Einsteiger-Smartphones: Preiswert und alltagstauglich, aber störende Kompromisse

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Das Wichtigste auf einen Blick:

Vorteile:
  • geringer Preis, trotzdem genug Leistung für Alltagsaufgaben
  • Dual-SIM weit verbreitet
  • oftmals gute Akkulaufzeiten
Nachteile:
  • wenig Speicherplatz und Arbeitsspeicher
  • lange Ladezeiten, Ruckler, eingeschränkte Spieletauglichkeit
  • schlechte Kameras
  • unzuverlässige Versorgung mit Firmware-Updates

Wie werden Einsteiger-Smartphones von Testmagazinen bewertet?

Huawei P8 lite 2017 Huaweis P8 lite zählte zu den beliebtesten Einsteiger-Smartphones, weil es mit überragender Preis-Leistung punkten konnte. 2017 erschien deshalb eine runderneuerte Variante (Bildquelle: huawei.com)

In der Preisklasse unter 200 Euro finden sich fast ausschließlich Android-Smartphones, was den direkten Vergleich der Geräte vereinfacht und die Vergleichstests der Testmagazine besonders aussagekräftig macht.

In den Tests werden generell dieselben Wertungsschwerpunkte gesetzt wie bei Smartphones der Mittel- und Oberklasse, weshalb die Noten für die Einsteigersmartphones meist schwächer ausfallen. Wir beobachten aber, dass die Einsteigerklasse immer näher an die Bewertungen der Mittelklasse bis 350 Euro heranrückt. Verantwortlich dafür sind vereinzelte Preisbrecher, die das übliche Niveau der Klasse übertreffen, was wiederum dazu führt, dass andere Hersteller ihre Standards heben – bei gleichbleibenden Preisen.

Natürlich kann ein Smartphone für 100 bis 200 Euro nicht in allen Belangen mit teureren Handys mithalten. In Tests kristallisieren sich klare Schwachpunkte der Klasse heraus: Die Kameras versagen bei ungünstigen Lichtbedingungen und bieten oftmals nur schwache Sensoren, die auch bei gutem Licht Fotos unscharf oder verfälscht wirken lassen. Hinzu kommt ein deutliches Bildrauschen, das aber viele Geräte mit Software-Filtern zu mindern wissen.

Die Displays erreichen inzwischen hohe Auflösungen, in Tests fallen sie aber immer wieder durch eine recht geringe Leuchtkraft auf, was das Ablesen an sonnigen Tagen erschwert.

Die Leistung von Prozessor, Grafikchip und Arbeitsspeicher wird bei den meisten Einsteigergeräten für ausreichend befunden, denn Alltagsaufgaben wie Messaging, E-Mails und die Nutzung sozialer Netzwerke bewältigen die Geräte ohne große Einschränkungen. Kompromisse muss man erst bei anspruchsvolleren Anwendungen und Spielen machen.

Die Speicherausstattung fällt häufig knapp aus, zumal Android und die vorinstallierten Apps einen großen Teil des verfügbaren Speichers belegen. Fast alle Einsteigersmartphones können per Speicherkarte erweitert werden. Die Speicherkarte belegt allerdings meist den zweiten SIM-Steckplatz.

Worauf sollte man vor dem Kauf eines Einsteiger-Smartphones achten?

Bei Einsteiger-Smartphones gibt es trotz ähnlicher Preise teils große Unterschiede bei der Hardwareausstattung. Unserer Erfahrung nach sollte ein Smartphone für eine angenehme Nutzererfahrung aber folgende Kriterien erfüllen:
  • mindestens 16 GB Festspeicher
  • austauschbarer Akku
  • Display mit einer Mindestauflösung von 1280 x 720 Pixeln
  • mindestens 2 GB Arbeitsspeicher
  • Prozessor mit vier Kernen (Quad-Core)
  • Hauptkamera mit 13 Megapixeln, Frontkamera mit 5 Megapixeln

Wie kann ich mehr Leistung aus meinem Einsteiger-Smartphone herausholen?

Android Oreo Googles Android ist das weltweit am weitesten verbreitete mobile Betriebssystem. (Bildquelle: amazon.com)

Während sich die Leistung des Prozessors kaum optimieren lässt, kann man beim Arbeitsspeicher oft noch etwas herausholen. Nach der Ersteinrichtung ist es empfehlenswert, zu prüfen, welche Anwendungen vorinstalliert und eventuell im Hintergrund ständig aktiv sind. Viele Hersteller bieten zum Beispiel Backup- oder Sicherheitsanwendungen, die nicht viel mehr leisten als die Bordmittel des Android-Betriebssystems, dafür aber ständig einen Teil des Arbeits- und Festspeichers belegen. Alle Apps zu löschen, die nicht zwingend benötigt werden, kann einen merklichen Leistungsschub mit sich bringen.

Ein knapper Arbeitsspeicher kann bei der parallelen Nutzung mehrerer Apps zu einer starken Verlangsamung des gesamten Systems führen, da ständig Anwendungsdaten an den Festspeicher ausgelagert werden müssen. Android schließt zwar länger nicht mehr genutzte Apps, die im Hintergrund laufen, aber manuelles Schließen nicht mehr benötigter Apps ist oftmals die effizientere Methode.

Internetbrowser fordern teilweise viel Prozessorleistung und Arbeitsspeicher. Wenn der Bedienkomfort mit dem vorinstallierten Browser (meist Google Chrome) nicht zufriedenstellend ist, empfiehlt sich das Umsteigen auf einen ressourcenschonenden alternativen Browser wie Opera Mini.

Wie kann ich Dual-SIM nutzen?

Wenn zwei SIM-Karten eingelegt sind, benennt Android die beiden Karten automatisch „SIM 1“ und „SIM 2“. Dies kann schnell zu Verwechslungen führen. Deshalb sollten zuerst in der App „Einstellungen“ unter dem Menüpunkt „SIM-Karten“ individuelle Namen und auch Farben vergeben werden.

Daraufhin kann festgelegt werden, welche der SIM-Karten für den mobilen Datenverkehr genutzt werden soll. Außerdem lässt sich einstellen, mit welcher SIM man Anrufe tätigen möchte.

Autor: Gregor L.