Touchscreen-Smartphones (Handys): Bedienung per Fingertipp und -wisch

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Was interessiert Tester an Smartphone-Touchscreens besonders?

Samsung Galaxy S9 Groß und randlos – so setzt Samsung regelmäßig Maßstäbe (Galaxy S9; Bildquelle: samsung.com)

Der Siegeszug des Touchscreens ist unvergleichlich: In nur zehn Jahren haben Geräte mit berührungsempfindlichem Display sämtliche anderen Geräte vom Markt verdrängt. Ja, sogar die lange Zeit bei Android-Smartphones noch üblichen drei physischen Tasten unter dem Touchscreen wurden zugunsten von mehr Bildschirmfläche geopfert. Dabei ist die Technologie mittlerweile dermaßen ausgereift, dass die Testmagazine fast nicht mehr auf die Bedienung des Bildschirms an sich blicken: Die Performance eines Gerätes hängt längst nicht mehr an der Reaktionsgeschwindigkeit des Panels als vielmehr an der verwendeten Kombination aus Chipsatz, Grafikeinheit und Arbeitsspeicher.

Interessanter ist dagegen die Bedienlogik moderner Displays, denn durch den Wegfall selbst der letzten Tasten muss eine Benutzeroberfläche diese zentralen Funktionalitäten in clevere Wischgesten umsetzen oder alternativ Bildschirmtasten mit gleicher Funktionalität definieren. Je nach Kontext – ob etwa im Menü oder innerhalb einer App – werden diese Schaltflächen noch eingeblendet oder nicht. Denn ansonsten hätte man ja die mechanischen Tasten nur durch Onscreen-Tasten ersetzt, aber nicht wirklich Anzeigefläche gewonnen. Bei einigen Handys kann daher die gesamte zentrale Schaltfläche mit einem Wisch vom unteren Bildschirmrand nach oben eingeblendet werden. Ein zweiter Wisch dieser Art, lässt sie wieder verschwinden.

Wie intuitiv das umgesetzt wurde, ist dabei ebenso Betrachtungsgegenstand der Testmagazine wie die Frage, ob ein randloses Design neben der Ästhetik auch bedientechnische Vorteile bietet. So ist Samsung für seine randlosen Displays berühmt, die auf der gebogenen Seitenfläche zusätzliche, häufig genutzte Bedienelemente einblenden. Gerade hier kann sich der Vorteil aber auch in einen Nachteil verwandeln. Bei den ersten Geräten dieser Art waren Fehlbedienungen häufiger als der echte Nutzen dieser zugegebenermaßen faszinierend aussehenden Technologie. Schließlich muss man das Smartphone ja irgendwie greifen, die Bedienelemente an den Seitenkanten müssen also speziell gesichert sein. Das gilt im Übrigen auch für Handys ohne Randlosdesign, bei denen der Bildschirmrand – die sogenannte Bezel – schlicht zu schmal ausfällt.

Die größten Touchscreen-Smartphones

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Huawei Mate X
2 Samsung Galaxy Fold
3 Huawei Mate 20 X Gut(1,7)

Gibt es verschiedene Touchscreen-Typen?

Huawei P20 Pro Eines der besten Displays unter den Topgeräten: das Huawei P20 Pro (Bildquelle: consumer.huawei.com/de/)

Die verwendete Touchscreen-Technologie hat für den Nutzer heute keine Auswirkung mehr, die er irgendwie bemerken würde. Die modernen Touchscreen-Handys verwenden nahezu ausschließlich noch das kapazitiv arbeitende Display: Dabei wird eine einzelne, mit durchsichtigem Metalloxid beschichtete Glasplatte genutzt. An dieser wird ein gleichmäßiges, elektrisches Feld angelegt, dessen Ladungstransport gemessen wird. Durch Fingerkontakt wird das Feld verändert, der Controller ermittelt die Position aus den veränderten Strömen.

Daher benötigen kapazitive Touchscreens keinen ausgeübten Druck und ermöglichen eine Bedienung über sanfte, streichende Bewegungen. Entsprechende Handys erlauben auch Multitouch – also Berührungen durch zwei oder mehr Finger und können auf diese Weise ausgeführte Gesten in Befehle umsetzen. Der Nachteil der Technik ist allerdings, dass solche berührungsempfindlichen Displays nur von speziellen Schreibstiften (Stylus genannt) bedient werden können, von einer behandschuhten Hand ganz zu schweigen – ein großer Nachteil im Winter. Manche Hersteller wie Nokia und Sony experimentieren aber auch mit kapazitiven Displays, die entweder dank einer zusätzlichen Schicht auch mit normalen Stiften und Handschuhen oder komplett über Gesten vor dem Bildschirm bedient werden können.

