Gigaset Smartphones: Das fulminante Comeback von "Made in Germany"

Rückkehr von "Made in Germany"?

Gigaset GS370 Front- und Rückseite Das neue Topmodell GS370 gehört zwar auch nur in die untere Mittelklasse, kann da aber Lob einheimsen (Bildquelle: gigaset.de)

Smartphones sind einer der zentralen Innovationstreiber im Bereich moderner Technologien, weshalb die langjährige Abwesenheit deutscher Hersteller in diesem Segment durchaus verwundern durfte. Zuletzt war mit Siemens ein Hersteller im ehrwürdigen Zeitalter der Tasten-Handys aktiv gewesen. 10 Jahre lang wurde jedoch das Feld nahezu komplett den asiatischen Herstellern überlassen, die europäische Fahne nur von Nokia und zuletzt Wiko zaghaft hochgehalten. Gigaset möchte das nun ändern. Das Unternehmen ist vielen sicher aus dem Festnetz-Bereich bekannt, wo es den Markt nahezu nach Belieben dominiert. Gigaset-Mobilteile steht hier für höchste Qualität, solide Funktionalität und tolle Integration in neue Technikumfelder wie etwa Router-eigene DECT-Basisstationen.

Die Expertise beim Bau von gut klingenden Telefonen kommt Gigaset nun beim Bau von Smartphones entgegen. Der Klang wird fast durchweg ausdrücklich gelobt, und auch wenn Sie ein ausdauerndes Gerät suchen, sind sie bei Gigaset richtig. Davon abgesehen ist auch hier die Verarbeitungsqualität ein großer Pluspunkt. Und der rührt sicher auch daher, dass das Unternehmen tatsächlich nicht nur deutsch ist sondern auch in Deutschland produziert. Gigaset unterhält dazu eine der am höchsten automatisierten Fertigungsstraßen weltweit in Bocholt im Münsterland. Dadurch kann das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Produktionskosten in etwa auf einem Niveau mit asiatischen Fertigungsstraßen halten, die mehr auf menschliche Mitarbeiter setzen.

Wie schneiden die Gigaset-Handys im Test ab?

Nicht nur die Käufer zeigen sich von Klangqualität und Ausdauer begeistert, auch Testmagazine unterstreichen diese Gigaset-Qualitäten und ergänzen überraschend: Auch bei der Fotoqualität spielt das Unternehmen in der Spitze mit. Die verbauten Kameras liefern bei Tageslicht absolut überzeugende Aufnahmen und bei schlechtem Licht immer noch überdurchschnittliche Ergebnisse – zumindest im Vergleich zu anderen Geräten der einfachen Mittel- oder Einsteigerklasse. Darüber hinaus wird gelobt, dass Gigaset in seinen Dual-SIM-Geräten für zwei SIM-Karten stets einen dritten, eigenständigen Steckplatz für Speicherkarten verbaut. Die Konkurrenz nutzt nur zu gerne Hybrid-Slots, Sie müssen sich also entscheiden, ob Sie eine zweite SIM- oder eine Speicherkarte einlegen wollen.

Natürlich gibt es auch Kritik an den Geräten. Und die betrifft fast immer die Displayqualität. So gelten die Displays der ansonsten hochwertig produzierten Smartphones als niedrig auflösend und schwer im Sonnenlicht ablesbar. Und damit der erfreulich niedrige Preis der Geräte gehalten werden kann, müssen Abstriche bei Leistung und Ausstattung hingenommen werden. So sind die Prozessoren in der Regel in der unteren Mittelklasse angesiedelt und stemmen 3D-Spiele und anspruchsvolle Apps nur bei reduzierten Details, und das WLAN-Modul funkt oft nicht im modernen AC-Band. Angesichts der Preisklasse ist der Grundtenor der Testmagazine aber positiv.

Die Gigaset-Modelle mit dem größten Akku

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Gigaset GX290
2 Gigaset GS270 Gut(2,2)
3 Gigaset GS280 Befriedigend(2,6)

Gilt das für alle Gigaset-Smartphones?

Gigaset GS170 Kein Riesen-Smartphone gewünscht? Mit dem GS170 gibt es tatsächlich noch ein einfaches 5-Zoll-Modell (Bildquelle: gigaset.de)

Wie bei anderen Herstellern gibt es natürlich auch bei Gigaset Gerätemodelle mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, allerdings ist die grundlegende Tendenz im Portfolio doch erstaunlich einheitlich. Insbesondere die neue Generation der GS-Modelle kann durchweg nach obigen Kriterien verortet werden. Auffällig ist dabei, dass sie bei der Kundschaft großen Anklang finden. Da mag zwar auch der wirklich niedrige Preispunkt hineinspielen, doch das Feedback der Kunden ist erfreulich positiv.

Das war nicht immer so: Die erste Generation der Geräte, die im Test teils sogar noch wohlwollender betrachtet wurde, bekam in Kundenwertungen teils harsche Kritik um die Ohren gepfeffert. Insbesondere die Software galt als mittlere Katastrophe, das System als instabil und schon nach kurzer Lebenszeit als unsagbar träge. Doch zum Glück hat Gigaset schnell gelernt und hier gegengesteuert. Die neuen Modelle schneiden denn auch in den Kundenmeinungen viel besser ab. Wir können daher nur empfehlen: Greifen Sie nicht zu scheinbar günstigen Vorjahresmodellen, bei Gigaset lohnt sich – auch aufgrund des generell schon niedrigen Preisniveaus – definitiv der Griff zu einem aktuellen Modell.

Autor: Janko