Seniorenhandys: SOS-Notruffunktionen in Senioren-Modellen

Das ideale Senioren-Handy lässt sich nicht nur einfach bedienen und ablesen, es kann auch Leben retten. Möglich macht dies eine sogenannte SOS- oder Notruffunktion. Im Fall der Fälle kann mit dieser schnell und unkompliziert Hilfe herbeigeholt werden, ohne noch lange eine Rufnummer eintippen zu müssen. Hierbei kommen jedoch verschiedene Verfahren zum Einsatz, die einen sehr unterschiedlichen Grad an Komfort und Sicherheit bieten.

Einfachste Version: Versand von Kurznachrichten

Allen Systemen gemein ist ihre einfache Auslösung. In der Regel gibt es dafür eine spezielle Notruftaste, die auf der Rückseite des Mobiltelefons angebracht ist, bei einigen wenigen Modellen befindet sie sich auch auf der Vorderseite. Damit ein versehentliches Auslösen durch unglückliche Berührungen verhindert wird, gibt es meist ein Sicherungssystem. Bei manchen Handys muss die Taste drei Sekunden am Stück, bei anderen parallel eine zweite Taste an der Geräteseite gedrückt werden, bei wiederum anderen ein Schieberegler bedient werden. Schlussendlich verstecken einige Modelle die SOS-Taste unter einer aufschiebbaren Schutzklappe.

Das einfachste Notrufsystem für Senioren-Handys verlässt sich ganz einfach auf den Versand von Kurznachrichten. Bei Druck auf die Taste wird automatisch eine SMS an eine vorher definierte Rufnummer versandt. Dies kann ein Bekannter sein, aber auch ein Pflegedienst oder eine Rettungsstelle. Praktisch sind in diesem Zusammenhang Handys, die dank eines integrierten GPS-Empfängers gleich noch die GPS-Koordinaten mitsenden. Besonders ausgeklügelt zeigt sich das Auro Comfort 1060: Es rechnet die Koordinaten gleich in eine konkrete Adresse um. Leider hat das Vorbild bislang keine Schule gemacht.

Bis zu fünf Rufnummern hintereinander

Als Alternative zur oder in Kombination mit der SMS-Funktion besitzen sehr viele Senioren-Handys mittlerweile ein Notrufsystem, bei dem nacheinander zwischen drei und fünf verschiedene Rufnummern angerufen werden. Der Nutzer muss also nicht erst die Rufnummer eingeben, sondern wird automatisch mit einem Verwandten oder eben mit einer Notrufzentrale verbunden. Hierbei sollten Käufer aber auf eine integrierte Freisprecheinrichtung achten: So können sich auch gestürzte und geschwächte Personen noch verständigen, ohne mühsam das Handy ans Ohr halten zu müssen.

Manche Handys kombinieren auch die genannten Methoden. Dann ruft das Gerät zum Beispiel zunächst bis zu fünf vorab eingespeicherte Rufnummern an und versendet gleichzeitig Notruf-SMS an diese. So erhalten die Zielpersonen auch beim Verpassen des Anrufes diese wichtige Information und können umgehend zurückrufen oder Hilfsmaßnahmen einleiten. Und noch besser: Antwortet überhaupt niemand innerhalb von fünf Minuten auf den Notruf, wählt das Handy automatisch die 112 und verbindet den Bedürftigen mit der Rettungsleitstelle. Selten, aber äußerst hilfreich: Manchmal besitzt das Senioren-Handy alternativ eine AB-Erkennung: So bleibt der Notruf nicht an einem Anrufbeantworter hängen und wird solange durchgeführt, bis eine echte Person abnimmt und die Annahme des Gesprächs mit einem Tastendruck bestätigt.

Notruf wird bei Sturz automatisch ausgelöst

Ebenso praktisch sind Notruffunktionen, die über eine Sturzerkennung verfügen. Entsprechende Handys können durch integrierte Sensoren registrieren, wenn der Nutzer mit dem Handy am Körper oder in der Hand zu Boden gestürzt ist. Sie aktivieren dann automatisch die SOS-Funktion, ohne dass der Besitzer erst noch die Spezialtaste drücken müsste, wozu er womöglich nicht mehr in der Lage wäre.

Autor: Janko