Klapphandys: Ideal für die Bedienung im hohen Alter

Wie werden Klapphandys getestet?

Senioren-Handys mit Klappfunktion im Überblick Verschiedene Klapp-Handys mit Senioren-Ausrichtung (Bildquelle: amazon.de)

Klapphandys sind mittlerweile zugunsten von Smartphones fast völlig von der Bildfläche verschwunden. Eine wichtige Ausnahme gibt es aber: Bei Senioren-Handys ist die Bauweise noch immer sehr beliebt. Denn hier kommt es vor allem auf eine einfache Bedienbarkeit an – und in dieser Hinsicht glänzen die Geräte mit großen Bedienelementen und einfachen Verständlichkeit der Funktionen. Entsprechend liegt hier auch der Fokus von Tests, weniger auf der Klapp-Mechanik, die ja eigentlich für diesen Gerätetyp so bezeichnend ist. Grundsätzlich achten die Hersteller aber gerade bei Seniorenmodellen auf eine ausreichende Robustheit, sodass Schäden an der Mechanik vergleichsweise selten geworden sind. Wichtig sind den Testern neben der Bedienbarkeit vor allem Komfortmerkmale wie eine beleuchtete Tastatur oder Sicherheitsfunktionen wie eine SOS-Taste. Nicht zuletzt soll die Ausdauer des Handys hoch ausfallen. Die Kamera, Internet-Funktionen oder andere eher klassische Smartphone-Merkmale stehen dagegen kaum im Fokus des Tests, zumal auch nur wenige Modelle in dieser Hinsicht positiv überraschen können.

Wie schlägt sich die Ausdauer im Test?

Emporia Glam Garant für lange Gespräche: Das Emporia Glam (Bildquelle: amazon.de)

Nicht zuletzt spielt die Ausdauer eine wichtige Rolle bei Klapphandys für Senioren, denn je älter wir werden, desto vergesslicher werden wir auch. Und nichts ist ärgerlicher als ein Handy, das – einmal außerhalb der Ladeschale liegen lassen – sofort den Betrieb verweigert. Anders als man glauben mag, ist die Ausdauer von Klapphandys keinesfalls sonderlich gut ausgeprägt. Trotz ihrer vergleichsweise schlichten Ausstattung und sparsam arbeitenden Technik halten sie oft nur 2 bis 4 Stunden Gesprächszeit durch.

Das ist ein Armutszeugnis für die Hersteller, da sie schlichtweg zu schwache Akkus verbauen, was gerade in dieser Bauform unverständlich erscheint. Es gibt aber zum Glück auch das Gegenteil zu finden: Dauerläufer, die gerne mal 10 bis 14 Stunden Gesprächszeit liefern. Die Spanne ist in diesem Segment enorm. Vor allem Emporia macht sich in dieser Hinsicht einen Namen.

Die Klapphandys mit dem größten Akku sind aktuell:

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Nokia 2720 Flip
2 Emporia TOUCHsmart
3 Doro 7060

Wie funktioniert die SOS-Funktion?

Telme X200 Die SOS-Taste an einem Telme X200 (Bildquelle: telme.eu)

Bei einer SOS-Funktion handelt es sich um eine große rote Taste, die in der Regel zentral auf der Rückseite angebracht ist. Sie ist durch eine Verzögerung vor Fehlbedienungen geschützt: Erst wenn sie 3 Sekunden am Stück gedrückt wird, löst die Notruffunktion wirklich aus. Dann geht in aller Regel ein Notruf an bis zu fünf vorher festlegbare Rufnummern heraus, oft begleitet um eine Notfall-SMS an die gleichen Nummern. Die Spreu trennt sich hier dadurch vom Weizen, dass anspruchsvolle Systeme nicht an einem Anrufbeantworter hängen bleiben können: Sie erfordern einen Tastendruck vom Gesprächspartner. Erfolgt dieser nicht, wird die nächste Nummer probiert. Noch anspruchsvoller sind Systeme, die dank GPS-Ortung direkt die Position des Nutzers mit in der SMS versenden - damit Hilfe direkt vor Ort geleitet werden kann.

Die am besten getesteten Klapphandys mit Notruffunktion:

Platz Produktname Testberichte.de Note
1 Panasonic KX-TU329 Gut(2,1)
2 Doro PhoneEasy 613 Gut(2,2)
3 Emporia FLIPbasic Gut(2,3)

Warum sollte ich heute noch zu einem Klapphandy greifen?

Der große Vorteil eines Klapp-Handys ist seine Robustheit. Vor allem das Display wird es einem danken, wenn das Handy mal wieder aus Versehen seinen Weg auf den Fußboden findet. Bei anderen Handys muss man sich sofort Sorgen um Risse im Bildschirm machen – beim Klapp-Handy allenfalls um ein paar Kratzer auf der Außenhülle. Gleichwohl gibt es mittlerweile auch Klapp-Handys mit einem zusätzlichen Außen-Display, da sieht das wieder anders aus. Und mit zu viel Wucht sollte das Gerät natürlich auch nicht auf dem Boden landen. Dennoch: Der Schutz des Innenlebens ist ein echtes Kaufargument für diesen Bautypus.

Die innen angebrachte Tastatur hat noch einen weiteren Vorteil: Eine nervige Tastensperre ist bei einem Klapp-Handy überflüssig, da die Tasten ja nicht aus Versehen aktiviert werden können. Anrufe können direkt durch das Aufklappen entgegengenommen und durchs Zuklappen wieder beendet werden. Durch die Aufteilung von Tastatur und Display auf zwei übereinander geklappte Elemente des Handys steht zudem beiden Funktionsbereichen mehr Platz zur Verfügung. Dies führt in der Regel zu größeren Tasten, was der Bedienbarkeit des Handys zugutekommt. Bei den Bildschirmen halten sich die Hersteller leider oftmals unnötig zurück, was aber Kostengründe hat.

Ist die Klappmechanik nicht anfällig für Schäden?

Der wesentliche Nachteil von Klapp-Handys ist in der Tat die große mechanische Beanspruchung des Klapp-Mechanismus an sich. Da diese Handys viele Male am Tag auf- und zugeklappt werden, ist das Scharnier die natürliche Schwachstelle dieser Bauform – und leider neigen einfache Klapp-Handys hier des Öfteren zu ärgerlich frühem Ableben. Glücklicherweise ist das bei den heute eher verbreiteten Senioren-Handys nicht so oft der Fall - die Hersteller achten hier einfach mehr auf eine robuste Verarbeitung.

Autor: Janko