Hygrometer: Das Absorptionshygrometer - Elektronisch oder mechanisch?

Absorptionshygrometer gelten gemeinhin als die genauesten Hygrometer und werden entsprechend stark von der Kundschaft nachgefragt. Gleichwohl gibt es nicht „das“ Absorptionshygrometer, denn das Messverfahren kann sich von Gerät zu Gerät ganz erheblich unterscheiden. Die deutlichste Trennung gibt es zwischen mechanischen und elektrischen Varianten. Während erstere die Ausdehnung eines Testmaterials messen, ermitteln letztere die Veränderung der elektrischen Eigenschaften.

Klassischerweise mit Menschenhaar

Das klassische Absorptionshygrometer setzt tatsächlich auf die mechanische Methode, bei der ein einfaches Haar zum Einsatz kommt. Früher wurden dafür Tierhaare von Schafen oder Pferden verwendet, mittlerweile werden nahezu ausschließlich noch menschliche Haare genutzt, die besonders stabile Eigenschaften besitzen. Das Haar dehnt sich unter Aufnahme von Luftfeuchtigkeit aus – der Längenunterschied zwischen 0 Prozent und 100 Prozent relativer Luftfeuchte beträgt rund 2,5 Prozent. Diese Veränderung kann leicht gemessen werden.

Billige Versionen arbeitet mit Bimetall

Menschliche Haare verändern sich dabei sehr fein abgestuft, weshalb entsprechende Messungen sehr genau ausfallen. Varianten verwenden Kunstfasern, die ähnlich gute Eigenschaften besitzen – für den Privatnutzer dürfte sich kaum ein Unterschied ergeben. Billige Versionen dagegen nutzen aufgerollte Bimetallstreifen, die ebenfalls mit einer Längenausdehnung reagieren. Sie sind jedoch erheblich ungenauer, zudem können keine so feinen Veränderungen wie mit einem Haar registriert werden.

Für den mobilen Einsatz ungeeignet

Das Problem der hochwertigen mechanischen Absorptionshygrometer: Sie sind eigentlich nicht für den mobilen Einsatz gedacht, denn die Längenveränderung kann nur im Ruhezustand zuverlässig ermittelt werden. Zudem sind sie zwar sehr genau, müssen aber immer wieder einmal neu kalibriert werden. Dieses Problem kennen elektronische Hygrometer nicht: Sie sind nicht nur preiswerter erhältlich, sondern auch mobil einsetzbar und darüber hinaus nahezu wartungsfrei. Bei Handgeräten kommen daher gerne elektrische Hygrometer zum Einsatz.

Elektrische Varianten

Sie ermitteln die Luftfeuchtigkeit nicht durch eine Längenausdehnung des Testmaterials, sondern durch eine Veränderung der elektrischen Eigenschaften. Kapazitive Modelle beispielsweise messen die Veränderung der elektrischen Kapazität des Sensors, der mit einer hygroskopischen (wasseranziehenden) Schicht zwischen zwei Elektroden als Kondensator arbeitet. Impedanzmessgeräte wiederum ermitteln den elektrischen Widerstand, der sich bei Absorption von Feuchte in dem hygroskopischen Material senkt oder erhöht.

Autor: Janko