Das Comeback der VoIP-Telefone: Auch im Test wieder präsent

IP-Telefone der großen Hersteller Verschiedene aktuelle IP-Telefone der großen Marken (Quelle: amazon.de)

Viele Jahre haben VoIP-Telefone am Markt kaum noch eine Rolle gespielt. Sie waren im Grunde überflüssig geworden: Moderne Router konnten plötzlich jedes Telefon anschließen, gleich ob Analog-, ISDN- oder IP-Technologie. Selbst an einem IP-Anschluss konnte man also das alte, preiswerte Analogtelefon weiter betreiben. Die beworbene Sprachqualität der teuren IP-Telefone wiederum konnte in Tests nicht überzeugen, oftmals fehlte beim Gegenüber nämlich schlichtweg der notwendige IP-Anschluss. Es gab also schlicht keinen Grund für ein IP-Telefon. Das hat sich zuletzt aber wieder geändert: Die Telekom und damit die meisten anderen großen Anbieter stellen nun großflächig auf IP-Netzwerke um.
Damit sind jetzt die technischen Gegebenheiten gegeben, dass endlich beide Seiten mit HD-Codec in hoher Sprachqualität kommunizieren können. Und das bemerkt man: Die neuen Geräte schneiden in den Test deutlich besser ab - und werden auch von der Kundschaft zunehmend besser angenommen. Eine clevere Lösung sind hierbei insbesondere die Hybrid-Modelle von Gigaset, die unter der Go-Modellreihe laufen. Die neueren Ausführungen können sowohl an klassischen Analoganschlüssen wie auch an den modernen IP-Anschlüssen (und natürlich an Routern) betrieben werden. Damit kann man sie selbst dann nutzen, wenn man aktuell noch gar keinen Internetzugang besitzt.

Ein Fokus der Testberichte liegt zunehmend auf den Sondermerkmalen

FRITZ!Fon Die FRITZ!Fons haben als erste überzeugend Sonderdienste angeboten (Quelle: amazon.de)

Mit den IP-Telefonen werden jede Menge Sondermerkmale Alltag, die bislang allenfalls exotische Sonderlösungen waren - und mehr schlecht als recht funktionierten. So gab es schon früher Telefone, die die aktuellen Bundesliga-Ergebnisse im Display anzeigen konnten - indem sie mühsam per WLAN ins Netzwerk eingebunden wurden. Das ist bei IP-Telefonie überflüssig, denn da erhält das Telefon die nötigen Daten direkt über die Internetleitung via Router weitergesandt. Wer es wünscht, kann daher den Sportticker, das Wetter oder gar E-Mails abrufen und auf dem Mobilteil anzeigen lassen. Die Frage ist, ob man das möchte, denn wirklich bequem ist die Bedienung am kleinen Display trotzdem nicht.
In den Testmagazinen nimmt ein nicht unerheblicher Teil der Betrachtung daher die Beschäftigung mit solchen Sonderfunktionen ein. Sind sie sauber integriert? Funktionieren sie an allen Routern oder nur an bestimmten? Gibt es Bedienhürden? Daneben wird betrachtet, wie einfach beispielsweise die Einrichtung mehrerer SIP-Accounts ist, wie leicht verschiedene Profile angelegt werden können und ob Sondermerkmale wie multiple Gespräche auf verschiedenen Leitungen souverän beherrscht werden.

Die Bedienung bleibt ein zentrales Testmerkmal

Die HX-Mobilteile von Gigaset Die HX-Mobilteile von Gigaset sind besonders beliebt (Quelle: amazon.de)

Davon abgesehen ist und bleibt die Bedienung der zentrale Fokus bei der Betrachtung eines Telefons. Letzten Endes sind all die vorgenannten Sondermerkmale nur für einen kleinen Nutzerkreis wirklich kaufentscheidend. Die meisten wollen einfach ein gut zu bedienendes Telefon, das auch der Großvater oder die Großmutter im Haushalt noch verstehen. Große Tasten, eine klare Display-Anzeige, leicht verständliche Menüs und direkt zugängliche Zentralfunktionen wie Telefonbuch, Wahlwiederholung und das Abhören eines eventuell Anrufbeantworters sind da viel essentieller. Apropos AB: Der wird heutzutage immer seltener ins Gerät selbst integriert, sondern ist einfach ein Dienstmerkmal des Routers oder Internetanbieters. Es ist also kein Fehler, wenn es immer weniger Telefon mit AB in den Produktlisten zu finden gibt.

Die IP-Telefone mit der längsten Gesprächszeit:

  1. Telekom Sinus CA 37
    200 h
    Telekom Sinus CA 37

    ohne Endnote

  2. Telekom Sinus CA37 Trio
    200 h
    Telekom Sinus CA37 Trio

    ohne Endnote

  3. Telekom Sinus CA 37 SE
    200 h
    Telekom Sinus CA 37 SE

    ohne Endnote


Was ist und was kann HD-Telefonie?

Gemeint ist aber immer das Gleiche: Der Sprachübertragung erfolgt über eine Internetleitung, wodurch sich die zur Verfügung stehende Bandbreite für das Signal von 4 kHz auf 8 kHz verdoppelt. Möglich wird dies durch einen neuen Audio-Codec mit der Bezeichnung G.722. Technisch gesehen wird bei HD-Telefonie also per Voice over IP (VoIP) telefoniert. Zudem nutzt HD-Telefonie für die Übertragung zum Handtelefon den neuen, schnurlosen Übertragungsstandard CAT-iq, was für „Cordless Advanced Technology – internet quality“ steht.
Dies zusammen bedeutet für den Anwender, dass mehr Audiodetails übertragen werden können, was viel vom statischen Hintergrundrauschen und an unnötigen Interferenzen eliminiert. Dadurch sollen auch Emotionen des Sprechers besser übertragen werden und die Sprache ganz allgemein besser verständlich sein.

Was wird für HD-Telefonie benötigt?

Der Anwender muss eigentlich nicht mehr tun, als ein HD-fähiges Telefon zu erwerben. Dies sind zum einen natürlich viele moderne IP-/VoIP-Telefone, zum anderen werden aber auch immer mehr normale Telefone. Das liegt daran, dass für VoIP-Telefonie heutzutage eigentlich gar keine speziellen Telefone mehr notwendig sind. Die meisten modernen Internet-Router wie zum Beispiel die berühmte FRITZ!-Box von AVM agieren als Telefonanlage, die auch ganz normale analoge Telefone zur VoIP-Telefonie befähigt (solange eine entsprechende Breitband-Internetverbindung vorliegt).

HD-Telefonie funktioniert nur entweder in beide Richtungen zugleich – oder gar nicht. Das heißt im Klartext: Das Gegenüber muss auch ein HD-Telefon besitzen, ansonsten wird „normal“ telefoniert. Zwar gibt es immer mehr Telefone, die HD-fähig sind, deren Gesamtzahl macht am Markt aber immer noch eine Minderheit aus. Selbst wenn man also ein HD-Telefon besitzt, kann es sein, dass man noch eine ganze Weile auf HD-Telefonie verzichten muss – bis die Gesprächspartner ebenfalls aufgerüstet haben.

von Janko Weßlowsky

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