Schnurlostelefone: Hohe Sprachqualität und flexible Nutzung

Sprachqualität als Kaufargument: Wie schneiden Schnurlostelefone im Test ab?

Schnurlostelefone der führenden Hersteller Schnurlostelefone der führenden Hersteller (Bildquelle: amazon.de)

Ein Großteil der in Deutschland verkauften Festnetztelefone gehört mittlerweile zur Gruppe der Schnurlostelefone. Kein Wunder: Schnurlose Telefone sind bequem, niemand muss sich beim Telefonieren in seiner Bewegungsfreiheit einschränken lassen. Darüber hinaus kann man in größeren Wohnungen auch ohne lästigen Kabelsalat mehrere Telefone aufstellen: Bei einem DECT-Telefon reicht eine einzelne Basisstation aus, um im Haus fünf oder sechs Mobilteile zu verteilen und auf diese Weise an jedem Ort erreichbar zu sein. Der hastige Sprint zum Telefon beim Klingeln erübrigt sich damit. Und auch die Sprachqualität fällt heute meist sehr hochwertig aus - in Tests sind deutlich steigende Durchschnittsnoten zu erkennen.

Nerviges Hintergrundrauschen ist nur noch eine Ausnahme und ist meist nur bei sehr billigen Modellen zu finden. Mit HD-Telefonie und dem CAT-iq-Standard konnte die Sprachqualität entscheidend verbessert werden. Dazu müssen zwar beide Telefone – das eigene wie auch das auf der Gegenseite – über diese Technik verfügen, doch das ist heute bei fast allen neu erworbenen Geräten Standard. Denn wir stehen an einem Umbruchpunkt: Zunehmend verlagert sich die Festnetztelefonie auf IP-Netze. Das heißt, die Telefonie wird einfach gemeinsam mit dem Internetzugang via DSL abgewickelt. Die entsprechenden Bandbreiten erlauben eine sehr hohe Sprachqualität. Da heute fast alle Nutzer ihr Telefon einfach an einem Router anschließen, entfällt trotzdem die lästige Wahl der Anschlusstechnologie (Analog, ISDN oder IP). Moderne Router können zumindest gleichermaßen analoge wie IP-Geräte verbinden, ISDN ist bei teureren Geräten auch noch vorhanden.

Das wichtigste Zusatzmerkmal: Der Anrufbeantworter

Kombiset: Telefon mit mehreren Mobilteilen Viele Telefone gibt es als Kombiset mit mehreren Mobilteilen (Bildquelle: amazon.de)

Viele Nutzer stellen sich davon abgesehen die Frage, ob das Telefon über einen Anrufbeantworter verfügen soll oder nicht. Separate Modelle sind überflüssig geworden, seitdem die meisten Hersteller Anrufbeantworter in den Basisstationen ihrer Telefone integrieren. Häufig kann dieser bequem vom Mobilteil aus bedient werden, die Aufnahmekapazität liegt zwischen 15 und 45 Minuten. Der Aufpreis fällt mit in der Regel 10 Euro so gering aus, dass guten Gewissens geraten werden kann, sich im Zweifel dafür zu entscheiden. In Testberichten wird neben der reinen Aufnahmezeit auch Wert auf die Zusatzfunktionen gelegt: Manche Anrufbeantworter können schlicht nur in vorgegebener Reihenfolge abgehört werden, andere erlauben das gezielte Auswählen bestimmter Nachrichten.

Darüber hinaus können manche Anrufbeantworter als eine Art Praxis-/Büroansage genutzt werden: Sie nehmen überhaupt keine Anrufe entgegen, sondern spielen einfach nur eine Ansage ab. Ferner gibt es Zusatzfeatures wie eine Mitschnittfunktion als Notizhilfe. Ganz edle Ausführungen erlauben ferner die individuelle Festlegung der Aufnahmezeit je einzelnem Anruf oder besitzen mehrere getrennte Mailboxen je nach angerufener Zielnummer. Letzten Endes hat den größten Einfluss auf die Note aber stets die Aufnahmezeit, denn die interessiert die meisten Anwender.

