IP-Telefone: HD-Telefonie (HDSP)

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Seit einiger Zeit werben viele Hersteller mit einer neuen Technologie, die als HD-Telefonie oder HDSP bezeichnet wird. Sie soll die Qualität von Telefongesprächen verdoppeln und verspricht ein nie zuvor gekanntes Klangerlebnis. Die Speerspitze führt unter anderem Gigaset an, wo selbst Mittelklassegeräte die HD-Telefonie beherrschen. Theoretisch gibt es in der Tat schon so einige Telefone, welche HD-Telefonie ermöglichen. Dennoch kommt nicht jeder auch wirklich in den Genuss davon. Woran das liegt und was HD-Telefonie überhaupt ist, erklären wir in diesem Ratgeber.

Mit HD-Telefonie sollen Nutzer neue Klangwelten beim Telefonieren erfahren. HD steht wie bei Fernsehern mit HD-TV für „High Definition“ - nur dass damit nicht eine Bildauflösung, sondern die Sprachqualität gemeint ist. Die meisten Anbieter sprechen daher schlicht von HD-Telefonie, einige haben aber auch umfassendere Bezeichnungen dafür. Bei Gigaset nennt sich die Technologie zum Beispiel HDSP (High Definition Sound Performance), manchmal auch nur HSP.

Was ist und was kann HD-Telefonie?

Gemeint ist aber immer das Gleiche: Der Sprachübertragung erfolgt über eine Internetleitung, wodurch sich die zur Verfügung stehende Bandbreite für das Signal von 4 kHz auf 8 kHz verdoppelt. Möglich wird dies durch einen neuen Audio-Codec mit der Bezeichnung G.722. Technisch gesehen wird bei HD-Telefonie also per Voice over IP (VoIP) telefoniert. Zudem nutzt HD-Telefonie für die Übertragung zum Handtelefon den neuen, schnurlosen Übertragungsstandard CAT-iq, was für „Cordless Advanced Technology – internet quality“ steht.

Dies zusammen bedeutet für den Anwender, dass mehr Audiodetails übertragen werden können, was viel vom statischen Hintergrundrauschen und an unnötigen Interferenzen eliminiert. Dadurch sollen auch Emotionen des Sprechers besser übertragen werden und die Sprache ganz allgemein besser verständlich sein.

Was wird für HD-Telefonie benötigt?

Der Anwender muss eigentlich nicht mehr tun, als ein HD-fähiges Telefon zu erwerben. Dies sind zum einen natürlich viele moderne IP-/VoIP-Telefone, zum anderen werden aber auch immer mehr normale Telefone. Das liegt daran, dass für VoIP-Telefonie heutzutage eigentlich gar keine speziellen Telefone mehr notwendig sind. Die meisten modernen Internet-Router wie zum Beispiel die berühmte FRITZ!-Box von AVM agieren als Telefonanlage, die auch ganz normale analoge Telefone zur VoIP-Telefonie befähigt (solange eine entsprechende Breitband-Internetverbindung vorliegt).

Ein kleines Problem gibt es aber dennoch: HD-Telefonie funktioniert nur entweder in beide Richtungen zugleich – oder gar nicht. Das heißt im Klartext: Das Gegenüber muss auch ein HD-Telefon besitzen, ansonsten wird „normal“ telefoniert. Zwar gibt es immer mehr Telefone, die HD-fähig sind, deren Gesamtzahl macht am Markt aber immer noch eine Minderheit aus. Selbst wenn man also ein HD-Telefon besitzt, kann es sein, dass man noch eine ganze Weile auf HD-Telefonie verzichten muss – bis die Gesprächspartner ebenfalls aufgerüstet haben.

Das Gleiche gilt leider auch für die Provider: Nicht jeder Provider unterstützt die gleichen HD-Codecs, manche haben bislang eigene "Insel-Lösungen" dem neuen Codec G.722 vorgezogen. Dies dürfte sich zwar in der Zukunft ändern, wird aber sicherlich ebenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen.

Autor: Janko