Der Gegenpart, die resistiven Touchscreens, kommt heute so gut wie nicht mehr zum Einsatz. Zwar kann man diese Displays mit wirklich allen Stiften, Hölzchen, Zahnstochern oder eben Fingern bedienen, solange nur irgendwie Druck ausgeübt wird, die Nachteile sind aber zu zahlreich. Resistive Touchscreens nutzen zwei leitfähige Schichten, die bei Berührungen des Bildschirms aufeinander gedrückt werden und so einen elektrischen Kontakt erzeugen. Das erfordert etwas mehr Druck, weshalb häufig keine so elegante Bedienung wie beim iPhone möglich ist, Multitouch eingeschlossen. Komplexe Gesten sind hier also gar nicht möglich.

Anzeigetechnik: IPS-LCD oder AMOLED?

Da die Touchscreen-Technologie mittlerweile so ausgereizt scheint, wenden sich Unternehmen wie Apple oder LG Electronics zunehmend wieder der Leuchtkraft, der Pixeldichte (Schärfe) und Anzeigetechnik ihrer Displays zu. Vor allem Letzteres ist ein Wettstreit, der seit Beginn der Touchscreen-Ära herrscht: Es geht um die Frage, ob LCD-Panels oder OLEDs die Nase vorn haben, was in immer neuen Technologien wie Super-IPS-LCD und Super-AMOLED-Plus kumuliert. Hierbei haben IPS die Nase vorn bei der Lebensdauer, der preiswerteren Produktion und der natürlicheren Farbdarstellung, während OLEDs stets etwas zu bunt wirken.

Dafür haben wiederum die OLEDs den besseren Schwarzwert, bieten somit die besseren Kontraste, und überzeugen mit ihrer Ablesbarkeit im Sonnenlicht. Zudem sind sie deutlich stromsparender unterwegs, was bei sogenannten Always-On-Funktionen wie der Einblendung der Uhrzeit und von Notifications wesentlich ist. Und nicht zuletzt findet mancher Nutzer die knalligen Farben sogar ansprechender als bei den vermeintlich blassen IPS-Bildschirmen. Das hat aber alles mit dem Touchscreen an sich nichts zu tun und ist eine rein ästhetische Entscheidung des Einzelnen.

Welche Smartphones bieten eine Handschrifterkennung?

Samsung Galaxy Note9 Der Stift wird gleich mit im Gehäuse verstaut: das Samsung Galaxy Note9 (Bildquelle: samsung.com)

Nach einer Hochphase der Handschrifterkennung selbst bei Einsteigermodellen um die 2010er Jahre herum ist dieses Merkmal selten geworden. Wer heute eine Handschrifterkennung integriert, tut dies bei den Topmodellen am Markt. Und bei denen kommt ohnehin ein teures Highend-Display mit kapazitiver Funktionsweise zum Einsatz. Dann macht es auch nicht mehr viel aus, dass der verwendete Stift ein Spezialstift sein muss, der etwas teurer ist.

Vor allem Samsung hält mit seiner Phablet-Baureihe Galaxy Note die Fahne der Handschrifterkennung hoch, wobei die Geräte den Stift im eigenen Gehäuse unterbringen. Die neueste Generation bietet sogar einen Bluetooth-angebundenen Stift, der für Zusatzfunktionen wie zum Beispiel als Kamera-Fernbedienung genutzt werden kann. Aufgeladen wird der Stift ganz einfach im Gehäuse. Und natürlich funktioniert die Bedienung abseits dieser neuen Zusatzfunktionen auch ohne Aufladung.

Während die Stiftbedienung grundsätzlich unabhängig vom gewählten Gerät ist, da spezielle Stylus schlicht vom Display für einen Finger gehalten werden, ist die Handschrifterkennung eine spezielle Software, die nur die wenigsten Geräte unterstützen. Neben Samsung gibt es derzeit keinen Hersteller, der dies nativ täte. Zum Glück aber ist Android ein offenes System und es gibt genügend findige Entwickler, die entsprechende Apps programmiert haben. Leider ist das nur halb so schön, weil damit die Handschrifterkennung längst nicht in allen Teilen des Systems funktioniert, teils sogar nur in dieser speziellen App.

Die besten wasserdichten Touchscreen-Handys

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Samsung Galaxy S10+ Sehr gut(1,2)
2 Huawei P30 Pro Sehr gut(1,3)
3 Huawei Mate 20 Pro Sehr gut(1,3)

Autor: Janko