Teilweise stößt man beim Handy-Kauf auf das beworbene Merkmal „WAP-fähig“ oder „WAP-Browser“. Damit soll ganz offensichtlich eine spezielle Form des mobilen Internets beschrieben werden. Meist erfolgt die Werbung für das WAP-Handy zusammen mit Stichwörtern wie „schnelles Internet“. Doch was genau ist WAP eigentlich? Wie funktioniert die Technologie und für welchen Anwender ist sie von Bedeutung? Schließlich ist überall gleichzeitig von HSPA und LTE die Rede.

Für Smartphones völlig unerheblich

Wer ein modernes Smartphone sein Eigen nennt oder ein solches erwerben möchte, kann an dieser Stelle im Grunde schon wieder aufhören, zu lesen. Denn WAP ist für solche Geräte völlig ohne Bedeutung. WAP ist vielmehr für Geräte ohne schnelles Datenfunkmodul gedacht, denn bei solchen einfacheren Mobiltelefonen bauen sich herkömmliche HTML-Websites nur äußerst langsam auf. WAP ist also nicht bloß ein Datenübertragungsstandard wie HSPA oder LTE, sondern vielmehr ein komplett alternatives Webprotokoll zum HTML-Standard.

Minimale Datenraten, Layout-Beschränkungen

Dieses nutzt verschiedene technische Methoden, um einerseits die Bandbreite zu schonen und andererseits die Übertragung an die langsameren Antwortzeiten von einfachen Mobiltelefonen anzupassen. WAP erreicht anders als moderne 2G-, 3G- oder sogar 4G-Mobilfunktechnik nur Datenraten von rund 9,6 kBit/s, was aber dennoch für die Übertragung der gewünschten Websites ausreichen kann. Denn diese wiederum werden speziell für WAP programmiert und beschränken sich auf wesentliche Textinformationen. Sie können an der .wml-Endung und natürlich dem einleitenden „wap.“ erkannt werden.

Abrechnung nach Anzahl der besuchten Seiten

WAP ist zwar ideal für einfache Budget-Handys ohne schnellen Datenfunk, gleichwohl hat sich der Standard nie großer Beliebtheit erfreut. Verantwortlich ist dafür zum einen das karge Angebot. So haben abgesehen von einigen Nachrichtenportalen, den Netzbetreibern selbst und öffentlichen Diensten wie dem Nahverkehr eigentlich kaum Anbieter WAP-Angebote bereitgehalten. Zum anderen wird bei WAP nicht nach dem übertragenen Volumen abgerechnet, sondern nach der Anzahl der Seitenaufrufe. Und das kommt erheblich teurer, insbesondere angesichts heutiger Flatrate-Tarife. Wer also nicht gerade das einfachste Einsteiger-Handy mit einem Display deutlich unterhalb von 3 Zoll Bilddiagonale besitzt, dürfte um WAP einen großen Bogen machen.

Autor: Janko