Sportwagen

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Ratgeber zu Coupés

Eine Prise Unvernunft

Echte Sportwagen? Nicht viele Autos bringen die unverfälschte Mischung aus Leistungsstärke, Eleganz, Fahrspaß und einer Prise Unvernunft mit. Porsche 911, Corvette, Ferrari, Lamborghini und Lotus fallen zweifellos in diese Fahrzeugklasse. Doch auch einen VW Scirocco, BMW Z4 oder den Mazda MX5 darf man hinzurechnen. Fasst man den Begriff noch weiter, dann zählen auch ein Kompaktklasse-Golf-GTI oder der Kleinwagen Ford Fiesta ST (Werbung: „atemberaubendes Sportwagen-Feeling“) zu dieser Kategorie. Leicht haben es die Sportwagen in diesen Zeiten nicht, ihr Marktanteil liegt gegenwärtig bei rund 1,5 Prozent, während etwa zehnmal soviele SUVs zugelassen werden. Und allein Fords braves Kompaktklasse-Modell Focus konnte 2012 in der Bundesrepublik einen größeren Marktanteil (1,56 Prozent) halten als das gesamte Sportwagen-Segment zusammengenommen.

Der Porsche 911 911er

Porsche 911

Seit rund 50 Jahren ist der 911er eine Ikone des deutschen Automobilbaus und weltweit einer der erfolgreichsten Sportwagen. Mehr als 800.000 Exemplare des Porsches haben seit 1963 die Produktionsstätten verlassen, rund 80.000 Stück davon sind heute in Deutschland zugelassen. Der wegweisende „Elfer“ stand Pate für weitere Zuffenhausener Modelle wie den offenen Boxter und den abgespeckten Cayman, die erst Jahrzehnte später folgten. Das ursprüngliche Design des 911ers ist heute noch weitgehend erhalten, ebenso wie sein Antriebskonzept mit Heckmotor und Heckantrieb, auch wenn mittlerweile Allradantrieb eine Option ist. Eine Zäsur war die Umstellung von Luft- auf Wasserkühlung im Jahr 1997, in den Augen der so genannten Gusseisernen unter den Fans ebenso ein Frevel wie die „Spiegeleier“-Scheinwerfer der damals präsentierten 996-Baureihe. Preislich bewegt sich der 911 heute zwischen 90.000 EUR und knapp 140.000 EUR, als GT3 mit 475 PS ist er 315 Stundenkilometer schnell.

Die Corvette von Chevrolet Corvette

Chevrolet Corvette

In Hinblick auf die lange Fertigungszeit und die Stückzahlen wird der Porsche 911 nur von der Corvette übertroffen. Sie erlebte ihr Debüt bereits 1953 und kann auf 1,5 Millionen Exemplare zurückblicken. In der Bundesrepublik führt sie eher ein Nischendasein, die Statistik listet 4000 Corvette. Dabei gilt sie einigen in der Szene – Ford Mustang, Dodge Viper und Chevrolet Camaro zum Trotz – als einziger „echter“ Sportwagen, den die USA je hervorgebracht haben. Vor allem die 1962 aufgelegte zweite Generation „Sting Ray“ hat die Modellreihe bis heute geprägt und sieht nach mehr als 50 Jahren keineswegs antiquiert aus. Die nunmehr siebte Generation setzt weiterhin auf eine Kohlefaser-Karosserie sowie auf einen voluminösen V8, der leistungsstärker als seine Vorgänger ist. Er schöpft 450 PS (331 kW) aus sechs Litern Hubraum und wuchtet ein brachiales Drehmoment von 610 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Bei der Corvette ist man für mindestens 70.000 EUR dabei.

Der SLK von Mercedes Mercedes SLK

Mercedes SLK

Einen Treffer konnte Mercedes mit dem SLK landen. Der schnittige Zweisitzer ist die unbestrittene Nummer eins bei den Sportwagen hierzulande, das Kraftfahrtbundesamt verzeichnete Anfang 2013 einen Bestand von rund 157.000 Stück. Das Einstiegsmodell, der SLK 200, kostet rund 39.000 EUR. Er ist mit einem 184-PS-Vierzylinder ausgerüstet, der den Roadster innerhalb von 7,3 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und eine Spitzengeschwindigkeit von 240 Stundenkilometern ermöglicht. Leistungsstärkste Version ist der SLK 55 AMG mit 422 PS. Auch ein Diesel, der 250 CDI mit 204 PS, gehört zum Programm.

Der TT von Audi Audi TT Coupé

Audi TT

Für knapp 31.000 EUR bietet Audi die erschwinglichste Variante seines TT an, der als Sportcoupé und Roadster gebaut wird. Als 1.8 TFSI leistet der Audi TT 160 PS (118 kW) und bringt es auf maximal 226 Stundenkilometer. Am schnellsten voran geht es mit dem TT RS plus quattro, der dank 340-PS-Fünfzylinder für den Spurt auf Tempo 100 nur 4,1 Sekunden benötigt und 280 Stundenkilometer schnell ist. Der TT-Bestand in Deutschland liegt bei rund 80.000 Fahrzeugen. Mit noch mehr Leistung und Tempo kann der exklusive Supersportler Audi R8 aufwarten, von dem allerdings derzeit weniger als 3000 Exemplare auf hiesigen Straßen anzutreffen sind.