Die Schnurlostelefone mit dem größten AB:

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Motorola CD311 Gut(2,5)
2 Philips Monolith Befriedigend(2,7)
3 Emporia GD61ABB

Schwerpunkte im Test: das Display und die Senioren-Verständlichkeit

Neben diesen grundlegenden Ausstattungsmerkmalen verfügen viele Schnurlostelefone mittlerweile über einen breiten Zusatzfunktionsumfang. Da finden sich Farbdisplays, MP3-Klingeltöne, SMS-Funktionen und Anruferbildanzeigen. All diese Komfortmerkmale sind aber eher bei den höherpreisigen Modellen zu suchen. So haben Basismodelle meist nur einfarbige, ein- oder zweizeilige Textanzeigen - die aber im Test nicht unbedingt schlechter abschneiden. Denn gerade für ältere Nutzer kommt es eher auf die Ablesbarkeit an denn auf bunte Bildchen. Und da jüngere Nutzer sich zunehmend allein auf Smartphones beschränken, schwenkt auch die Testlandschaft zunehmend auf diese Zielgruppe ein. Wer trotzdem ein hübsches Farbdisplay möchte, muss in der Regel in der Preisklasse ab 50 Euro suchen.

Die Grenzen zwischen Handy und Festnetztelefon verwischen dabei im Highend zusehends. So gibt es mittlerweile auch Luxustelefone, die wie Smartphones aussehen, über einen Touchscreen bedient werden und sogar mit Android laufen - App-Nutzung inklusive. Im Test überzeugen diese Geräte aber eher selten. Denn warum dann nicht gleich zum Original greifen, dem Smartphone? Einziges Pro-Argument ist der gute Empfang von DECT-Telefonen innerhalb der Wohnung, was bei Handys nicht immer der Fall ist. Davon abgesehen können echte Smartphones eben alles irgendwie besser und sind flexibler in der Nutzung. Auch das ist ein Grund, warum sich der DECT-Markt zunehmend eher zu preiswerten, gut bedienbaren Modellen hinbewegt.

DECT-Strahlung: Heute kaum noch ein Thema

Gigaset Sculpture CL750A Go Sie können auch modern aussehen: Gigaset Sculpture CL750A Go (Bildquelle: amazon.de)

Zum Standard geschafft hat es dagegen die Babyphone-Funktion, mit welcher junge Eltern ihren Nachwuchs belauschen können, ohne ein extra Gerät kaufen zu müssen. Dazu wird ein zweites Mobilteil ins Kinderzimmer gelegt, mit dem ersten kann man dann horchen. Wer da Sorge vor der Strahlung von DECT-Telefonen hat, kann beruhigt werden. Nach zehn Jahren heftiger Kritik an diesem Merkmal zeigen sich Testmagazine heute viel entspannter und vergeben gute Noten hinsichtlich der Strahlenbelastung. Denn jedes Schnurlostelefon besitzt heutzutage einen Eco-Modus, bei dem die Funkleistung in Abhängigkeit von der Entfernung zwischen Mobilteil und Basis reduziert wird. Bei fortschrittlichen - ebenfalls schon sehr verbreiteten - Modi wird die Funkstrahlung sogar gänzlich deaktiviert, wenn das Mobilteil in der Basis selbst steht.

Letzterer Modus ist zudem ausgesprochen hilfreich bei der Senkung des Stromverbrauchs. Das führt dazu, dass die entsprechenden Modelle mit Eco+ im Ausdauertest fast immer die Nase vorn haben. Mittlerweile sind Sprechzeiten von bis zu 16 Stunden am Stück Normalität, gute Geräte bieten noch spürbar mehr. Im Standby-Modus können die Mobilteile gut und gerne ein bis zwei Wochen umherliegen, ehe sie zurück in die Basisstation müssen.

Die ausdauerndsten Schnurlostelefone sind aktuell:

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Telekom Sinus CA37 Trio
2 Telekom Sinus CA 37 SE
3 Panasonic KX-TGK320 Gut(2,4)

Autor: Janko