Der französische Telekommunikationskonzern Sagem hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Einst gehörte das Unternehmen zu den fünf wichtigsten Handy-Herstellern in Deutschland, doch diese Zeiten sind lange her. Mit dem Zusammenschluss mit dem Rüstungskonzern Snecma zur Safran-Gruppe begann der schleichende Abstieg, da sich das neue Unternehmen stärker auf Verteidigungs- und Sicherheitstechnik konzentrierte. Die Geschäftsfelder Mobilfunk und Netzwerk wurden ausgelagert.

Langsamer Niedergang eines großen Namens

Und wie so oft im Rahmen einer solchen Auslagerung gerieten sie schnell aus dem Fokus, da sie zum Gesamtprofit des Konzerns nur wenig beitragen konnten. Denn parallel mit dieser Entwicklung hatte das Unternehmen wichtige Trends verschlafen, insbesondere den Hype um moderne Touchscreen-Modelle. Zwar gab es noch einen zaghaften Versuch mit dem Puma Phone, doch auch diese Kooperation konnte Sagem Mobiles nicht mehr retten. Durch das langjährige Festhalten an einfachen Einsteigermodellen wurde das Unternehmen einfach nicht den Ruf eines Billigherstellers los.

Einfach strukturierte Einsteigermodelle

Was im Grunde auch nicht ganz falsch ist. Denn Sagem konzentrierte sich stets auf klassische Barrenmodelle mit alphanumerischer Fronttastatur und wenig Ausstattung, zudem halt die Verarbeitung als mäßig. Das nüchterne und geschäftlich wirkende Äußere sprach dennoch viele Nutzer an, zudem boten die einfachen Geräte unschlagbar niedrige Verkaufspreise. Als jedoch der Siegeszug der billigen Smartphones einsetzte, musste Sagem sang- und klanglos untergehen. Denn mit Smartphones kannte man sich schlichtweg nicht aus.

Interessanter Ansatz: UMA-Technologie

Das ist schade, denn Sagem hatte durchaus im technischen Bereich auch interessante Ideen. Ein maßgeblicher Impuls war die Entwicklung der UMA-Technologie: Mit ihr sollten Netzabdeckungsprobleme der Vergangenheit angehören. Denn UMA (Unlicensed Mobile Access) kombiniert die Übertragungstechnologien von GSM und WLAN miteinander, so dass Telefongespräche oder auch bestehende Internetverbindungen von einer Mobilfunkzelle ohne Unterbrechung an einen WLAN-Hotspot weitergereicht werden und umgekehrt.

Seit 2010 im Grunde vom Markt verschwunden

Leider hat sich UMA nie durchsetzen können, so dass auch dieser technische Vorteil im Nichts verpuffte. Sagem ist seit 2008 im Grunde kaum noch in Deutschland präsent, seit 2010 sind keine neuen Modelle mehr erschienen. Die im Handel noch erhältlichen Modelle sind allesamt Restbestände, die abverkauft werden. Wie es um einen Support für diese Geräte steht, ist nicht bekannt. Die Handy-Rechte gingen 2015 an XGEM über, das eine Vielzahl an Fremdmarken unter dem eigenen Namen versammelt hat.

Autor: Janko