Der Z4 von BMW BMW Z4

BMW Z4

BMW bedient insbesondere mit den leistungsgesteigerten M-Modellen ohnehin die Wünsche von Kunden, die Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit zu den wichtigsten Kaufkriterien zählen. Am ehesten entspricht aber der Roadster Z4 – ab 34.000 EUR - den landläufigen Vorstellungen von einem Sportwagen. Er ist mit Motoren zwischen 156 PS und 340 PS lieferbar. Mit dem stärksten Triebwerk ist er binnen 4,8 Sekunden auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 250 Stundenkilometern abgeregelt. Anfang 2013 waren rund 46.000 BMW Z4 in Deutschland zugelassen. Vom erfolgreichen Vorgängermodell Z3, das bis 2002 gebaut wurde, sind noch knapp 50.000 Autos übrig.

Der Subaru BRZ Subaru BRZ

Toyota GT86 und Subaru BRZ

Einen doppelten Neuzugang verzeichnet der Sportwagensektor durch die Kooperation zweier japanischer Unternehmen. Der Toyota GT86 und der Subaru BRZ sind seit 2012 auf dem Markt und praktisch baugleich. Der 200-PS-Boxermotor von Subaru treibt die Hinterräder an, die Beschleunigung auf Tempo 100 ist in 8,2 Sekunden absolviert. Vor allem auf kurvigen Landstraßen bereite der Wagen eine Menge Spaß, so die Fachpresse. Rund 30.000 EUR kostet das Vergnügen mindestens.

Der GT-R von Nissan Nissan GT-R

Nissan 350Z und GT-R

Nissan hat neben dem 350Z mit 328- oder 344-PS-Motor für mindestens 33.000 EUR einen weiteren Sportwagen im Programm, den GT-R für 95.000 EUR. Vor allem die Beschleunigung von nur 2,7 Sekunden bis zum Erreichen von Tempo 100 katapultiert den allradgetriebenen Nissan in die Liga der Supersportwagen. Seine Leistung von 550 PS (404 kw) genügt für ein Spitzentempo von 315 Stundenkilometern.

Der 4/4 von Morgan Morgan 4/4

Jaguar XK und Morgan 4/4

Für England hält vor allem der Jaguar XK die Fahne hoch. Als Einstieg bietet das XK-Coupé für 91.000 EUR einen V8 mit 385 PS. Spitzenmodell ist der XK-RS mit 550 PS, für den Jaguar 138.000 EUR verlangt. Auf der Insel existieren weitere kleine Sportwagenfirmen mit teils langer Tradition, etwa Lotus, Morgan oder Caterham. Doch das Überleben von Jaguar wird durch die indischen Tata-Gruppe gesichert, und Lotus gehört seit 2003 vollständig zum malayischen Autohersteller Proton. Morgan hingegen befindet sich seit 1909 in Familienbesitz und baut heute immer noch den 4/4, der 1936 in Serie ging und damit das am längsten produzierte Auto überhaupt ist.

Autor: Hendrik

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Sportcoupés

Sportagen der Luxus- oder Mittelklasse bieten ihren Besitzern eine hohe Motorleistung, sind auf Fahrspaß ausgerichtet und verzichten meistens auf überflüssigen Komfort. Sie zeichnen sich durch ein aussergewöhnliches Design aus und sind häufig als Cabrio liferbar. Einen Kompromis aus Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit dagegen bieten die SUVs. Schnell, flach, laut - wer sich einen Sportwagen der Mittel- oder Luxusklasse zulegt, achtet in der Regel weniger auf Kriterien wie Wirtschaftlichkeit, Komfort und Umweltverträglichkeit. Sportwagen danken es ihren Besitzern dafür mit einer sehr hohen Fahrleistung, und sie erlauben vor allem eines: Fahrspaß. Dabei lebt ihr Image nicht allein von der sportlichen Fahrweise. Die meisten Sportwagen sind auch technisch auf der Höhe der Zeit, und bei den so genannten Supersportwagen der Luxusklasse reizen die Motoren und auch die Chassis häufig die Grenzen des technisch Machbaren aus. Es ist daher nicht selten, dass Sportwagenbesitzer auch wahre Technikbegeisterte sind und die Chance wahrnehmen, Entwicklungen aus dem Rennsport auf der Straße umsetzen zu können. Dazu zählen auch die aus dem Ralleysport kommenden Sportwagen (manchmal auch unter der Bezeichnung Gran Tourismo vertrieben). Generell sind Sportwagen durch leistungsstarke Motoren sowie eine vergleichsweise flache Bauform mit geringem Luftwiderstand und tiefem Schwerpunkt gekennzeichnet. Leichtbauweise und Motorleistung ergeben zusammen ein hohes Leistungsgewicht von maximal 7 Kilogramm/PS. Eine ausgeglichene Gewichtsverteilung und in der Regel auch ein Heckantrieb gestatten eine gute Straßenlage und ein gutes Handling. Die meisten Sportwagen werden als Zwei-Türer ausgeliefert, und auch in puncto Komfort muss der Käufer einige Abstriche machen. So finden sich im Fonds statt bequemer Rücksitze häufig nur Notsitze, und auch im Kofferraum lässt sich nicht unbedingt viel Gepäck unterbringen. Dafür kommen Design-Liebhaber bei Sportwagen auf ihre Kosten. Da einige Premiumhersteller nämlich Sportwagen auch als Aushängeschild und Imageträger ihrer gesamten Produktpalette nutzen, statten sie die Fahrzeuge mit einem aussergewöhnlichen Design, darunter auch Cabrios, aus. Reine Sportwagen machen insgesamt keinerlei Kompromisse in der Alltagstauglichkeit, eine Haltung, für die stellvertretend die harte Federung der Fahrzeuge steht. Wer daher auf einen gewissen Komfort nicht verzichten will, sollte eher zu einer Sportlimousine oder einem Sport Utility Vehicle greifen, das einen Kompromis aus Sportlichkeit und Reisetauglichkeit bietet.