem etwas Gutes tun.

Die bequeme Möglichkeit des Interneteinkaufs kann bei bestimmten Produkten aus dem Ausland, die nicht den deutschen Gesetzen unterliegen, mit gewissen Risiken verbunden sein. Das gilt insbesondere für Bio-Produkte, die vorwiegend im Ausland produziert werden, wo keinerlei Kontrollmöglichkeiten bestehen. Die gleichzeitige Überteuerung dieser Bio-Produkte für den Hund steht in keinem Verhältnis zur angebotenen Qualität.

Die Ausgewogenheit des Futters ist das A und O

Wie beim Menschen sollte das Hunde-Trockenfutter in der Zusammensetzung seiner Zutaten ausgewogen und alle nötigen Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sein. Bei einem gesunden erwachsenen Hund geht man von rund 25% Proteinen, 12% Fett, 5 bis 7% Ballaststoffen und Kalzium (1,1%) und Phosphor (0,8%) aus. Dabei spielt es keine große Rolle, ob die Proteine aus tierischer Quelle stammen, da Sie einen Hund komplett vegetarisch ernähren können, ohne dass ein körperlicher Schaden zu erwarten wäre.

Da gut die Hälfte der in Deutschland lebenden Hunde übergewichtig sind, sollte Sie die Futteranleitung auf jeden Fall genauer studieren und die Dosierungen entsprechend anpassen. Hier sind manche Hersteller von Trockenfutter etwas nachlässig, jedoch kann man die Futtermenge auch selbst ausrechnen. Zu berücksichtigen ist natürlich der Energiebedarf des Vierbeiners. Ein älteres Tier oder ein typischer Sofahund, der viel getragen wird, benötigen deutlich weniger als ein Gebrauchs- oder Sporthund, der sehr viel Bewegung bekommt.

Auf die Verträglichkeit achten

Anhand der Stuhlkontrolle kann man die Verträglichkeit des angebotenen Trockenfutters leicht überprüfen. Solange bei dem Tier keine Allergie festgestellt wurde, kann man entsprechend dem Alter das passende Futter reichen. Bei Welpen oder Jungtieren sollten Sie jedoch nicht herumexperimentieren, sondern nach Möglichkeit durchgängig eine Futtersorte anbieten. Beim Wechsel kann es schnell zu Durchfällen und übermäßigen Blähungen kommen. Wenn Sie ausschließlich Trockenfutter anbieten, sollten Sie auch auf den Flüssigkeitshaushalt des Hundes achten. Entweder sollte das Tier nach der Futteraufnahme ausreichend trinken oder Sie feuchten das Trockenfutter gleich mit Wasser an.

Hundetrockenfutter im Vergleich: Was sagen die Warentester?

Die Trockenfutter von Edeka und Netto teilen sich den Testsieg. Platz 1 im großen Vergleichstest der Stiftung Warentest teilen sich zwei Discounterfutter. (Bildquellen: edeka24.de und netto-online.de)

In ihrem letzten Hundetrockenfutter-Test aus dem Jahr 2016 stellte die Stiftung Warentest fest, dass der Großteil der getesteten Produkte empfehlenswert ist. Dabei schnitten sowohl teure Markenprodukte als auch preiswerte Trockenfutter vom Discounter "gut" oder sogar "sehr gut" ab. Unter den Top 3 sind sogar nur Discounter-Eigenmarken.

Die Versager unter den Testkandidaten scheiterten vor allem an den Inhaltsstoffen. Einige enthielten zu hohe Anteile von gewissen Nährstoffen, die wiederum zu Gesundheitsproblemen führen können. Ist beispielsweise zu viel Jod im Futter enthalten, kann das unter Umständen zu Schilddrüsenproblemen führen. Bei anderen wiederum kamen bestimmte Vitamine oder Enzyme zu kurz. Bedenkliche Schadstoffbelastungen wurden glücklicherweise bei keinem Testfutter nachgewiesen.

Das Fazit der Stiftung Warentest: Sie können Ihren Hund bedenkenlos mit Trockenfutter füttern. Passen Sie die Dosierung jedoch immer den individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes an und geben Sie ab und zu ein Kauspielzeug, um das Fressbedürfnis zu stillen.

Ist getreidefreies Trockenfutter besser?

Auch dieser Frage nahmen sich die Warentester an. Ihr Standpunkt: Trockenfutter mit Getreide ist per se nicht schädlich für den Hund, da der Verdauungstrakt durchaus in der Lage ist, die Stärke zu verarbeiten. Lediglich wenn Ihr Vierbeiner an einer Glutenunverträglichkeit leidet, sollten Sie auf getreidefreies Futter zurückgreifen. Doch Obacht: Selbst als getreidefrei deklarierte Futter können Stärke und damit Gluten enthalten, zum Beispiel in Form von Kartoffeln. Manche Hersteller deklarieren ihr Futter sogar fälschlicherweise als glutenfrei, obwohl ebensolches nachgewiesen wurde. Um auf Nummer sicherzugehen, sollten Sie daher vor dem Kauf Testergebnisse zu Rate ziehen.

Autor: Claudia A.