Telefone: Tipps zur Akku-Pflege

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Akku Siemens GigasetDas Problem kennen sicherlich so einige: Das Mobilteil des DECT-Telefons hat die ganze Nacht in der Ladeschale verbracht, und trotzdem meldet es sich am nächsten Tag beim zweiten Gespräch mit nervigem Gepiepse. In solchen Fällen leidet der Akku eventuell am Memory-Effekt. Hierbei wird die Ladekapazität der betroffenen Akkus mit der Zeit immer kleiner. Alternativ macht der Lazy-Battery-Effekt der Lebenszeit des Akkus zu schaffen. In diesem Ratgeber finden sich daher Tipps, wie der Akku auch im Alter fit gehalten werden kann und worauf schon beim Kauf geachtet werden sollte.

Der Memory-Effekt

Der sogenannte Memory-Effekt tritt – vereinfacht ausgedrückt – dann ein, wenn ein noch nicht vollständig entladenes Mobilteil wieder in die Basisstation gestellt wird. Hierbei „merkt“ sich der Akku den letzten Energiebedarf und lädt künftig nur noch so viel, wie beim letzten Ladestand noch gefehlt hat. Wird der Akku während der nächsten Nutzung niedriger entladen als bei der vorherigen, lädt der Akku dennoch nur noch die zuvor „gemerkte“ Fehlkapazität nach.

Konkret ausgedrückt: Es ist besser, das Mobilteil immer erst dann wieder in die Basisstation zurückzustellen, wenn es zuvor vollkommen entladen wurde. Ansonsten nimmt die Leistungsfähigkeit des Akkus immer weiter ab. Das Problem trifft insbesondere auf die älteren Nickel-Cadmium-Akkus zu, die bis vor kurzer Zeit noch in nahezu alle Schnurlostelefone verbaut wurden. Die moderneren Nickel-Metallhydrid-Akkus sollen dagegen weniger anfällig sein.

Der Lazy-Battery-Effekt

Hama-AkkuDaher sind die NiMH-Akkus immer öfter in aktuellen Schnurlostelefonen anzutreffen. Doch auch dieser Akkutyp sollte nicht zu früh wieder aufgeladen werden. Denn ihm macht wiederum der sogenannte Lazy-Battery-Effekt zu schaffen. Dieser tritt dann ein, wenn das Mobilteil immer sofort nach jedem Gespräch in die Ladeschale zurückgestellt wird, obwohl nur minimal Energie verbraucht wurde. Dadurch wird die Betriebsspannung des Akkus immer weiter abgesenkt. Irgendwann reicht diese dann nicht mehr aus, um das Telefon korrekt zu betreiben oder überhaupt einzuschalten – der Akku wird komplett unbrauchbar.

So sorgt der Lazy-Battery-Effekt zwar nicht für einen immer kürzeren Ladezyklus, dafür jedoch verringert sich die Lebenszeit des Akkus an sich. Leidet der NiCd- oder NiMH-Akku bereits an einem der geschilderten Probleme, kann manchmal ein Trick helfen: Man sollte dann die Batterien des DECT-Telefons vollständig entleeren und sie anschließend wieder komplett aufladen. Diesen Ladezyklus wiederholt man drei Mal. Ist allerdings auch dann keine Besserung in Sicht, hilft wohl nur noch der Kauf von neuen Akkus.

Nur in teuren Telefonen: LiIo-Akkus

Wer sich mit solchen Problem gar nicht erst herumärgern möchte, sollte beim Kauf seines Telefons darauf achten, dass dieses Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus verwendet. Dies ist allerdings in der Regel erst bei den Geräten ab der 100-Euro-Schwelle der Fall. LiIo- und LiPo-Akkus werden weder vom Memory- noch vom Lazy-Battery-Effekt nennenswert beinflusst. Im Gegenteil: Hier sind insbesondere Tiefentladungen schädlich. Wer also nach jedem Gespräch sein Mobilteil wieder in die Ladeschale stellt, liegt mit LiIo-/LiPo-Akkus goldrichtig.

Standard-AkkusDoch auch, wer nicht gleich mehr als 100 Euro für sein Telefon ausgeben will, kann Abhilfe schaffen. Es gibt mittlerweile erstaunlich viele günstige DECT-Modelle, die auf Standard-AA- oder AAA-Akkus zurückgreifen. Hier kann der Kunde im Fall des Falles schneller und günstiger für Ersatz sorgen als es bei Spezialakkus der Fall ist - und im Zweifel sogar auf normale Einmal-Batterien zurückgreifen. Außerdem kann er bei Bedarf Akkus mit höherer Kapazität kaufen, so dass die Ausdauer des Telefons erhöht wird. Dabei sollte aber auf die Empfehlungen des Geräteherstellers geachtet werden – schon aus Garantiegründen. Denn treten durch zu starke Akkus Schäden am Gerät auf, ist der Hersteller nicht mehr zum Ersatz verpflichtet.

Bei Nichtnutzung Akku entfernen

Wer ein DECT-Telefon längere Zeit nicht nutzt, sollte in jedem Fall den Akku aus dem Gerät entfernen. Denn auch im ausgeschalteten Zustand treten sogenannte Kriechspannungen auf, die den Akku nach und nach entladen – bis zu ungewollten Tiefentladung. Natürlich tritt auch außerhalb des Telefons stets eine gewisse Selbstentladung von Batterien statt, die fällt aber ungleich niedriger aus. Hier reicht es meist aus, den Akku einmal im Jahr nachzuladen. Als ideal erachten Experten eine Lagerung bei etwa 15 Grad Celsius Raumtemperatur und mit 50 bis 60 Prozent des maximalen Ladestandes.

Autor: Janko